Anzeige
Anzeige
28. April 2011, 10:07
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Eine neue Stabilität für die Vermögensanlage

Die Halver-Kolumne

Die Grundsätze der Stabilität sind uns Deutschen schon in die Wiege gelegt worden. Da sich Euroland inzwischen jedoch als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit versteht, kommen auch wir an einer – nennen wir es – Flexibilisierung des Stabilitätsbegriffs nicht mehr vorbei.

Robert-halver-teaser-Dc1348 in Eine neue Stabilität für die Vermögensanlage

Im euroländischen Rettungsboot gehen jetzt Finanzmarkt- und Konjunkturstabilität eindeutig vor Haushalts- und Preisstabilität. Und genau dieser Paradigmenwechsel hat auch Konsequenzen für die Vermögensanlage.

Bonität nicht mehr das, was sie einmal war

Die Erfüllung der Maastricht-Kriterien – die Älteren unter uns wissen noch, was das war – bleibt auch zukünftig für die Mehrheit der Euroländer ein Märchen ohne Happy End. Natürlich verfügt Deutschland über vergleichsweise stabile Staatsfinanzen. Wie ist aber wohl die Bonität von Onkel Otto aus Deutschland einzuschätzen, wenn er im Bedarfsfall für Tante Fernanda aus Portugal und Onkel Aristoteles aus Griechenland das Portemonnaie zücken muss? Über die in der Portfoliotheorie stark verankerte Aussage, wonach Staatsanleihen risikolos sind, darf getrost zweimal nachgedacht werden.

Inflation als zentrales Anlageproblem

Und was ist mit dem Inflationsdruck? Selbst die EZB kann ihn zur finanziellen Stützung der südlichen und nordwestlichen Familienmitglieder nicht mehr konsequent bekämpfen. Ohnehin scheinen die offiziellen Preisdaten von Inflationsstatistikern zu stammen, die nur von Luft und Liebe leben. Denn wer regelmäßig Essen, Trinken, Heizen, Tanken oder Wohnen muss, sieht die Preise ohne rosarote Brille.

Für Rentenanleger wäre dies alles kein Problem, würde man für die verminderte Bonität bzw. die tatsächliche Inflation durch erhöhte Renditen entschädigt. Genau dies verhindern aber die Renditedrücker der Notenbanken durch ihre planwirtschaftlichen Eingriffe am Rentenmarkt. Schließlich darf die Bedienung der Staatsverschuldung nicht zu teuer werden.

Vergessen wir bitte auch nicht, dass wir bereits bis Oberkante Unterlippe in Staatspapieren investiert sind. So ist die typische deutsche Lebensversicherung, die wohl jeder von uns sein Eigen nennt, schwerpunktmäßig in Staatsanleihen investiert. Und ein durchschnittlicher deutscher Arbeitnehmer, der morgen in Rente geht, blickt auf staatliche Rentenansprüche, die heute einen Wert von circa 120.000 Euro haben.

Mehr Sachkapital wagen

Und was ist die Moral von der Geschicht? Alles in Staatspapiere investieren sollte der deutsche Michel lieber nicht! Hören wir auf die Signale eines gewandelten Stabilitätsbegriffs. Es geht um Inflationsbekämpfung bei besserer Rendite. Das heißt, an verstärkten Investitionen in die sachkapitalistischen Vier – Substanzaktien, Rohstoffe, Edelmetalle und die eigengenutzte Immobilie – führt kein Weg vorbei.

Robert Halver leitet die Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank. Mit Wertpapieranalyse und Anlagestrategien beschäftigt er sich seit Abschluss seines betriebswirtschaftlichen Studiums 1990. Halver verfügt über langjährige Erfahrung als Kapitalmarkt- und Börsenkommentator und ist durch regelmäßige Medienauftritte bei Fernseh- und Radiostationen, auf Fachveranstaltungen und Anlegermessen sowie durch Fachpublikationen präsent.


Weitere Kolumnen von Robert Halver:

Poker nicht gegen Fed & Co.!

Es war einmal die schöne heile Analystenwelt

Unter Blinden ist der Einäugige König

Mit der Fed ist das ganze Jahr Weihnachten

Stabilitätspakt stand drauf, Transferunion wird drin sein

Das Pippi-Langstrumpf-Prinzip in der Finanz- und Geldpolitik

Die Aktie: Das Ende einer Ära?

Das Ende des klassischen Konjunkturzyklus

Wann wird’s mal wieder richtig stabil?

Blaue Pillen für die Inflation!

Politische Börsen oder denn sie wissen nicht, was sie tun!

Unser täglich Griechenland gib uns heute. Was kommt morgen?

Verunsicherte Anleger: Angst ist ein schlechter Ratgeber!

Sind Substanzaktien die stabileren Staatsanleihen?

Probleme in Griechenland? Es geht um ganz Euroland!

Exit-Strategie oder das Warten auf „Cashing Bull“

Der richtige Umgang mit Blasenproblemen

Staatsverschuldung – Nie war sie so wertvoll wie heute!

Foto: Baader Bank

1 Kommentar

  1. Stabilität, ja für Deutsche im allgemeinen, leider aber nicht für die politische ‘Welt’ oder muß man diese Leute anders titulieren?

    Kommentar von Schwarz Hannes — 29. April 2011 @ 15:00

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 4/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Tech-Aktien – Fondspolicen – Baufinanzierung – Frauen in der Finanzberatung

Ab dem 16. März im Handel.

Cash. 3/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Pflegevorsorge - Small Caps - Zinshäuser - Digitalisierung - Honorarberatung - Leadsgewinnung - Nachfolge-Planung

Versicherungen

Viele Bundesbürger befürchten Geldprobleme im Alter

Mehr als ein Drittel der Bundesbürger zwischen 40 und 55 Jahren geht von einer schlechten eigenen Finanzlage im Alter von 75 Jahren aus, wie aus einer Studie des Sinus-Institutes im Auftrag des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hervorgeht.

mehr ...

Immobilien

Wohnungsbau in Berlin zieht deutlich an

Der Wohnungsbau in Berlin kommt weiter in Schwung. Im vergangenen Jahr genehmigten die Behörden 25.063 neue Wohnungen, wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg am Montag mitteilte. Das ist die höchste Zahl seit 1997.

mehr ...

Investmentfonds

Brasilien bietet ausgezeichnete Reformdynamik

In den vergangenen Jahren war das Image von Brasilien bei Anlegern deutlich angekratzt. Allerdings hat sich in dem bevölkerungsreichsten Land viel bewegt, so dass die Situation neu bewertet werden muss. Gastkommentar von Maarten-Jan Bakkum, NN Investment Partners

mehr ...

Berater

Indexpolicen: Einstieg in die “Kapitalmarkt-Denke”?

Seit geraumer Zeit wird in der Assekuranz die Frage diskutiert, ob Kunden über den Zwischenschritt Indexpolicen eher bereit sind, den Schritt in die Welt der rein fondsgebundenen Lösungen zu wagen. Doch viele Versicherer sind skeptisch, ob dies der richtige Weg ist.

mehr ...

Sachwertanlagen

Die Sachwertbranche lebt noch

Zwei Veranstaltungen in der vergangenen Woche belegen eine Belebung der Sachwertbranche, ließen aber auch Fragen offen. Antworten gibt es vielleicht auf einem weiteren Event an diesem Mittwoch. Der Löwer-Kommentar

mehr ...
24.03.2017

Lacuna goes Canada

Recht

Elternunterhalt: Betreuungsleistung nicht einkommensmindernd

Im Rahmen einer Überprüfung der Leistungsfähigkeit für den Elternunterhalt ist die vom Unterhaltsschuldner an sein minderjähriges Kind geleistete Betreuung nicht zu monetarisieren und kann somit nicht einkommensmindernd geltend gemacht werden, so der BGH.

mehr ...