5. Oktober 2015, 09:28
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Immobilienbranche diskutiert über Flüchtlingsunterkünfte

Die Suche nach geeigneten Unterkünften für Flüchtlinge ist in diesem Jahr auch auf der Immobilienmesse Expo Real ein großes Thema.

Baustelle-wohungsbau-shutt 269614259 in Immobilienbranche diskutiert über Flüchtlingsunterkünfte

In Deutschland müssen viele Wohnhäuser gebaut werden.

Mehr als 1.600 Aussteller aus zahlreichen Ländern treffen sich von diesem Montag an auf dem Münchner Messegelände. Schwerpunkt der dreitägigen Messe ist der gewerbliche Immobilienbau, zu dem Bürogebäude, Geschäftsräume, Lagerhallen oder Zweckbauten gehören. Bei einer Podiumsdiskussion am Dienstag steht die Frage nach Flüchtlingsunterkünften im Mittelpunkt.

Nachfrage nach Wohnraum steigt

Die menschenwürdige Unterbringung der Flüchtlinge stelle auch mit Blick auf den bevorstehenden Winter eine Herkulesaufgabe dar, sagt der Düsseldorfer Makler Wulff Aengevelt, der die Diskussionsrunde veranstaltet. Er geht davon aus, dass in den kommenden zehn Jahren mehr als 500.000 Wohnungen benötigt werden, um Flüchtlinge dauerhaft unterbringen zu können.

Andere Schätzungen gehen zwar von geringeren Zahlen aus. Fest steht aber, dass das Thema die Kommunen vor allem in den Ballungsräumen vor massive Probleme stellt. Hamburg hatte vor wenigen Tagen als erstes Bundesland angekündigt, leerstehende Gewerbeimmobilien auch gegen den Willen der Eigentümer als Flüchtlingsunterkünfte zu nutzen.

Dilemma der Immobilienunternehmen

Immobilienfirmen bringt das Thema allerdings in ein Dilemma: Einerseits bieten sich ihnen Geschäftschancen durch Aufträge für den Bau von Flüchtlingsunterkünften. Andererseits wehren sich die Firmen gegen den Vorwurf, mit der Verzweiflung der Menschen Geld verdienen zu wollen.

“Die Immobilienbranche wird in der Flüchtlingsdiskussion oft unter den Generalverdacht gestellt, aus der Not der Menschen ein Geschäft zu machen”, erklärte Steffen Uttich von dem Berliner Immobilienunternehmen Beos. An der Seite der Kommunen könne die Branche aber einen wesentlichen Beitrag leisten, um die Herausforderungen zu meistern.

Der Präsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, Thomas Bauer, hatte vor wenigen Wochen ein großes Bauprogramm gefordert und vorgeschlagen, die Baustandards zu senken, um den akuten Bedarf zu decken. “Warum bauen wir von den Standards her nicht wie vor 15 Jahren?” Die meisten Menschen hierzulande lebten in solchen Wohnungen. Mit den aktuellen Baustandards werde der Quadratmeter Wohnraum speziell mit Blick auf Flüchtlingsunterkünfte einfach zu teuer.

Im Gegensatz zu Containern, die nach einigen Jahren kaputt seien, könne zu Preisen etwas oberhalb von 1.300 Euro pro Quadratmeter in einfachstem Standard massiv gebaut werden. Dies seien dann Gebäude, die eine Lebensdauer von 20 bis 30 Jahren haben.

Quelle: dpa-AFX

Foto: Shutterstock.com

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 3/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Pflegevorsorge - Small Caps - Zinshäuser - Digitalisierung - Honorarberatung - Leadsgewinnung - Nachfolge-Planung

Ab dem 16. Februar am Handel.

 

Cash. 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Absolute-Return – Insurtechs – Robo Advisors – Denkmalimmobilien

Versicherungen

Gothaer: “Keine Reduzierung bei der Beratungskapazität”

Die Gothaer hat gegenüber Cash.Online bestätigt, dass der Konzern bis zum Jahr 2020 voraussichtlich 700 bis 800 Stellen streichen wird. Dem stehe allerdings eine “natürliche Fluktuation” insbesondere durch anstehende Ruhestandsübergänge gegenüber. Diese Fluktuation liege nach aktueller Schätzung bei über 500 Mitarbeitern.

mehr ...

Immobilien

Immobilienboom: Bauindustrie erreicht neue Bestmarken

Die Niedrigzinsen und der Immobilienboom haben das Neugeschäft in der deutschen Bauindustrie auf den höchsten Stand seit zwei Jahrzehnten getrieben. Vor allem der Wohnungsbau treibt das Volumen in die Höhe.

mehr ...

Investmentfonds

Inflationsraten driften in Industriestaaten auseinander

In den entwickelten Ländern dürften sich die Inflationstrends im Jahr 2017 unterschiedlich entwicklen. Dies sagt Arif Husain, Portfoliomanager und Head of International Fixed Income bei T. Rowe Price.

mehr ...

Berater

Vema: Sommerer verlässt Vorstand

Wie die Vema Versicherungs-Makler-Genossenschaft mitteilt, ist der bisherige Vorstand Stefan Sommerer auf eigenen Wunsch zum 31. Januar 2017 aus dem Gremium ausgeschieden. Er hatte die Bereiche IT und Öffentlichkeitsarbeit verantwortet.

mehr ...

Sachwertanlagen

KGAL platziert 930 Millionen Euro bei Institutionellen

Die KGAL Gruppe aus Grünwald hat im Geschäftsjahr 2016 fast 930 Millionen Euro an institutionellem Kapital eingeworben und damit das neu gezeichnete Eigenkapital gegenüber dem Vorjahr um 36 Prozent gesteigert.

mehr ...

Recht

BAG-Urteil: Witwenrente nicht nur für “jetzige” Ehefrau

Eine in Allgemeinen Geschäftsbedingungen enthaltene Klausel, mit der nur der “jetzigen” Ehefrau des Arbeitnehmers eine Hinterbliebenenversorgung zugesagt ist, benachteiligt ihn unangemessen, so das Bundesarbeitsgericht.

mehr ...