Anzeige
Anzeige
7. Juli 2011, 10:42
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

ACM Bernstein: “Rentenindizes als Messlatte ineffizient”

Die Fondsgesellschaft ACM Bernstein hält die Benchmarkorientierung von Rentenportfolios angesichts einer wahrscheinlich bevorstehenden Zinssteigerungsperiode nicht mehr für zeitgemäß. Cash. sprach mit CIO und Rentenchef Douglas J. Peebles.

Acm-bernstein-doug-peebles in ACM Bernstein: Rentenindizes als Messlatte ineffizient

Douglas J. Peebles

Cash.: Was ist falsch an einer Benchmarkorientierung im Rentenbereich?

Peebles: So sinnvoll Anleiheindizes als Momentaufnahme der Rentenmärkte auch sein mögen, als Modellportfolios sind sie ineffizient und zwingen Anleger zu viele Kompromisse auf. Wer bereit ist, sich von Indizes zu befreien, dürfte künftig seinen risikoadjustierten Ertrag deutlich verbessern können. Das Problem fast aller Anleiheindizes ist die Gewichtung nach Marktkapitalisierung. Deshalb spielen Staaten oder Unternehmen, die mehr Schuldtitel emittieren, in den Indizes eine größere Rolle, sodass Emittenten mit aufgeblähten Bilanzen in den Portfolios indexgebundener Anleger unangemessen stark vertreten sind.

Cash.: Indizes verändern sich im zeitlichen Ablauf. Was bedeutet das für Anleger?

Peebles: Veränderungen der Charakteristik und der Zusammensetzung von Indizes stellt eine echte Herauforderung dar. US-Staatsanleihen etwa waren 1990 im heutigen Barclays Capital US Aggregate Index mit 46 Prozent gewichtet, bis zum Jahr 2000 fiel dieser Anteil auf 27 Prozent, um bis 2010 wieder auf 35 Prozent anzusteigen. Die Indexduration kann ebenfalls stark schwanken, beim Barclays Capital Global Aggregate Index stieg sie im letzten Jahrzehnt von 4,9 auf 5,8 Jahre. Indexgebundene Anleger müssen diese Veränderungen mittragen, auch wenn die Eigenschaften ihres Rentenportfolios dadurch in unbeabsichtigter Weise verändert werden.

Cash.: Manche Investoren versuchen mittlerweile, mit Indizes verbundene Probleme durch eigene Benchmarkkonstruktionen zu umgehen.

Peebels: Dies ist überaus schwierig. Besser wäre es, wenn Anleger über Benchmarks hinausdenken. An erster Stelle steht dabei die Bestimmung der Anlageziele von Rentenportfolios, um diese dann mit maßgeschneiderten Investmentstrategien verfolgen zu können.

Cash.: Ein wichtiger Zweck vieler Anleihebestände ist die Abmilderung der Risiken anderer Anlageklassen. Nicht alle Anleihesektoren eignen sich aber als beständige Diversifikatoren für Risikoanlagen, und im Krisenjahr 2008 zeigte sich, dass Diversifikationsvorteile manchmal genau dann schwinden, wenn sie am meisten gebraucht werden. Historisch betrachtet erfüllten US-Staatsanleihen die Diversifikationsrolle am besten, doch weil die Staatsschuldenkrise in den Vordergrund drängt, ist es unwahrscheinlich, dass sie künftig noch den gleichen Schutz bieten wie in der Vergangenheit.

Cash.: Wie geht es im Rentenbereich weiter?

Peebles: Angesichts vielfältiger Herausforderungen und volatiler Märkte erkennt eine wachsende Zahl von Investoren, dass Standardbenchmarks im Rentenbereich ihre Erwartungen nicht erfüllen. Der Ausblick für die Anleihemärkte verfinstert sich derzeit, unter anderem wegen der historisch niedrigen Zinsen, zunehmender staatlicher Emissionstätigkeit und dem in weiten Teilen der Welt auftretenden Inflationsdruck. Nur ein gänzlich unbeschränkter Anlageansatz versetzt Renteninvestoren in die Lage, die Märkte weiterhin erfolgreich auszunutzen.

Das gesamte Interview mit Douglas J. Peebles lesen Sie in der kommenden Cash.-Ausgabe 9/2011.

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 4/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Tech-Aktien – Fondspolicen – Baufinanzierung – Frauen in der Finanzberatung

Ab dem 16. März im Handel.

Cash. 3/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Pflegevorsorge - Small Caps - Zinshäuser - Digitalisierung - Honorarberatung - Leadsgewinnung - Nachfolge-Planung

Versicherungen

Münchener Verein baut Eigenkapitalbasis aus

Die Münchener Verein Versicherungsgruppe konnte im Geschäftsjahr 2016 ein Ergebnis nach Steuern in Höhe von 99,6 Millionen Euro erzielen. Das entspricht einer Steigerung von 5,1 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr.

mehr ...

Immobilien

Bausparen – zurück zu den Wurzeln

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat unlängst entschieden, dass die Kündigung alter Bausparverträge mit hohen Zinsen rechtens ist. Vor diesem Hintergrund wird das Bausparen seinem ursprünglichen Ziel wieder gerechter. Für Bausparer ist das eine gute Nachricht.

Die Wald-Kolumne

mehr ...

Investmentfonds

Banken leihen sich von EZB 233,5 Milliarden Euro

Die europäischen Kreditinstitute haben vorerst die letzte Gelegenheit sehr stark genutzt, um sich zum Nullzins Kredite von der EZB zu besorgen. Auch in der Eurozone verdichten sich mittlerweile die Anzeichen für einen strafferen Notenbankkurs.

mehr ...

Berater

Postbank meldet starken Gewinneinbruch

Die anhaltenden Niedrigzinsen halten die Postbank unter Druck. Im vergangenen Geschäftsjahr schrumpfte das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Steuern um gut zehn Prozent auf 468 Millionen Euro teilte, die Deutsche-Bank-Tochter in Bonn mit.

mehr ...

Sachwertanlagen

US-Justiz ermittelt gegen Hapag-Lloyd und Møller-Maersk

Sprechen die großen Reedereien im Hinterzimmer ihre Preise ab? US-Behörden haben eine Untersuchung gegen die Branche eingeleitet. Stellung nehmen soll auch der deutsche Container-Riese Hapag Lloyd.

mehr ...

Recht

LV-Vertrag: Bei Änderung Steuerlast wie bei Neuabschluss

Wird ein Lebensversicherungsvertrag (LV-Vertrag) vor Ablauf der Vertragslaufzeit geändert, ohne dass die Modifikation von vornherein vertraglich vereinbart worden ist, liegt hinsichtlich der Änderungen aus ertragsteuerlicher Perspektive ein neuer Vertrag vor. Dies entschied der Bundesfinanzhof.

mehr ...