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9. Juni 2009, 00:00
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Bärenmarkt oder doch Trendwende?

Der jüngste Aufschwung an den Weltbörsen wurde lange kritisch als Bärenmarktrallye bewertet. Doch mittlerweile mehren sich die Anzeichen für einen nachhaltigen Trend. Einige Fachleute machen in ihren aktuellen Marktausblicken bereits Mut, dass die Rezessions-Kuh langsam vom Eis kommt und die Aktienhausse anhalten könnte. Doch nach wie vor sind auch skeptische Stimmen zu vernehmen.

Pioneer erwartet deutliche US-Markterholung

Zu den Optimisten zählt beispielsweise Value-Investor James Cullen, der für die Investmentgesellschaft Pioneer den Fonds ?North American Basic Value? verwaltet. Er prognostiziert eine dauerhafte Erholung am US-Aktienmarkt. ?Nach einem Kursrückgang von 56 Prozent und einer Anpassung der Gewinne nach unten stehen die Chancen gut, dass langfristig orientierte Anleger während der nächsten fünf Jahre zweistellige Jahresrenditen erzielen können?, erklärt Cullen.

Seine Zuversicht begründet der Pioneer-Manager mit den aktuellen Daten des Standard-&-Poor?s-500-Index. Der Vergleich mit historischen Verläufen des breiten US-Kursbarometers zeige, dass auf andauernde Bärenmärkte jeweils stark positive Kursentwicklungen folgten. ?Der S-&-P-500-Index hat zwischen Herbst 2007 und Frühjahr 2009 über die Hälfte seines Wertes eingebüßt und bietet nun wieder die Basis für einen Aufschwung?, so Cullen weiter.

Deka-Makro-Research misstraut Aktienrallye

Skeptisch wird die Hausse an den Weltbörsen dagegen vom Makro Research der Dekabank bewertet. ?Mit zunehmender Dauer der Aufwärtsbewegung rückt die Frage der Nachhaltigkeit in den Vordergrund?, schreiben die Analysten des Fondsanbieters der Sparkassen im aktuellen Marktkommentar. Mit einer Korrektur sei zu rechnen.

Auch wenn sie nicht glauben, dass sich die Realwirtschaft in dem Tempo erholt, dass der Aktienmarkt vorzugeben scheint, machen die Deka-Volkswirte dennoch Hoffnung hinsichtlich der konjunkturellen Entwicklung. Ihrer Einschätzung nach hellen sich die Aussichten für die Weltwirtschaft und damit für die Unternehmensgewinne derzeit deutlich auf. Die globale Rezession befinde sich in ihren letzten Zügen. Darauf ließen die jüngst von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD veröffentlichten Frühindikatoren schließen.

Der OECD Composite Leading Indicator (OECD CLI), in dem die Länderindizes der einzelnen Mitgliedsländer gewichtet werden, kletterte im April um 0,5 Prozent. Damit verbuchte das Barometer den ersten Anstieg seit Mai 2007 und den kräftigsten seit Dezember 2003.

Deutsche Exporte im April weiter eingebrochen

Verhaltener äußern sich die Researcher des Privatbankhauses Metzler. Der Welthandel laufe aufgrund der Wirtschaftkrise noch immer nicht rund, heißt es im aktuellen Marktausblick. Das bekomme besonders das exportabhängige Deutschland zu spüren. ?Die kommenden Monate dürften von einer volatilen Seitwärtsbewegung geprägt sein?, erklärt Metzler-Investmentanalyst Eugen Keller.

Tatsächlich sind die Ausfuhren deutscher Unternehmen im April erneut rückläufig gewesen und im Vergleich zum März um 4,8 Prozent gesunken, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden anhand vorläufiger Berechnungen mitteilte. Auf Jahressicht brachen die Exporte demnach sogar um 28,7 Prozent ein. (hb)

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