1. Februar 2016, 08:54

Der Boom geht weiter

Kaufpreise und Mieten sind in Deutschland in den letzten Jahren rasant gestiegen. Um Mieter zu schützen, hat der Gesetzgeber die Mietpreisbremse eingeführt. Das Internet-Portal Immobilienscout24 hat untersucht, wie das Gesetz wirkt.

Mietwohnungen-berlin in Der Boom geht weiter

Berlin: In der Bundeshauptstadt gilt die Mietpreisbremse

Gute Infrastrukturen, ein reichhaltiges Jobangebot und attraktive kulturelle Angebote: Großstädte sind als Wohnort gefragt, und zwar nicht nur bei jungen Menschen. Auch Senioren schätzen kurze Wege und gute Einkaufsmöglichkeiten.

Hohe Nachfrage, hohe Preise

Die hohe Nachfrage nach Wohnraum drückt Kauf- und Mietpreise in Deutschland stetig nach oben. Laut einem aktuellen Marktreport von Immobilienscout24 sind die Kaufpreise für Wohnhäuser in den letzten fünf Jahren um 19 Prozent gestiegen. Wohnungen verteuerten sich im gleichen Zeitraum um 37 Prozent. Die Mietpreise sind um 16 Prozent gestiegen. Am stärksten kletterten sie in mittelgroßen Städten. Würzburg ist mit 34 Prozent Spitzenreiter, gefolgt von Wolfsburg und Ingolstadt mit je 31 Prozent.

“Moderate Preisniveaus und wirtschaftlich positive Rahmenbedingungen führen zu enormen Preissteigerungen. Denn attraktive Unternehmen ziehen Arbeitnehmer an, wodurch die Nachfrage am Immobilienmarkt steigt”, erklärt Jan Hebecker, Leiter Märkte und Daten bei Immobilienscout24. Das treffe vor allem auf Wolfsburg zu. Die gute Automobilkonjunktur trage wie in Ingolstadt und Augsburg zu einer deutlichen Steigerung der Immobilienpreise bei.

“Die Preise in diesen Städten können sich viel stärker entwickeln, da das Ausgangsniveau noch deutlich niedriger ist als in anderen prosperierenden Regionen”, ergänzt Hebecker.

Gesetzgeber führt Preisdeckel ein

Angesichts dieser Entwicklungen sah sich der deutsche Gesetzgeber veranlasst, eine Mietpreisbremse einzuführen. Seit dem 1. Juni 2015 können die Bundesländer Mieten in Gebieten mit angespanntem Wohnungsmarkt deckeln. Werden Bestandsimmobilien wiedervermietet, darf die Miete höchstens auf das Niveau der ortsüblichen Vergleichsmiete zuzüglich zehn Prozent angehoben werden, es sei denn, die zuvor verlangte Miete lag bereits darüber.

Bisher haben neun Bundesländer die Mietpreisbremse beschlossen: Nach Berlin im Juni folgten Nordrhein-Westfalen und Hamburg im Juli, Bayern im August, Rheinland-Pfalz im September, Baden-Württemberg im November sowie Bremen, Hessen und Schleswig-Holstein im Dezember.

So weit, so gut. Doch erfüllt die Mietpreisbremse ihren Zweck? Kurz nach der Einführung ist es sicherlich noch zu früh, ein abschließendes Urteil zu fällen. Erste Trends können jedoch ausgemacht werden. Immobilienscout24 hat sich der Sache angenommen und im Rahmen des Immobilienreports die derzeitige Preisentwicklung in den Berliner Bezirken Kreuzberg, Friedrichshain und Neukölln für Objekte verschiedener Baujahre untersucht.

Seite zwei: In Berlin-Kreuzberg sinken die Mieten


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