27. Januar 2016, 14:24

Ostdeutsche Städte wachsen wieder

Seit 2012 verzeichnet Ostdeutschland einen Bevölkerungszuwachs. Das Gefälle zwischen den Wachstums- und Schrumpfregionen wird dadurch jedoch immer größer. Dies ist das Ergebnis einer Studie des Berlin Instituts für Bevölkerung und Entwicklung.

 

Shutterstock 3296673203 in Ostdeutsche Städte wachsen wieder

Besonders die Universitätsstädte ziehen junge Menschen an.

85 Prozent der Gemeinden erlebten zwischen 2008 und 2013 eine Nettoabwanderung, so die Studie “Im Osten auf Wanderschaft: Wie Umzüge die demografische Landkarte zwischen Rügen und Erzgebirge verändern”. Einen Bevölkerungszuwachs hingegen erlebten insbesondere Städte wie Leipzig, Dresden, Jena, Erfurt und Potsdam. Vor allem junge Menschen, die einen Ausbildungs- oder Studienplatz suchen, ziehe es in diese Städte. Oft verblieben sie auch nach ihrer Ausbildung dort, weil der Arbeitsmarkt attraktiver geworden sei.

“Gerade die neuen Bundesländer brauchen diese Zentren, die sich wirtschaftlich wie demografisch dynamisch entwickeln”, so Reiner Klingholz, Direktor des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung. “Sie können als wichtige Wachstumsmotoren bei ansonsten rückläufigen Einwohnerzahlen wirken und sollten weiter gestärkt werden.”

Während ländliche Regionen durch diese Entwicklung von einem Bevölkerungsrückgang bedroht sind, könnten sich mittelgroße Städte in schrumpfenden Regionen gut stabilisieren. Als lokale Versorgungszentren böten sie kurze Wege zu Ärzten, Apotheken, Geschäften, Restaurants oder kulturellen Einrichtungen.

Damit seien sie für die Lebensqualität der gesamten Region wichtig und würden Ruheständler aus dem Umland anziehen. „Die Städte sollten sich dabei nicht scheuen, ihr altersfreundliches Umfeld nach außen zu vermarkten“, rät Manuel Slupina, Hauptautor der Studie. Ein Zuzug von Älteren bedeute eine verstärkte Nachfrage nach Dienstleistungen und damit auch nach Arbeitnehmern.

Flüchtlinge könnten ebenfalls dabei helfen, den Bevölkerungsrückgang zu stoppen. „Wo sich Flüchtlinge dauerhaft niederlassen, könnten Schulen vor der Schließung bewahrt werden, neue Geschäfte oder kleine Unternehmen entstehen und Leerstand würde zu Wohnraum“, so Klingholz. Die Integration in Gemeinschaften, die in Vereinen organisiert sei und wo man sich gegenseitig kenne und unterstütze, sei einfacher als im anonymen städtischen Umfeld. (kl)

Foto: Shutterstock


Aktuelle Beiträge
Folgen Sie uns:
Aktuelle Beiträge aus dem Ressort Immobilien


Topaktuelle Themen auf der Startseite


Cash.Aktuell

Cash. 06/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Aktiv versus passiv  –Versicherungen für Immobilien –Luftfahrtmarkt – Marktreport Anlageimmobilien


Ab dem 19. Mai im Handel.

Rendite+ 2/2016 "Altersvorsorge"

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Fonds- und Indexpolicen – Dividendenfonds – Zinshäuser – Robo-Advisors


Ab dem 12. Mai im Handel.

Ihre Meinung

Mehr Cash.

Versicherungen

Pharmaindustrie beschwert sich bei Gröhe über GKV

Die Pharmaindustrie hat sich bei Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) über den Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) beschwert. So wirft der Verband Forschender Arzneimittelhersteller (vfa) den Kassenvertretern vor, mit falschen Fakten über Arzneimittel die Patienten zu verunsichern.

mehr ...

Immobilien

Ein Jahr Bestellerprinzip: Weniger Makler betroffen als erwartet

Nach einer Umfrage von Immowelt sind weniger Immobilienmakler vom Bestellerprinzip betroffen als vor der Einführung angenommen. Mehr als die Hälfte der Makler bezweifelt, dass die Regelung die Mieter merklich entlastet hat.

mehr ...

Investmentfonds

Ölsektor droht größere Korrektur

„Rohstoffe kamen in der vergangene Woche kaum von der Stelle. Verluste im Energie- und insbesondere Edelmetallsektor wurden durch Gewinne bei Industriemetallen und Agrarrohstoffen ausgeglichen“, sagt Ole Hansen, Rohstoffexperte bei der Saxo Bank.

mehr ...

Berater

Politisches Europa: Schicksal wie Sandburgen am Meer?

Europa steckt tief in der Krise, zunächst wirtschaftlich. Das seit dem Vertrag von Lissabon 2007 erzählte Märchen, wonach die EU die wachstumsstärkste Region der Welt werde, hat bislang kein Happy End gefunden. Die Eurozone stagniert vielmehr. Die Halver-Kolumne

mehr ...

Sachwertanlagen

Reeder wechseln nach Reform zurück zur deutschen Flagge

Nach einer finanziellen Entlastung durch den Gesetzgeber hissen Reeder wieder die deutsche Flagge, wie der Verband Deutscher Reeder (VDR) in Hamburg mitteilt.

mehr ...

Recht

BU: Keine Beraterhaftung bei Falschangaben

Nach einer Entscheidung des Landgerichts Krefeld, kann die Vermittlerhaftung trotz fehlgeschlagener Umdeckung einer Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) ausgeschlossen sein (Urteil vom 17. Dezember 2015 – 3 O 29/15 – VertR-LS). Grund: Mitverschulden.

mehr ...