Anzeige
30. April 2010, 12:17
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Unser täglich Griechenland gib uns heute. Was kommt morgen?

Die Halver-Kolumne

Griechenland kommt für drei Jahre in den Genuss des Füllhorns. Das haben wir im März zugesagt. Da müssen wir jetzt durch.

Robert-Halver- -B Rse-204 240-127x150 in Unser täglich Griechenland gib uns heute. Was kommt morgen?

Cash.-Kolumnist Robert Halver

Es ist zu hoffen, dass das deutsche Hilfspakets nicht zur Befriedigung von Südkurven und Stammtischen zerredet wird. Wir brauchen keine weiteren eurosklerotischen Irritationen, die die Märkte weiter verunsichern, sondern Entspannung.

Übrigens bedeutet die vielfach eingeforderte Bankenbeteiligung zu Ende gedacht auch, dass die sich in Staatsbesitz oder unter Staatsführung befindenden Banken Commerzbank und Hypo Real Estate zur Kasse gebeten werden, also wir die Steuerzahler.

Wie geht es jetzt mit Hellas weiter? De facto werden die Griechen vom Finanzmarkt und seinen hohen Zinsen abgekoppelt, also in Watte gepackt, um ihnen die Möglichkeit zu geben, stabilitätspolitisch vom Saulus zum Paulus zu werden. Damit hat man auf der Zeitschiene eine Schlacht gewonnen.

Den Krieg zu gewinnen ist aber eine Aufgabe ganz anderen Kalibers. Dabei bestehen erhebliche Risiken. Die Finanzmärkte werden wie die Geier beobachten, ob die Griechen zügig die geforderten scharfen Stabilitätsmaßnahmen ergreifen. Die griechische Politik sieht sich also genötigt, das Land sehenden Auges in die Rezession zu führt? Wäre das nicht so, als erhielte man die blauen Pillen erst nach vorhergehender Entmannung? Wie können wir überhaupt ohne politische Union Druck bei Versäumnissen ausüben?

Eine weitere Gefahr ist, dass der griechischen Wirtschaft aus Risikoaversion ausländische Aufträge verloren gehen und damit die Wirtschaftssubstanz weiter verschlimmert wird. Das ohnehin größte Problem ist die Strukturschwäche der Wirtschaft, die eine Hartwährung wie den Euro kaum aushalten kann.

Hilfsmaßnahmen sind keine Sparanreize

Eigentlich müssten die griechischen Sirenen den betörenden Gesang der konjunkturstabilisierenden Abwertung erklingen lassen. Denn eine Kernsanierung im Euro-Korsett kostet viel Zeit und Geld. Grundsätzlich sind die geplanten Hilfsmaßnahmen wohl kaum Sparanreize in anderen Ländern, die im Falle eines Falles auch auf das Mutter Theresa-Prinzip – sozusagen aus Gerechtigkeitsgründen – hoffen können.

Schlimmstenfalls wäre damit der ursprüngliche Stabilitätspakt mausetot und die Haftungsunion quicklebendig. Viele halten diesen Regelbruch für angemessen oder zeitgemäß. Ist es denn auch zeitgemäß, in einer Beziehung ab einer bestimmten Faltentiefe den Treueschwur zu lockern?

Auf Seite 2 erfahren Sie, wie wir den Euroraum retten können.

Weiter lesen: 1 2

2 Kommentare

  1. “Griechenland akzeptiert trotz heftiger Proteste in der Bevölkerung ein Sparprogramm des IWF in Höhe von 24 Mrd. Euro. (*Stand Basispunkte: 30.04.2010, 12 Uhr)”

    Damit dürfte die erste Panik fast im Keim erstickt worden sein und es kann wieder alles seinen gewohnten Gang gehen.

    Sind die Kredite erstmal raus und Griechenland arbeitet an sich, gerät es in Vergessenheit und die Auswirkungen auf die Börse und die Märkte reduzieren sich auf ein absolutes Minimum!

    Onassis

    Kommentar von Onassis — 30. April 2010 @ 15:55

  2. […] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Cash.-Magazin, Mark Förster erwähnt. Mark Förster sagte: Unser täglich Griechenland gib uns heute. Was kommt morgen?: Die Halver-Kolumne Griechenland komm… http://bit.ly/b25Ln3 … #versicherung […]

    Pingback von Tweets die Unser täglich Griechenland gib uns heute. Was kommt morgen? - Cash. Online: News- und Serviceportal für Finanzdienstleistungen erwähnt -- Topsy.com — 30. April 2010 @ 13:06

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 4/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Tech-Aktien – Fondspolicen – Baufinanzierung – Frauen in der Finanzberatung

Ab dem 16. März im Handel.

Cash. 3/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Pflegevorsorge - Small Caps - Zinshäuser - Digitalisierung - Honorarberatung - Leadsgewinnung - Nachfolge-Planung

Versicherungen

Krankenkassen geben mehr für freiwillige Angebote aus

Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen für freiwillige Leistungen haben sich in den vergangenen vier Jahren fast verdoppelt. Das geht nach einem Bericht der “Berliner Zeitung” (Mittwoch) aus Daten des Bundesgesundheitsministeriums hervor, die die Linken-Gesundheitspolitikerin Birgit Wöllert angefordert hat.

mehr ...

Immobilien

Vorgeschobener Eigenbedarf: Mieter steht Schadensersatz zu

Ein Mieter, dem aufgrund von Eigenbedarf gekündigt wurde, klagte vor mehreren Instanzen auf Schadensersatz, da der Vermieter die Wohnung nach seinem Auszug nicht wie angekündigt nutzte. Der Bundesgerichtshof (BGH) gab dem Kläger in einem Urteil am Mittwoch Recht.

mehr ...

Investmentfonds

Münchener Rück erwartet Brexit-Schaden für UK-Wirtschaft

Der Rückversicherer Munich Re erwartet in den nächsten zwei Jahren einen deutlich spürbaren Brexit-Schaden für die britische Konjunktur.

mehr ...

Berater

Finanzierung für Selbstständige und Unternehmer

Für Selbstständige und Freiberufler ist es deutlich schwieriger, einen Kredit zu erhalten als für Angestellte. Aber es gibt nicht nur den klassischen Bankkredit. Wer bei der Kreditanfrage von seiner Hausbank eine Absage erhält, kann zu anderen Mitteln greifen. Wir zeigen auf, welche Alternativen es gibt.

mehr ...

Sachwertanlagen

Offshore-Strom legt deutlich zu

Lange fehlten oft die Verkabelungen, um den aus See produzierten Strom an Land zu bringen. Doch jetzt scheinen die Offshore-Windparks ihren Beitrag zur Stromerzeugung in einem deutlich größeren Umfang zu leisten.

mehr ...

Recht

Makler oder Mehrfach-Agent? Versicherungsnehmer ist beweisbelastet

Für die Behauptung, ein Versicherungsvermittler, der die Antragsfragen aufgenommen hat, sei als Mehrfach-Agent tätig geworden, ist der Versicherungsnehmer beweisbelastet. Dies entschied das Oberlandesgericht Dresden in einem aktuellen Urteil.

mehr ...