Anzeige
Anzeige
1. Oktober 2015, 13:48
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Hohe Mieten: Nicht nur die Vermieter sind schuld

Als Ursache für steigende Mieten in Städten wie Berlin, Hamburg oder München wird oft das Verhalten der Vermieter ausgemacht, so das Unternehmen Plus Forta, Düsseldorf. Jedoch gebe es eine Vielzahl weiterer Gründe für die aktuelle Situation.

Mietentwicklung Plus Forta

“Es liegt an der Trägheit der Politik, dass die Preise zuletzt so sprunghaft angestiegen sind.”

In vielen Metropolregionen sind die Mieten in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen – zum Missfallen der Mieter. Vielfach wird die Entwicklung den Vermietern von Wohnraum angelastet.

Nach Ansicht von Plus Forta, eines Anbieters von Mietkautionsbürgschaften, gibt es jedoch viele andere Faktoren, die das steigende Mietniveau begünstigen:

Kosten für den Neubau:

Insbesondere auf Wohnungsmärkten, in denen die Nachfrage nach Wohnungen steigt, aber das Angebot immer knapper wird, ist der Bedarf an Neubauten groß. Sie sollen auch dafür sorgen, dass sich Menschen mit einem geringen bis mittleren Einkommen ein schönes Zuhause leisten können.

Allerdings sind mit den Ansprüchen an die Baumaterialien auch die Preise gestiegen. So schlägt ein Neubau im Augenblick mit etwa 2.500 Euro pro Quadratmeter zu Buche. Um die Nettokaltmieten gering halten zu können, dürfe der Preis jedoch nicht über 1.500 Euro liegen.

Kosten für Instandhaltung:

Das Problem der gestiegenen Kosten macht auch vor bereits existierenden Immobilien nicht Halt. Gesetzliche Auflagen drängen Eigentümer zur Einhaltung bestimmter Standards, zum Beispiel im Energiebereich. Diese umzusetzen gehe jedoch oft mit einem verhältnismäßig großen Investment des Vermieters einher, der – wenn er ein Minusgeschäft vermeiden will – gar keine andere Chance habe, als diese Kosten auf den Mieter umzulegen.

Zu geringes Wohnungsangebot:

Die Bundesregierung hat inzwischen verstanden, dass das Wohnungsangebot vergrößert werden muss, um einem weiteren Anstieg der Mieten entgegenzuwirken. “Aus unserer Sicht eine relativ späte Erkenntnis. Die jahrelang mangelnde Förderung neuen Wohnraums hat die aktuelle Situation geradezu heraufbeschworen”, erklärt Robert Litwak, Geschäftsführer bei Plus Forta. Die Nachfrage nach bezahlbaren Wohnungen sei viel größer als das Angebot, was zum derzeitig hohen Preisniveau führe. Denn der Vermieter könne seine Immobilie in letzter Konsequenz nur so teuer anbieten, wie der Markt es ermöglicht.

Anhebung der Steuern:

In den letzten Jahren wurden die Grundsteuer, Grunderwerbssteuer und weitere zu leistende Abgaben ständig erhöht. Das bedeutet höhere Kosten für die Vermieter, die von den Mietern ausgeglichen werden müssen und sich dementsprechend in der Miete niederschlagen.

Anstieg der Nebenkosten:

Die Nettokaltmiete ist die eine Sache, die Nebenkosten sind die andere. Hierauf hat der Vermieter selbst keinerlei Einfluss, sondern gibt diese direkt an den Mieter weiter. Viele Mieter mussten dafür in den letzten Jahren immer tiefer in die Tasche greifen und tatenlos mit ansehen, wie die Bruttowarmmiete sich sukzessive in die Höhe schraubte.

Zwar gebe es auch rücksichtslose Immobilieninvestoren, allerdings sei dies nicht die Masse, so Plus Forta. “In der Regel hat man es mit fairen Vermietern zu tun, die eine Immobilie zwar als Kapitalanlage betrachten und eine Rendite erwirtschaften wollen, allerdings nicht auf Abzocke aus sind”, sagt Litwak.

“Es liegt an der Trägheit der Politik, dass die Preise zuletzt so sprunghaft angestiegen sind. Nun wird mit halbherzigen Mitteln wie der Mietpreisbremse versucht, der selbst verschuldeten Misere entgegenzuwirken, allerdings mit bedingtem Erfolg. Die Ursachen bleiben mehr oder weniger unangetastet.” (bk)

Foto: Shutterstock

 

 

 

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 4/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Tech-Aktien – Fondspolicen – Baufinanzierung – Frauen in der Finanzberatung

Ab dem 16. März im Handel.

Cash. 3/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Pflegevorsorge - Small Caps - Zinshäuser - Digitalisierung - Honorarberatung - Leadsgewinnung - Nachfolge-Planung

Versicherungen

VZBV: “Restschuldversicherungen sind maßlos überteuert”

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) fordert, dass Restschuldversicherungen künftig nur noch separat und nicht gekoppelt an Kreditverträge vermittelt werden dürfen. Das sollte nach dem Willen der Verbraucherschützer im Umsetzungsgesetz der EU-Richtlinie Insurance Distribution Directive (IDD) verankert werden.

mehr ...

Immobilien

Bauhauptgewerbe verzeichnet besten Jahresstart seit 1996

Das Bauhauptgewerbe startet erfolgreich in 2017, es verzeichnete zuletzt vor über 20 Jahren mehr Auftragseingänge zu Beginn eines Jahres. Im Vergleich zum Vormonat Dezember sind die Aufträge jedoch leicht gesunken.

mehr ...

Investmentfonds

Deutsche Börse tritt auf Kostenbremse

Die Deutsche Börse plant kurzfristig Einsparungen in mindestens zweistelliger Millionenhöhe. Zudem gilt zunächst ein Einstellungsstopp für fast alle Bereiche. Der Konzern reagiert damit auf sinkende Umsätze und das erwartete Scheitern der Fusion mit der London Stock Exchange (LSE).

mehr ...

Berater

Patientenverfügung: BGH präzisiert Anforderungen

Im Einzelfall kann sich die erforderliche Konkretisierung in einer Patientenverfügung auch durch Bezugnahme auf ausreichend spezifizierte Krankheiten oder Behandlungssituationen ergeben – ohne detaillierte Benennung bestimmter ärztlicher Maßnahmen. Das geht aus einem aktuellen Beschluss des Bundesgerichtshofs (BGH) hervor.

mehr ...

Sachwertanlagen

Weitere Ausschüttung für Anleger der Deutschen Finance

Die Geschäftsführung des PPP Privilege Private Partners Fund des Asset Managers Deutsche Finance aus München wird den Anlegern nach einer erfolgreichen Zielfonds-Transaktion für das Geschäftsjahr 2017 eine Vorabausschüttung in Höhe von 15 Prozent vorschlagen.

mehr ...
24.03.2017

Lacuna goes Canada

Recht

LV-Vertrag: Bei Änderung Steuerlast wie bei Neuabschluss

Wird ein Lebensversicherungsvertrag (LV-Vertrag) vor Ablauf der Vertragslaufzeit geändert, ohne dass die Modifikation von vornherein vertraglich vereinbart worden ist, liegt hinsichtlich der Änderungen aus ertragsteuerlicher Perspektive ein neuer Vertrag vor. Dies entschied der Bundesfinanzhof.

mehr ...