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4. Januar 2013, 12:05
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Asean-Staaten sind Performancetreiber

Schwächelnde Schwellenländer, insbesondere die Asean-Staaten, sollten jetzt wieder in den Fokus der Investoren genommen werden.

Gastbeitrag von Ken Van Weyenberg, Dexia Asset Management

Asean

Ken Van Weyenberg, Dexia: „Das abgebremste Wachstum der chinesischen Wirtschaft ist nicht so „langsam“, wie viele Anleger denken.”

2012 war für die Aktienmärkte ein gutes Jahr: Trotz großer Volatilität hat der MSCI Europe seit Jahresbeginn rund zehn Prozent zugelegt. Mit einer Rendite von rund neun Prozent liegen die Wachstumsländer nur knapp dahinter, auch wenn dies nicht direkt den sogenannten BRIC-Ländern (Brasilien, Russland, Indien und China) zu verdanken ist.

Asean-Länder haben gute Leistungen erbracht

Es sind vor allem die „defensiven“ und kleineren Aktienmärkte, darunter die Asean-Länder (unter anderem Indonesien, Vietnam, die Philippinen und Malaysia), Mexiko und die Türkei, die gute Leistungen erbracht haben.

Die BRIC-Länder sind wegen der erheblich höheren Gewichtung von zyklischen Sektoren und internen Marktproblemen ins Hintertreffen geraten. Ab September kamen den Anlegern jedoch die neuen Förderungsmaßnahmen der Zentralbanken in den USA und in Europa sowie die gesunkene Zahl der negativen Korrekturen von Unternehmensgewinnen in den Wachstumsländern zugute.

Die bessere Leistung der Wachstumsländer seit Anfang September ist darüber hinaus nicht nur den westlichen Zentralbanken und den leicht positiveren Analystenprognosen in den Wachstumsländern zu verdanken.

Weiche Landung für China

Auch China spielt dabei eine wichtige Rolle, da nun sehr vielen Anlegern deutlich geworden ist, dass im Land des Drachens von einer möglichen harten Landung keine Rede mehr ist.

Das abgebremste Wachstum der chinesischen Wirtschaft ist zudem nicht so „langsam“, wie viele Anleger denken. In den ersten drei Quartalen des Jahres 2012 betrug es immer noch 7,7 Prozent, im dritten Quartal allein 7,4 Prozent.

Damit wird China den Erwartungen des chinesischen Premiers Wen Jiabao, der ein Wachstum von 7,5 Prozent für das gesamte Jahr anvisierte, mehr als gerecht. Im Vergleich zum erwarteten Wachstum der Weltwirtschaft von 3,3 Prozent (IMF) kann man nicht wirklich von einem Einbruch der chinesischen Wirtschaft sprechen.

Verschiedene Wirtschaftsindikatoren deuten zudem auf eine Erholung des chinesischen Wirtschaftswachstums nach acht aufeinanderfolgenden Quartalen mit eher zögerlichem Wachstum hin. Einer der am stärksten beobachteten Faktoren ist der Aktivitätsindex für den Industriesektor.

China: Aktivitätszunahme im Industriesektor

Die offizielle Prognose des Nationalen Statistischen Instituts weist deutlich auf eine Beschleunigung der wirtschaftlichen Aktivität im Industriesektor mit einem PMI (Purchasing Managers Index, Indikator für wirtschaftliche Aktivität) von 50,6 im November hin.

Diese Aktivitätszunahme wurde zudem vom PMI von HSBC bestätigt, der jetzt auch über 50 liegt, also über dem Niveau, das das Wachstum vom Rückgang unterscheidet. Mit den aktuellen Niveaus ist es noch zu früh für Freudensprünge, sie haben aber in jedem Fall die richtige Richtung eingeschlagen.

Die Verbesserung des wirtschaftlichen Momentums hat sich zudem auch in einer starken Zunahme der industriellen Produktion (plus 9,6 Prozent auf Jahresbasis), des Exports (plus 11,6 Prozent auf Jahresbasis) und der vertrieblichen Verkäufe (plus 14,5 Prozent auf Jahresbasis) geäußert.

Der bessere wirtschaftliche Schwung zeigt sich auch im Economic Surprise Index (siehe Grafik: China Economic Surprise Index), der misst, in welchem Ausmaß die veröffentlichten Wirtschaftsdaten gegebenenfalls die Erwartungen übertrafen.

Inflation unter Kontrolle

Die aktuellen Wirtschaftdaten deuten nicht direkt auf einen Bedarf an zusätzlichen geldpolitischen Förderungsmaßnahmen der chinesischen Entscheidungsträger in der Politik hin, auch wenn die nötigen Mittel und der nötige Freiraum sehr wohl gegeben sind.

Die Inflation ist momentan unter Kontrolle. Mit einer Inflation von 1,7 Prozent ist sogar von einer Disinflation die Rede; die Preissteigerungsrate liegt erheblich unter der Zielsetzung der chinesischen Zentralbank von vier Prozent. Zudem deutet ein Rückgang der Erzeugerpreise um fast drei Prozent nicht direkt auf mittelfristiges Inflationsrisiko hin.

Ken Van Weyenberg ist Investment Specialist bei Dexia Asset Management.

Foto: Dexia

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