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1. Juli 2013, 09:00
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Globale Präsenz versus lokale Expertise

Eine Niedrigzinsphase, die Komplexität in der Produktgestaltung im Asset Management und anhaltende regulatorische Änderungen drücken auf die Geschäftsmöglichkeiten in der gesamten Asset Management Industrie.
Dr. Holger Sepp, Caceis Bank

Asset Management

Holger Sepp, Caceis Bank

Hinzu kam zuletzt mit der Zurückhaltung von Retail-Investoren noch ein quantitativer Effekt.
Die bekannte Wertschöpfungskette in der Asset Management Branche war bisher stark national geprägt. Nun mehren sich auf Seiten der Wertpapier Asset Manager die Anzeichen für eine Neuorganisation der Prozesse, aber auch für eine Neuaufstellung der Akteure in der Wertschöpfungskette.

Der Trend geht eindeutig hin zu einer länderübergreifenden, pan-europäischen Wertschöpfung im Wertpapier Asset Management. Es wird interessant sein zu beobachten, wie sich andere Assetklassen wie die Immobilienfonds oder die alternativen Investmentfonds verhalten. In ihrem Lebenszyklus ist die Wertpapierfondsindustrie weiter entwickelt als die Immobilienfondsindustrie und diese ist ihrerseits im Vergleich zu den alternativen Investmentfonds weiter fortgeschritten.

Zeit zum Handeln

Besonders die Asset Management-Tochtergesellschaften der mittleren und großen Versicherungsunternehmen in Europa und auch andere Asset Manager stehen aktuell vor der drängenden Frage, wie sie auch mittelfristig attraktive Margen generieren können.

Einerseits ist in den vergangenen Jahren die Effizienz im Asset Management weltweit gesunken. Zum anderen kamen zuletzt regulatorische Anforderungen wie Solvency II, AnsFuG, Ucits IV, AIFMD dazu. Mit Ucits V & VI stehen weitere Anforderungen vor unserer Tür.

Diese regulatorischen Anpassungen sind im Sinne des Anlegerschutzes sicher notwendig, wenngleich auch aufwändig. Dies und die gesunkenen Absatzzahlen, insbesondere bei margenstarken Retail-Produkten, setzen die nationalen Asset Manager aktuell unter Druck. Das belegt auch die Asset Management Umfrage “The Hunt for Elusive Growth” von McKinsey aus dem Jahr 2012.

Demnach liegt die Profitabilität in den wichtigen Asset Management Weltregionen Nordamerika und Westeuropa um 20 Prozent beziehungsweise 30 Prozent deutlich niedriger verglichen mit den Spitzenwerten vor der Finanzkrise 2007.

Die Studie zeigt auch, dass die Gesamtanzahl der weltweiten Assets zwar insgesamt gestiegen ist – die Anzahl der gemanagten Assets stagniert jedoch. Außerdem ist innerhalb des Asset Managements eine höhere Spezialisierung festzustellen, die ihrerseits die Notwendigkeit steigert, Prozesse zu bündeln. Dies schließt auch diejenigen Prozesse ein, die bislang national geprägt sind. Das Umdenken beim Asset Management der Wertpapierfonds ist also nur allzu verständlich.

Die Rahmenbedingungen haben sich längst verändert und sie werden sich weiter entwickeln. Gerade in der Wertpapierindustrie haben die Asset Manager dies erkannt und quasi eine Vorreiterrolle übernommen. Auf der einen Seite fand in den letzten zehn Jahren bereits ein Prozess der Aufspaltung der Wertschöpfungskette statt. Damit ging eine klare Konzentration auf einzelne Kernkompetenzen innerhalb derselben einher.

Seite zwei: Neuer Markttrend

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