26. Februar 2013, 09:00

Tausche Dividende gegen Airbag und zweifachen Hebel

Die Börsen reagieren seit einigen Wochen wieder zunehmend dünnhäutiger auf negative Nachrichten aus der Politik. Um vorhandenes Aufholpotenzial nutzen zu können, braucht es eine passende Produktstruktur. Kolumne von Armin Geier, Börse Go

Devisentausch-255x300 in Tausche Dividende gegen Airbag und zweifachen HebelEin entsprechende Reaktion der Börsen hat sich schon bei den Korruptionsvorwürfen gegen Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy oder der Furcht vor einer Wiederwahl von Silvio Berlusconi in Italien gezeigt. Auch die ungeklärte Finanzlage des kleinen Inselstaates Zypern lässt die Alarmglocken bei so manchem Börsianer wieder deutlich lauter schrillen, auch wenn gute Konjunkturdaten wie der gerade veröffentlichte stark verbesserte ZEW-Konjunkturklimaindex zwischenzeitlich wieder für Beruhigung an den Märkten sorgen.

An dem so stark ins neue Jahr gestarteten Euro Stoxx 50 gingen die vergangenen Wochen auch nicht ganz spurlos vorbei, was ihn zumindest die deutliche Outperformance gegenüber dem Dax kostete. Sollte die von den meisten Experten schon längst ad acta gelegte Euroschuldenkrise in den nächsten Wochen und Monaten doch wieder stärker aufkeimen, könnte dies gerade die Euroland-Benchmark wieder etwas mehr belasten, an der der Aufschwung der vergangenen drei Jahre bislang fast vollständig vorbeigegangen ist.

Aufholpotenzial ist beim Euro Stoxx 50 gegenüber Dax & Co. also noch reichlich vorhanden und könnte sich mit der richtigen Struktur auch noch umso stärker nutzen lassen. Interessant ist in diesem Zusammenhang ein von der Société Générale neu aufgelegtes Airbag-Sprint-Zertifikat auf den Euro-Index, das sich aufgrund seiner fünfjährigen Laufzeit gerade an etwas längerfristig orientierte Anleger richtet. Wie der Name bereits andeutet verbindet der Emittent hier eine Sprint-Struktur mit einer intelligenten Airbag-Absicherung, die vor allem zwei Vorteile besitzt.

Zum einen steht die im vorliegenden Fall bei moderaten 80 Prozent des Startniveaus von 2.710,08 Punkten bei 2.168,06 Zählern fixierte Barriere anders als bei einem “Bonus” erst am finalen Bewertungstag bei Fälligkeit auf dem Prüfstand, wodurch ihr auch zwischenzeitliche noch stärkere Kursrückgänge nichts anhaben können. Zum anderen lässt die mittels eines sogenannten “Call-Spreads” zwischen Nulllinie und Absicherungsniveau konstruierte Airbag-Struktur Verluste auch unterhalb der Barriere immer um einen bestimmten Faktor geringer ausfallen als bei einem Direktinvestment. Dieser liegt bei dem neuen Papier bei 1,25. Der Anleger genießt also am Laufzeitende bis zur 80-prozentigen Absicherungsschwelle immer noch den vollen Kapitalschutz. Darunter wird jedes Rückzahlungsniveau noch einmal um 1,25 Prozent gehebelt, was zum Beispiel bei einem Verlust von 30 Prozent immer noch eine Tilgung zu 87,5 Prozent des Nennwertes (70 Prozent x 1,25), bei 40 Prozent Minus (60 Prozent x 1,25) eine Erstattung von 75 Prozent des Auflageniveaus bedeuten würde. So wäre der Investor erst bei einem theoretischen Indexstand von Null Punkten wieder genauso gestellt wie ein Direktanleger.

Sicherlich gibt es Airbag-Produkte mit deutlich höheren Puffern, doch besitzt das Zertifikat ja auch noch eine zusätzliche Sprint-Struktur, die auf der Oberseite für eine doppelte Partizipation an steigenden Kursen bis zu einem Cap bei 170 Prozent des Start-Levels sorgt. Der Anleger operiert dadurch bis zu einem Indexstand von 4.607,14 Punkten mit einem Hebel von 2,00, was ihm im besten Fall einen Gewinn auf den Nennwert von stolzen 140 Prozent einbringen würde. Der Euro Stoxx 50 müsste demnach schon in den nächsten fünf Jahren über ein noch nie erreichtes Niveau von 6.500 Punkten ansteigen, damit sich ein Direktinvestment eher lohnen würde, von der Dividende einmal abgesehen. Das bisherige Hoch von “lediglich” 5.464,43 Punkten datiert noch aus dem Jahre 2000. Insofern dürfte die Performance-Begrenzung bei dem Produkt wohl kaum tatsächlich zum Tragen kommen.

Der Börse Go Tipp:

Der neue „Airbag-Sprinter“ zeigt wieder einmal exemplarisch die Vorteile eines strukturierten Produktes gegenüber einem Direktinvestment. Der Anleger verzichtet zwar auf die beim Euro STOXX 50 mit etwas mehr als vier Prozent p.a. sehr attraktive Dividende, erhält im Gegenzug aber auf der Unterseite einen 20-prozentigen Kapitalschutz in Verbindung mit einem bei noch stärkeren Verlusten automatisch ausgelösten 1,25-prozentigen Airbag und nimmt an Kurssteigerungen mit einem weiteren Hebel von 2,00 bis zu einem wahrscheinlich kaum in den nächsten fünf Jahren erreichbaren Cap von 70 Prozent teil. Wegen des Stichtagsprinzips lässt sich mit dem Produkt auch noch die eine oder andere Krise in den nächsten fünf Jahren unbeschadet überstehen. Da es hier bei einem Briefkurs von 98,92 Euro praktisch keine Seitwärtsrendite zu verdienen gibt, sollte die Kurserwartung aber auf jeden Fall bullisch sein.

Boerse-Go-Euro-Stoxx-50-Sprint-Airbag-Zertifikat in Tausche Dividende gegen Airbag und zweifachen Hebel

Quelle: Börse Go

Autor Armin Geier ist Redakteur bei dem Finanz-Portal Börse Go. www.godmode-trader.de/zertifikateArmin-Geier in Tausche Dividende gegen Airbag und zweifachen Hebel

Fotos: Shutterstock / Börse Go

 



Folgen Sie uns:
Aktuelle Beiträge aus dem Ressort Meinung


Topaktuelle Themen auf der Startseite


Cash.Aktuell

Special 4/2014

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Fondspolicen – Indexpolicen – Betriebliche Altersvorsorge – Berufsunfähigkeitsversicherung

Ab dem 28. Oktober im Handel.

11/2014

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Cash.Gala 2014 – Kfz-Policen – Marktreport zu KAGB-Fonds – Anlageimmobilien – Digitale Agenda

Ab dem 16. Oktober im Handel.

Ihre Meinung

Mehr Cash.

Versicherungen

LV-Reform: “Jeder Vertriebskanal ist betroffen”

Dem Versicherungsvertrieb stehen weitreichende Veränderungen bevor. Cash. sprach mit Jürgen Riemer, Vorstand der Vertriebsservice-Gesellschaft Maklermanagement.ag über die Auswirkungen des LVRG auf die Provisionssysteme und die Möglichkeiten für Makler, sich auf die neue Zeit einzustellen.

mehr ...

Immobilien

Wohnnebenkosten: Deutsche sparen beim Heizen

Die Wohnnebenkosten steigen seit Jahren und werden zu einer immer größeren Belastung für die Privathaushalte. Vor allem steigende Energiepreise machen den Mietern und Eigentümern zu schaffen. Um die Nebenkosten trotzdem so gering wie möglich zu halten, machen 93 Prozent der Deutschen Abstriche beim Heizen. Das ergibt eine Umfrage des Berliner Portals Immobilienscout unter 1.035 Teilnehmern.

mehr ...

Investmentfonds

DKM 2014: “Fonds mit Ertragskomponente sind nachhaltiger Trend”

Martin Stenger, Leiter Retail- und Wholesale Fidelity, spricht mit Cash.-Chefredakteur Frank O. Milewski auf der DKM-Messe in Dortmund über den jüngsten Trend der Income-Fonds, die Ausschüttungen und Kurszuwächse kombinieren.

mehr ...

Berater

MiFID II: Neue Herausforderungen im Management von Audiobeweisen

Die Finanzmarktrichtlinie MiFID II verlangt von Finanzdienstleistern in der EU, sämtliche E-Mails mit Kundenaufträgen und Aufzeichnungen von Telefonaten für die Dauer von drei Jahren aufzubewahren. Die Unternehmen müssen nun geeignete Verfahren entwickeln, um diesen Anforderungen zu genügen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Windenergie sorgt für Jobs

In Deutschland sind durch den stark reduzierten Zubau der Solarenergie im vergangenen Jahr viele Arbeitsplätze verloren gegangen. Im Bereich Windkraft konnte dagegen ein Beschäftigungsplus erzielt werden. Dies ist das Ergebnis einer Studie der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung (GWS).

mehr ...

Recht

Nettopolicen: Bei fehlerhafter Widerrufsbelehrung droht Honorarverlust

Kommt es bei einer separaten Vergütungsvereinbarung im Rahmen einer Nettopolicenvermittlung zu einem Formfehler in der Widerrufsbelehrung, so kann der Kunde die Vereinbarung auch nach Ablauf der regulären Frist noch widerrufen. Dies hat der Bundesgerichtshof (BGH) am 25. September 2014 entschieden.

mehr ...