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27. Oktober 2009, 21:46
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Die richtige Wahl?

Deutschlandfonds erfreuen sich bei heimischen Anlegern trotz mäßiger Ergebnisse größter Beliebtheit. Wirtschaftsaufschwung und neue Regierung sollen die Performance pushen.

Kanzleramt2 in Die richtige Wahl?

Text: Marc Radke

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Diese Weisheit haben auch deutsche Fondsanleger verinnerlicht. Vier von fünf lassen ihr Vermögen in hiesigen Gefilden arbeiten. Nach einer aktuellen Studie der Nürnberger Gfk Marktforschung im Auftrag des Fondsanbieters Schroders legen nicht weniger als 82 Prozent der Befragten ihr Kapital in Deutschland an.

Nicht einmal ein Drittel diversifiziert auch über andere europäische Märkte. Die Vereinigten Staaten von Amerika kommen ebenso wie die aufstrebenden Schwellenländer nicht über einen einstelligen Prozentsatz hinaus.

Von Angst geleitet

Fonds mit deutschem Anlageuniversum profitieren davon. Das Münchener Analyse- und Ratinghaus Morningstar ermittelt ein durchschnittliches Volumen von knapp 220 Millionen Euro pro Heimatportfolio. Alles in allem verwalten die zurzeit 128 Deutschlandfonds Assets in Höhe von mehr als 28 Milliarden Euro.

Warum fällt der sogenannte Home Bias, die Konzentration auf heimische Investments, so stark aus? „Der Finanzmarkt ist derzeit von großen Unsicherheiten und den globalen Effekten der Wirtschaftskrise geprägt. Das hat zu einer spürbaren Zurückhaltung der Verbraucher beigetragen“, erklärt Achim Küssner, Geschäftsführer Schroder Investment Management in Deutschland und der Schweiz. Nicht weniger als 60 Prozent der Kapitalanleger sind davon überzeugt, dass es riskanter ist, international zu investieren, als Geld in Deutschland anzulegen. Nur fünf Prozent glauben, dass eine internationale Streuung vorteilhaft für die Wertentwicklung ist.

Die Statistik spricht indes eine andere Sprache. So hatten im August die deutschen Aktienmärkte gemessen am MSCI Germany im internationalen Vergleich die mit Abstand größten Verluste auf Jahressicht hinzunehmen. Nahezu 25 Prozent Minus stehen etwa einem Abschlag von 21 Prozent in Europa beziehungsweise 15 Prozent in den USA gegenüber. Die chinesischen Börsen lieferten dagegen eine positive Performance von vier Prozent ab, die indischen schafften sogar mehr als fünf Prozent Rendite.

Langer Atem gefragt

Auf längere Sicht war die Leistung der in Deutschland anlegenden Fonds – das richtige Timing vorausgesetzt – durchaus dazu angetan, ihre Anteilseigner zu erfreuen. Rund 5,5 Prozent haben die Heimat-Portfolios seit 2004 im Schnitt jährlich zugelegt. Über ein Jahrzehnt sieht das Resultat nicht ganz so rosig aus. Gerade einmal eine schwarze Null steht als Mittelwert zu Buche. Die katastrophalen Börsencrashs zur Jahrtausendwende und nach der Lehman-Pleite ließen nur selten bessere Ergebnisse zu.

Als glorreiche Ausnahme erzielte etwa der Allianz Nebenwerte der Frankfurter Fondsgesellschaft Allianz Global Investors im Mittel 7,8 Prozent pro Jahr. Lenker des 1996 lancierten Vorzeigeportfolios ist Frank Hansen, der im Juni auch den Cominvest Adiselekt, mit zwölf Prozent jährlicher Rendite Spitzenreiter im Ranking über den halben Zeitraum, unter seine Fittiche genommen hat. Die Fondstochter des Allianz-Konzerns hatte erst zum Jahreswechsel den ebenfalls in Frankfurt ansässigen Wettbewerber Cominvest übernommen.

Der bisherige Adiselekt-Manager Ralf Walter wird sich zukünftig um Hedgefonds kümmern. Eine Fusion der beiden Nebenwerte-Fonds, die sich letztlich nur leicht durch ihre Benchmark unterscheiden, ist auf Dauer nicht ausgeschlossen.

Hansens neues Baby Adiselekt jedenfalls performte in den vergangenen fünf Jahren seinen aus den Indizes MDax, TecDax und SDax zusammengestellten Maßstab locker aus, in guten wie in schlechten Zeiten. Investments in Dax-Unternehmen oder gar Dax-Indexfonds sind für den AGI-Fondsmanager absolut tabu: „Halbleiterhersteller Infinion haben wir verkauft, als das Unternehmen in den Blue-Chip-Index aufgestiegen ist.“ Zuvor hatte das Münchener Hightech-Haus mit 5,66 Prozent noch den größten Posten im Portfolio ausgemacht.

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