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25. Januar 2011, 15:50
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Deutschland ist der Superstar!

Während Dieter Bohlen noch auf der Suche nach dem Superstar ist, ist ökonomisch betrachtet eines bereits klar: Deutschland ist (!) der Superstar und das vor allem Dank der Globalisierung.

Gastkommentar: Hans-Jörg Naumer, Allianz GI

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Hans-Jörg Naumer, Allianz GI

Eine Exportquote von circa 50 Prozent bedeutet nichts anderes, als dass jeder zweite Euro der volkswirtschaftlichen Wertschöpfung von den Exporten kommt. Diese Entwicklung schlägt sich entsprechend bei den Unternehmen nieder: Durchschnittlich 70 Prozent (M-Dax: 60 Prozent) der Umsätze werden bei den Dax-30-Unternehmen im Ausland erwirtschaftet.

Dabei fällt auf, dass die „neue Welt“ – die Schwellenländer (besser: Wachstumsländer) – als Absatzmarkt von Gütern und Dienstleistungen aus Deutschland immer bedeutender wird. Das Wachstum in dieser Ländergruppe hat sich überproportional entwickelt. Während die gesamten Exporte während der letzten zehn Jahre nominal um circa 50 Prozent zugelegt haben, vervierfachten sich zum Beispiel Exporte nach Russland. Ausfuhren nach China legten um den Faktor Fünf zu.

In der Folge stieg der Anteil der Exporte Deutschlands in die Wachstumsländer im gleichen Zeitraum um gut zehn Prozentpunkte auf 30 Prozent. Gleichzeitig sank der Exportanteil in die Mitgliedsländer der Europäischen Union während der letzten zehn Jahre auf unter 60 Prozent.

Rekordgewinne machen attraktiv

Aber: Ist der deutsche Aktienmarkt immer noch ein „Kauf“? Immerhin übersprang der deutsche Leitindex Dax am Tag nach Nikolaus 2010 wieder die 7.000er-Marke. Überteuert erscheint der Markt allerdings noch nicht: Die Bewertungen des Aktienmarktes sind, gemessen zum Beispiel am Kurs-Gewinn-Verhältnis, im historischen Vergleich moderat. Während der Dax von seinem Allzeithoch noch deutlich entfernt ist, verzeichnen viele Dax-Konzerne Rekordgewinne. Die Dividendenrendite ist attraktiv, insbesondere auch im Vergleich zu den immer noch niedrigen Renditen deutscher Staatsanleihen.

Unter konjunkturell-zyklischen Aspekten erscheint Deutschland als Superstar, der seine Globalisierungskarte ausspielen kann. Dass dabei strukturelle Probleme, wie etwa die explizite und implizite Staatsschuld oder die demografische Entwicklung, von der aktuellen Entwicklung in den Hintergrund gedrängt werden, steht auf einem anderen Blatt – das ist aus längerfristigerer Perspektive zu betrachten. Anleger jedoch, die auf global aufgestellte Qualitätstitel setzen, dürften zuerst auf die Impulse aus der Globalisierung und auf „Made in Germany“ setzen.

Hans-Jörg Naumer schreibt als Kolumnist im Cash.-Magazin über aktuelle Themen der Kapitalmärkte. Naumer ist seit 2000 Leiter Kapitalmarktanalyse bei der Allianz Global Investors KAG (AGI), Frankfurt.

Foto: Allianz GI

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