Anzeige
1. März 2012, 09:09
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Die Halver-Kolumne: Let it flow!

Das neue analytische Glaubensbekenntnis – wie die Kapitalmärkte in Zeiten von Schuldenkrise und Liquiditätsflut interpretiert werden müssen.

Robert Halver Kolumne

Ach wie herrlich berechenbar waren doch früher für klassische Fundamentalanalysten die internationalen Kapitalmärkte. Eigentlich gab es dabei immer ein festes Glaubensbekenntnis: Die USA als Lokomotive der Weltkonjunktur reagierte auf Wirtschaftsabschwünge mit geldpolitischen Spenden.

Über den Importsog der konsumbeseelten Amerikaner konnten sich die USA ein ums andere Mal der Gefolgschaft der weltwirtschaftlichen Exportgemeinde sicher sein. Und anschließend wurde deren anfangs noch glaubensschwache Binnenwirtschaft auch zunehmend auf die Aufschwungsdoktrin eingeschworen. Nicht zuletzt ließ der wachsende Glaube an die Wirtschaft die Aktienmärkte deutlich ansteigen.

Hatte die Konjunktur die Boom-Phase erreicht, sammelte die Geldpolitik über zinspolitische Kollekten die Liquidität wieder ein und kühlte damit im Umkehrverfahren Konjunktur und Aktienmärkte ab. Erneut im Abschwung angekommen, wurde der Glaube an Aufschwung und Aktienmärkte mit geldpolitischem Segen wiederum angefacht.

Ich will nicht behaupten, dass damals die Einschätzung von Konjunktur, Zinsen oder Aktienmärkten ein Kinderspiel war. Aber die musterhaft ablaufenden Zyklen lieferten mindestens eine stabile Orientierung für die verirrte Analystenseele, sozusagen eine heile Analystenwelt.

Die Verweltlichung der klassischen Fundamentalanalyse

Nun, betrachtet man die heute real existierende Konjunktur- und Finanzlandschaft, unterliegt das ehemals so feste, analytische Glaubensbekenntnis einer massiven Verweltlichung. Der klassische Konjunkturzyklus ist heute deutlich der Reformation ausgesetzt. Die Geldpolitik ist heute mehr denn je zu einem entscheidenden Einflussfaktor geworden. Aus dem begleitenden Hüterhund ist längst der Hirte geworden. Sie ist nicht mehr so voraussehbar wie das Amen in der Kirche.

Seite 2: Zur neuen Allmacht der Geldpolitik

Weiter lesen: 1 2

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 4/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Tech-Aktien – Fondspolicen – Baufinanzierung – Frauen in der Finanzberatung

Ab dem 16. März im Handel.

Cash. 3/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Pflegevorsorge - Small Caps - Zinshäuser - Digitalisierung - Honorarberatung - Leadsgewinnung - Nachfolge-Planung

Versicherungen

VZBV: “Restschuldversicherungen sind maßlos überteuert”

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) fordert, dass Restschuldversicherungen künftig nur noch separat und nicht gekoppelt an Kreditverträge vermittelt werden dürfen. Das sollte nach dem Willen der Verbraucherschützer im Umsetzungsgesetz der EU-Richtlinie Insurance Distribution Directive (IDD) verankert werden.

mehr ...

Immobilien

Bauhauptgewerbe verzeichnet besten Jahresstart seit 1996

Das Bauhauptgewerbe startet erfolgreich in 2017, es verzeichnete zuletzt vor über 20 Jahren mehr Auftragseingänge zu Beginn eines Jahres. Im Vergleich zum Vormonat Dezember sind die Aufträge jedoch leicht gesunken.

mehr ...

Investmentfonds

Deutsche Börse tritt auf Kostenbremse

Die Deutsche Börse plant kurzfristig Einsparungen in mindestens zweistelliger Millionenhöhe. Zudem gilt zunächst ein Einstellungsstopp für fast alle Bereiche. Der Konzern reagiert damit auf sinkende Umsätze und das erwartete Scheitern der Fusion mit der London Stock Exchange (LSE).

mehr ...

Berater

Patientenverfügung: BGH präzisiert Anforderungen

Im Einzelfall kann sich die erforderliche Konkretisierung in einer Patientenverfügung auch durch Bezugnahme auf ausreichend spezifizierte Krankheiten oder Behandlungssituationen ergeben – ohne detaillierte Benennung bestimmter ärztlicher Maßnahmen. Das geht aus einem aktuellen Beschluss des Bundesgerichtshofs (BGH) hervor.

mehr ...

Sachwertanlagen

Weitere Ausschüttung für Anleger der Deutschen Finance

Die Geschäftsführung des PPP Privilege Private Partners Fund des Asset Managers Deutsche Finance aus München wird den Anlegern nach einer erfolgreichen Zielfonds-Transaktion für das Geschäftsjahr 2017 eine Vorabausschüttung in Höhe von 15 Prozent vorschlagen.

mehr ...
24.03.2017

Lacuna goes Canada

Recht

LV-Vertrag: Bei Änderung Steuerlast wie bei Neuabschluss

Wird ein Lebensversicherungsvertrag (LV-Vertrag) vor Ablauf der Vertragslaufzeit geändert, ohne dass die Modifikation von vornherein vertraglich vereinbart worden ist, liegt hinsichtlich der Änderungen aus ertragsteuerlicher Perspektive ein neuer Vertrag vor. Dies entschied der Bundesfinanzhof.

mehr ...