Anzeige
9. Juli 2012, 11:25
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

DDV fordert bessere Risikoklassen

Der Deutsche Derivateverband (DDV) verlangt von der Europäischen Kommission, die derzeitige Risikoklassifizierung von Investmentfonds nicht auf Zertifikate zu übertragen. Diese sei dafür ungeeignet und bilde das Risiko-Ertragsprofil nicht korrekt ab, so der Verband.

Zertifikate

Dr. Hartmut Knüppel, DDV

“Jeder Privatanleger sollte sich vor einer Investition darüber klar werden, welches Risiko in der jeweiligen Finanzanlage steckt. Hier sind Fehleinschätzungen fatal. Dem wird aber Vorschub geleistet, wenn Finanzprodukte mit sehr unterschiedlichen Risikoprofilen in einen Topf geworfen werden. So würden bei einer generellen Anwendung der KIID-Definition Aktienfonds in die gleiche Risikoklasse wie spekulative Optionsscheine fallen. Das ist so, als würde man Hauskatze und Tiger auf eine Stufe stellen“, sagt Dr. Hartmut Knüppel, geschäftsführender Vorstand des DDV.

Der von der EU-Kommission für das Kundennformationsblatt KIID bereits gewählte Klassifizierungsansatz für Investmentfonds sieht vor, dass jedes Produkt auf einer Risiko-Skala von 1 (geringes Risiko bei potentiell geringerem Ertrag) bis 7 (hohes Risiko bei potentiell höherem Ertrag) eingestuft wird. diese Skala ist laut DDV unpassend: “Im fünfstufigen Risikoklassifizierungssystem der EDG, den der DDV bereits seit 2005 für Zertifikate verwendet, würden breit diversifizierte Aktienfonds dagegen in die mittleren Risikoklassen eingestuft. Das macht ihren Abstand zu wirklich riskanten Produkten deutlich.” Das Risiko eines Finanzproduktes könne ein Privatanleger nur dann einfach nachvollziehen und im Vergleich zu anderen Anlageformen einordnen, wenn die entsprechende Kennzahl aussagekräftig und sachgerecht ist. Die EDG-Risikoklassifizierung hat sich bewährt. Sie sollte deshalb die Grundlage für die weiteren Überlegungen der Kommission bilden“, so Knüppel.

Der DDV sieht sich durch eine Studie von Professor Lutz Johanning unterstützt. Hintergrund der Forderung des DDV ist der kürzlich von der Europäischen Kommission veröffentlichte Entwurf einer Verordnung über Basisinformationsblätter für Anlageprodukte für Kleinanleger (sogenannte Packaged Retail Investment Products = PRIPs). Damit will die Europäische Kommission die Markttransparenz für private Anleger erhöhen. Dieses sehr sinnvolle Ziel soll durch eine produktübergreifende Vereinheitlichung und Vereinfachung der Produktinformationen erreicht werden.

Johanning: „Die Risikokennzahl sollte die Verständlichkeit der Produkte hinsichtlich ihres Risikos verbessern, die Risiken verschiedener Produkte für die Anleger vergleichbar machen und tatsächliche Verlusteintritte prognostizieren. Die EU-Kommission verfolgt das richtige Ziel, die konkrete Umsetzung bedarf jedoch unseres Erachtens noch einiger Anpassungen.“ (mr)

Foto: DDV

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 4/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Tech-Aktien – Fondspolicen – Baufinanzierung – Frauen in der Finanzberatung

Ab dem 16. März im Handel.

Cash. 3/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Pflegevorsorge - Small Caps - Zinshäuser - Digitalisierung - Honorarberatung - Leadsgewinnung - Nachfolge-Planung

Versicherungen

VZBV: “Restschuldversicherungen sind maßlos überteuert”

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) fordert, dass Restschuldversicherungen künftig nur noch separat und nicht gekoppelt an Kreditverträge vermittelt werden dürfen. Das sollte nach dem Willen der Verbraucherschützer im Umsetzungsgesetz der EU-Richtlinie Insurance Distribution Directive (IDD) verankert werden.

mehr ...

Immobilien

Bauhauptgewerbe verzeichnet besten Jahresstart seit 1996

Das Bauhauptgewerbe startet erfolgreich in 2017, es verzeichnete zuletzt vor über 20 Jahren mehr Auftragseingänge zu Beginn eines Jahres. Im Vergleich zum Vormonat Dezember sind die Aufträge jedoch leicht gesunken.

mehr ...

Investmentfonds

Deutsche Börse tritt auf Kostenbremse

Die Deutsche Börse plant kurzfristig Einsparungen in mindestens zweistelliger Millionenhöhe. Zudem gilt zunächst ein Einstellungsstopp für fast alle Bereiche. Der Konzern reagiert damit auf sinkende Umsätze und das erwartete Scheitern der Fusion mit der London Stock Exchange (LSE).

mehr ...

Berater

Patientenverfügung: BGH präzisiert Anforderungen

Im Einzelfall kann sich die erforderliche Konkretisierung in einer Patientenverfügung auch durch Bezugnahme auf ausreichend spezifizierte Krankheiten oder Behandlungssituationen ergeben – ohne detaillierte Benennung bestimmter ärztlicher Maßnahmen. Das geht aus einem aktuellen Beschluss des Bundesgerichtshofs (BGH) hervor.

mehr ...

Sachwertanlagen

Weitere Ausschüttung für Anleger der Deutschen Finance

Die Geschäftsführung des PPP Privilege Private Partners Fund des Asset Managers Deutsche Finance aus München wird den Anlegern nach einer erfolgreichen Zielfonds-Transaktion für das Geschäftsjahr 2017 eine Vorabausschüttung in Höhe von 15 Prozent vorschlagen.

mehr ...
24.03.2017

Lacuna goes Canada

Recht

LV-Vertrag: Bei Änderung Steuerlast wie bei Neuabschluss

Wird ein Lebensversicherungsvertrag (LV-Vertrag) vor Ablauf der Vertragslaufzeit geändert, ohne dass die Modifikation von vornherein vertraglich vereinbart worden ist, liegt hinsichtlich der Änderungen aus ertragsteuerlicher Perspektive ein neuer Vertrag vor. Dies entschied der Bundesfinanzhof.

mehr ...