Luxus-Apartments verteuern Studentenwohnungen

Alleine wohnen wird für Studenten zum Luxus, besonders in München, Ulm und Stuttgart. Das ergibt der Mietpreis-Check Unistädte von Immowelt.

In vielen Städten ist das Leben in Singlewohnungen für Studenten bereits zu teuer.

In München koste der Quadratmeter in einer Singlewohnung im Median 22,70 Euro (Median). Für einzelne Objekte mit exklusiver Ausstattung in bester Lage würden sogar Preise von über 40 Euro pro Quadratmeter verlangt. Damit sei die bayerische Landeshauptstadt mit Abstand die teuerste Unistadt.

Dahinter folgen laut Immowelt Ulm (16,90 Euro) und Stuttgart (15,50 Euro). Auch in anderen beliebten Unistädten wie Freiburg (13,30 Euro), Köln und Potsdam (jeweils 12 Euro) oder Hamburg (11,90 Euro) würden Vermieter für kleine Wohnungen hohe Mieten verlangen.

Luxus-Apartments treiben die Preise nach oben

Ein Grund für den starken Anstieg seien immer mehr teure möblierte Mikroapartments auf den Markt. Deren Vermieter hätten vor allem gutverdienende Pendler im Visier. Aus Mangel an günstigen Alternativen müssten immer mehr Studenten zumindest vorübergehend auf diese Apartments zurückgreifen. Die Zunahme von Luxus-Apartments lasse sich vor allem in Städten beobachten, in denen neben einer oder mehreren Hochschulen auch große Unternehmen und wichtige Institutionen ansässig sind.

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In den bereits teuersten Städten seien die Mietpreise deshalb im Vergleich zum vorausgegangenen Sommersemester noch einmal gestiegen. Die Preise in München seien um 21 Prozent geklettert, in Ulm hätten sich Mieten um 36 Prozent verteuert und in Stuttgart um 16 Prozent.

Starke saisonale Schwankungen in kleinen Städten

Besonders starke Mietanstiege bei den Singlewohnungen im Vergleich zum Vorsemester zeigten sich laut Immowelt auch in Siegen, wo die Preise um 36 Prozent auf elf Euro pro Quadratmeter gestiegen sind, und Potsdam (plus 38 Prozent auf zwölf Euro).

Die brandenburgische Landeshauptstadt hätte bei allen Wohnungsgrößen steigende Mieten verzeichnet– hochpreisige möblierte Apartments spielten aber auch hier eine Rolle. In Siegen hingegen ließe sich der Preisanstieg eher darauf zurückführen, dass zum Wintersemester das Wohnungsangebot durch eine große Zahl an Studienanfängern knapp werde. Solche saisonalen Engpässe betreffe vor allem kleinere Städte, bei denen die studentische Nachfrage stark ins Gewicht fällt.

Preiswerte Singlewohnungen

Günstig alleine wohnen könnten Studenten hingegen in Kiel (8,30 Euro, plus vier Prozent), Rostock (6,50 Euro, minus zwei Prozent), Dresden (7,80 Euro, plus vier Prozent), Leipzig (sieben Euro, plus drei Prozent) und Chemnitz mit einem Quadratmeterpreis von 5,40 Euro (plus 4 Prozent).

Untersucht wurden die Mieten von Wohnungen mit bis zu 40 Quadratmetern in 65 deutschen Unistädten. Dabei wurde das Wintersemester 2015/2016 mit dem vorausgegangenen Sommersemester 2015 verglichen. (kl)

Foto: Shutterstock

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