22. März 2016, 09:32

Immobilienbranche wird britisches EU-Referendum meistern

Die neue Studie „Brexit: Logic dictates“ des Immobilienberatungsunternehmens Colliers International untersucht die Auswirkungen des britischen Referendums zum EU-Ausstieg auf den Immobilienmarkt.

Brexit in Immobilienbranche wird britisches EU-Referendum meistern

Die Brexit-Debatte hat überwiegend kurzfristige Auswirkungen auf den Immobilienmarkt.

Für langfristig orientierte Investoren wie Staatsfonds und Family Offices könnte das Referendum nicht mehr als ein sprichwörtlicher Sturm im Wasserglas sein. Dagegen seien kurzfristige Anleger im Risiko. Allerdings könnten diese bei entsprechender Risikobereitschaft kurz vor der Volksabstimmung zu günstigen Preisen kaufen.

Brexit ist unwahrscheinlich

Susanne Kiese, Head of Research bei Colliers International in Deutschland meint, dass nach aktuellen Umfragen ein Verbleib Großbritanniens in der EU das wahrscheinlichste Ergebnis sei. Sollte sich die Einschätzung bestätigen, werde der Immobilieninvestmentmarkt in Großbritannien im dritten Quartal 2016 deutlich an Dynamik gewinnen, die sich bis zum traditionell starken Jahresende fortsetzen könnte.

“Aber bereits jetzt sind Anzeichen von Verunsicherung und einer abwartenden Haltung der Investoren  erkennbar. Und das zu einem Zeitpunkt im Immobilienzyklus mit absoluten Spitzenpreisen. Opportunistische Investoren, die im Moment größter Unsicherheit agieren, könnten von dieser zunehmenden Instabilität allerdings profitieren, da nach dem Referendum am 23. Juni Renditekompressionen von bis zu 50 Basispunkten zu erwarten sind”, so Kiese.

Kurzfristige Investoren stärker betroffen

Der Colliers-Report zeigt zudem, dass der Londoner Mietmarkt, viel stärker von der Weltwirtschaft beeinflusst werde als regionale Immobilienmärkte. Zudem hätten nationale Wahlen in den einzelnen Ländern Europas bislang nur geringen Einfluss auf das Transaktionsgeschehen des jeweiligen Investmentmarktes.

Der jährliche Global Investor Outlook von Colliers mache deutlich, dass Immobilien-Fundamentaldaten und die Verfügbarkeit von Finanzierungen für Investoren in ihrer Kalkulation stets wichtiger seien als Länderrisiken. Das gelte auch für die Zeit der europäischen Schuldenkrise. Daher seien vor allem kurzfristig orientierte Investoren am stärksten von plötzlichen, politischen Ereignissen betroffen.

Brexit schwächt Finanzmärkte

Sollte Großbritannien in der EU verbleiben, und werte man die Erkenntnisse aus dem schottischen Referendum als richtungsweisend, dürfte auf die Schwächephase vor der Abstimmung eine deutliche Erholung im Immobiliensektor folgen.

“Ein Brexit könnte zu einer politischen Zersplitterung Großbritanniens genau in dem Moment führen, in dem politische Einigkeit besonders wichtig wäre. Die Finanzmärkte würden natürlich entsprechend negativ reagieren, was sich deutlich auf den Markt für britische Gewerbeimmobilien auswirken würde. Sehr langfristig denkende Anleger dürfte es weniger beeinflussen, doch kurzfristige Investoren wären dann nicht mehr in der Lage, Exit-Strategien zu entwickeln. Daher würden sie ihre Aktivität einschränken”, so Kiese abschließend. (kl)

Foto: Shutterstock

 


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