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12. Januar 2009, 00:00
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Schroders: Finanzmärkte trotz Kreditkrise vor Trendumkehr

Die anhaltende Kreditkrise zwingt Unternehmen zu Produktionseinschränkungen und Stellenabbau, so Keith Wade, Chefvolkswirt der britischen Fondsgesellschaft Schroders, in seinem jüngsten Marktausblick. Dennoch rechnet er mit einer Trendumkehr an den Finanzmärkten noch in diesem Jahr.

Realwirtschaft: Kein guter Start ins neue Jahr

Das neue Jahr starte mit schwachen Aussichten für die Wirtschaft, mittlerweile gebe es Anzeichen dafür, dass die Konjunktur sich weiter abschwäche und auf industrieller Ebene zu Stellenabbau führe, so Wade weiter. Zwar rechnen der Experte und sein Team insgesamt weiterhin mit einem weltweit positiven Wachstum, das größtenteils dem Beitrag der Schwellenländer zu verdanken sei, doch bewerten die Researcher diesen Zuwachs als unbedeutend.

Da die Kreditvergabe effektiv immer noch eingefroren sei, stelle die Finanzierung ein großes Problem dar. Viele Unternehmen suchten nach Möglichkeiten, wie sie unter Umgehung der Banken ihr Überleben sichern können. Dies führe zu Einschränkungen bei den Ausgaben und Stellenabbau.

Finanzierungssituation bleibt kritisch

Als Folge der erschwerten Finanzierungsbedingungen glauben die Schroders-Analysten an weitere Anstiege bei den Neuemissionen von Unternehmensanleihen. Nach jüngsten Zahlen hätten Unternehmen außerhalb des Finanzsektors in Europa bereits seit November Papiere im Wert von über 50 Milliarden US-Dollar auf den Markt gebracht. Dieser Trend halte auch in 2009 an. Firmen, die sich auf diese Weise finanzieren, schätzt Wade als sehr viel sicherer ein als solche, die sich zu spät um Kapital bemühen.

Leichte Erholung für die Realwirtschaft erwartet das Schroders-Team im Jahr 2010. Dann dürften die Bemühungen der weltweiten Regierungen und Zentralbanken, die am Boden liegende Konjunktur wiederzubeleben, Wirkung zeigen.

Finanzmärkte haben den Boden erreicht

An den Finanzmärkten rechnet Wade bereits in diesem Jahr mit einer Trendumkehr, da diese bereits am Boden seien und nicht mehr so stark auf negative Nachrichten reagieren. Zudem seien die Kurse derzeit günstig und böten gute Chancen für Schnäppchenjäger. Darüber hinaus steigere der Aktionismus des künftigen US-Präsidenten Barack Obama in Kombination mit den laufenden Anstrengungen der Zentralbanken der Welt das Anlegervertrauen deutlich.

Die Schroders-Spezialisten erwarten, dass sich die Anleger langsam wieder riskanteren Anlageklassen wie Aktien und Unternehmensanleihen zuwenden. Die Maßnahmen der Zentralbanken drückten unter anderem auch die Renditen der sicheren Anlageklassen auf langjährige Tiefstände. Bei so niedrigen Zinssätzen könnten viele Anleger gezwungen sein, sich wieder auf den Markt zu wagen, um ihre Einnahmen zu aufzubessern. (hb)

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