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26. Mai 2015, 09:00
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Altersgerecht investieren

Viele Anbieter werben damit, dass Pflegezimmer eine ähnliche Risikostufe wie Wohninvestments haben und gleichzeitig eine sehr viel höhere Rendite liefern. Doch das ist falsch, denn es handelt sich um Betreiberimmobilien. Diese Assetklasse birgt Risiken, die bei einer Wohnimmobilie nicht existieren.

Gastbeitrag von Dr. Michael Held, Terragon Investment

Dr -Michael-Held Terragon in Altersgerecht investieren

“Pflegezimmer können durchaus eine lukrative Kapitalanlage sein. Allerdings muss die Rendite deutlich über den etwa vier Prozent an Verzinsung liegen, die mit Wohnungen möglich ist. Denn die zusätzlichen Risiken müssen verzinst werden.”

Ist das Risiko einer Bundesanleihe mit dem einer beliebigen Aktie im DAX vergleichbar? Sicherlich nicht. In beiden Fällen ist es zwar ein Wertpapier aus Deutschland, aber die Risikoeinschätzung ist grundverschieden. Was in diesem Beispiel auch für Finanz-Laien selbstverständlich ist, stellt sich bei der Einschätzung von Pflegezimmern als Kapitalanlage ganz anders dar. Viele Anbieter werben damit, dass Pflegezimmer eine ähnliche Risikostufe wie Wohninvestments haben und gleichzeitig eine sehr viel höhere Rendite liefern. Doch das ist falsch.

Pflegeimmobilien sind riskant

Mit dem Zimmer in einem Pflegeheim erwerben Anleger ein Teileigentum an einer Betreiberimmobilie und einen großen Teil Gemeinschaftsflächen. Betreiberimmobilien bergen Risiken, die bei einer Wohnimmobilie nicht existieren. Aufgrund dieser Risiken sollte die Rendite bei Pflegezimmern auch sehr viel höher sein als bei einer Wohnimmobilie.

Risiko Betreiberausfall

Das größte Risiko ist der Betreiberausfall. Daher muss vor dem Investment geprüft werden, ob die Lage auch von anderen Betreibern angenommen wird. Denn die Rendite einer Pflegeimmobilie hängt zum größten Teil vom jeweiligen Betreiber ab. Gerät er in eine wirtschaftliche Schieflage, kann der Immobilieneigentümer kaum etwas dagegen unternehmen.

Zu Problemen kommt es auch, wenn Investitionsentscheidungen zu treffen sind. Es ist bereits bei Eigentümergemeinschaften von Wohnimmobilien problematisch, Entscheidungen für sinnvolle Investitionen herbeizuführen – sei es aufgrund einer Fehleinschätzung oder schlicht durch fehlendes Kapital. Da die einzelnen Eigentümer bei einem Pflegeheim noch weniger als bei einer Wohnimmobilie beurteilen können, welche Investitionen wichtig sind, kommt es schnell zu einem gefährlichen Investitionsstau. Der Betreiber hat dann das Recht, die Pacht zu mindern und die Einnahmen der Anleger sinken.

Seite zwei: Gesetzlicher Rahmen für Pflegeimmobilien

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