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1. Juli 2010, 13:10
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Ökoworld: “Best in Class darf kein Freifahrtschein sein”

Haben Erdöl-Aktien etwas in Nachhaltigkeits-Portfolios verloren? Cash. sprach mit Ralph Prudent, dem Vertriebsgeschäftsführer der Fondsgesellschaft Ökoworld Lux, über die Ölpest im Golf von Mexiko und über die Nachhaltigkeit von Unternehmen wie BP.

Ralph Prudent KOWORLD-127x150 in Ökoworld: Best in Class darf kein Freifahrtschein sein

Ralph Prudent

Cash.: Wie ist das Anlageuniversum des Fonds Ökoworld Ökovision Classic definiert, fallen Öl-Aktien per se heraus oder wie ist der Fonds in diesen Titeln investiert?

Prudent: Entsprechend der Anlagekriterien investiert der Fonds nicht in Unternehmen, die Raubbau an natürlichen Ressourcen betreiben oder dazu beitragen. Dazu zählt natürlich die Erdölindustrie. Zudem verursacht die Förderung und Weiterverarbeitung nicht erneuerbarer Rohstoffe wie Öl seit jeher sehr schwerwiegende Umweltbelastungen. Unternehmen, die diese Rohstoffe fördern sind nicht investierbar. Immer dann, wenn Rohstoff-Effekte eine wesentliche Rolle in der Supply Chain eines Produkts spielen, beeinflusst dies die Bewertung des Produkts zudem wesentlich. Bewertet wird dann vor allem, welche Änderungen beim Produktdesign oder beim Rohstoffbezug die Unternehmen vornehmen, um die negativen Auswirkungen der Supply Chain ihrer Produkte ganz zu vermeiden oder zumindest abzumildern.

Cash.: Der Ökoworld Ökovision Classic wird 15 Jahre alt. War er schon immer erdölfrei?

Prudent: BP war zu keinem Zeitpunkt im Fonds vertreten. Unter dem Label “Nachhaltigkeitsfonds” wird gerne der Best-in-Class-Ansatz angewandt. Das ist bei Ökoworld ausgeschlossen. Bei diesem Best-in-Class -Modell wird nur der Branchenstandard gemessen, so dass auch “das beste Unternehmen unter den Schlechten” die Chance hat ins nachhaltige Portfolio aufgenommen zu werden. So landet auch schon mal eine BP wegen ihres Umwelt- und Risikomanagements in Best-in-Class-Portfolios, obwohl Erdöl grundsätzlich nicht ohne schwerwiegende Umweltbelastungen gefördert werden kann. Dadurch wird der Eindruck vermittelt, als sei es dauerhaft „damit getan“, Belastungen, relativ betrachtet, so gering wie möglich zu halten, selbst dann, wenn sie, absolut betrachtet, zu hoch bleiben. Trauriger Beleg ist jetzt eben die größte von Menschenhand verursachte Umweltkatastrophe außerhalb eines Krieges, die wir derzeit im Golf von Mexico erleben müssen. Wir investieren in die Unternehmen, die Lösungen für die künftigen Herausforderungen bieten und suchen nicht den Einäugigen unter den Blinden.

Seite 2: “Ölindustrie kategorisch aus Nachhaltigkeitsfonds ausschließen”

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