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30. Juni 2011, 11:21
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Legg Mason: Mit zehn Töchtern auf Globalisierungskurs

Die US-Fondsgesellschaft Legg Mason versammelt zehn Vermögensverwalter unter einem gemeinsamen Dach. Deutschland-Chef Klaus Dahmann erklärt im Cash.-Interview die Herausforderungen und Chancen dieses außergewöhnlichen Konzepts.

Legg-mason-dahmann in Legg Mason: Mit zehn Töchtern auf Globalisierungskurs

Klaus Dahmann

Cash.: Unlängst haben Sie eine Legg-Mason-App für das iPhone vorgestellt. Was kann dieses Programm Investoren bieten?

Dahmann: Die kostenlose Anwendung ermöglicht es Anlegern, mit nur einem Klick ihre getätigten Investitionen zu verfolgen. Zudem erhalten Investoren Zugriff auf aktuelle Marktberichte und Analysen unserer Tochtergesellschaften. Der Service richtet sich insbesondere an unsere Kunden, die viel unterwegs sind, und soll den Zugang zu unseren Marktberichten und Fondsinformationen weiter erleichtern.

Cash.: Apropos Töchter. Legg Mason ist hierzulande als Marke bekannt, dennoch laufen ihre Fonds unter den Namen der verschiedenen Asset-Management-Gesellschaften ihres Unternehmens. Warum?

Dahmann: Unsere Fonds tragen sowohl den Namen „Legg Mason“ als auch den Namen der jeweiligen Tochter. Während die Marke Legg Mason als allgemeines Erkennungsmerkmal und Qualitätssiegel dient, soll bereits im Produktnamen klar werden, welche Gesellschaft den Fonds managt. Dies ist deshalb relevant, weil sich hinter jeder Tochtergesellschaft ein bestimmter Anlageprozess oder eine besondere Investmentphilosophie verbirgt.

Cash.: Verwirrt diese Konstruktion private oder institutionelle Kunden?

Dahmann: Keineswegs, unsere Kunden wissen es zu schätzen, wenn ihr Vermögen von unabhängigen Spezialisten gemanagt wird. Unser Modell ist eine hervorragende Basis dafür, etablierte und äußerst spezialisierte Investmentansätze langfristig und nachhaltig anbieten zu können. Chip Mason, einer der Gründer von Legg Mason, verfolgte beim Aufbau der Unternehmensgruppe die Philosophie, die übernommenen Gesellschaften in ihrer Struktur und Arbeitsweise möglichst unverändert zu belassen. Die Investmentgesellschaften bleiben innerhalb der Legg-Mason-Gruppe unabhängig und werden nicht in ein größeres Konstrukt integriert. Denn die Integration führt häufig zu Managerwechseln und der Anpassung von Investmentprozessen. Wir wollen aber bewusst die langjährige Expertise, die Unternehmenskultur und die Investmentstile der akquirierten Häuser beibehalten und fördern. Durch die großen Freiräume, die wir unseren Tochtergesellschaften im Asset Management und in der Unternehmensführung gewähren, verstärken wir die Identifikation der Portfoliomanager mit ihrer Aufgabe ganz erheblich.

Cash.: Dann ändern Sie dieses Konzept auf absehbare Zeit nicht?

Dahmann: Nein, weil diese Identifikation und die daraus abgeleitete Motivation letztlich ein Vorteil für unsere Investoren ist: Sie profitieren von einer nachweislich sehr niedrigen Fluktuationsrate unter den Fondsmanagern und damit von ihrer langfristigen Spezialisierung und Erfahrung und der Verlässlichkeit ihrer Investmentprozesse. Unsere Tochtergesellschaften profitieren im Gegenzug von unserem globalen Vertriebsnetz und dem finanziellen Rückhalt durch eine große, globale und börsennotierte Organisation. Mit unserem Geschäftsmodell gelingt es uns, in jeder Anlageklasse erstklassige Investmenthäuser für unsere Gruppe zu gewinnen und das jeweils Besondere dieser Gesellschaften fortzuführen. Daher wird sich auch in Zukunft an unserem Geschäftsmodell nichts ändern. Institutionelle Investoren schätzen den Spezialisten-Ansatz, und Privatanleger vertrauen dem übergeordneten Gütesiegel Legg Mason.

Cash.: Welche Unternehmensteile und Angebote reüssieren zurzeit?

Dahmann: In den vergangenen zwölf Monaten hatten wir bei deutschen Anlegern besonders großen Erfolg mit einem asiatischen Rentenfonds in Lokalwährungen, dem Legg Mason Western Asset Asian Opportunities Fund, sowie mit amerikanischen Small Caps über unsere Royce-Fonds. Das Interesse an dem asiatischen Anleihenfonds und den Royce-Produkten ist ungebrochen. Für die nächsten Monate gehen wir von einem wieder erwachten Interesse an US-Aktien aus, dass sich über unsere gesamte Angebotspalette erstrecken wird. Zu Legg Mason gehören insgesamt zehn Töchter. Jede Gesellschaft ist auf einen bestimmten Anlagebereich oder einen Investmentprozess spezialisiert. Am bekanntesten sind Western Asset Management, ein führendes Fixed Income Powerhouse, welches zugleich unsere größte Investmentgesellschaft ist, sowie Legg Mason Capital Management und Clearbridge, die sich auf Anlagen in amerikanische Aktien konzentrieren. Batterymarch ist unser Quant-Spezialist, mit dem wir auch Schwellenländeraktien abdecken, und die Gesellschaft Royce & Associates investiert ausschließlich in Small Caps. Von allen Tochtergesellschaften bieten wir eine ausgewählte Palette von Strategien als Publikumsfonds für europäische Investoren an.

Seite 2: “Wir erwarten keine Haircuts in den kommenden zwölf Monaten”

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1 Kommentar

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