Anzeige
4. Dezember 2013, 08:22
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Vorsicht bei großen Dividendenversprechen!

Eine Anlage in dividendenstarke Aktien ist für viele Anlegertypen interessant. Besonders im heutigen Niedrigzinsumfeld.

Kolumne von Philipp von Königsmarck, Fidelity Worldwide Investment

Königsmarck

Philipp von Königsmarck, Fidelty Worldwide Investment

Wer auf der Suche nach laufenden Erträgen ist, für den sind sie eine attraktive Einnahmequelle. Anleger, für die das Kapitalwachstum im Vordergrund steht, finden in Dividenden einen Renditepuffer in schwankenden Märkten. Zudem profitieren sie durch die Wiederanlage der Dividenden von einer höheren Gesamtrendite. Dabei sind die Dividenden heute schon wieder höher als 2007 vor der Krise. Andere Anlageformen haben ihr Vorkrisenniveau noch nicht wieder erreicht.

Aber Vorsicht: Investoren müssen überprüfen, wie nachhaltig die Dividendenrenditen sind. Allgemein kann man davon ausgehen, dass ab einer prognostizierten Dividendenrendite von fünf bis sechs Prozent die Wahrscheinlichkeit deutlich steigt, dass die Dividende in der Realität nicht erreicht wird. Und Dividendenkürzungen bedeuten in der Regel auch Kapitalverluste. Vor allem, wenn die Kürzung überraschend kommt.

Es gibt mehrere Indikatoren, die andeuten, dass prognostizierte Renditen nicht realisierbar sind. Schauen wir uns die großen Sieben der Ölwirtschaft an: BP, Chevron, Conoco, Eni, Exxon, Shell und Total. In vielen Dividendenportfolios sind sie vertreten, aber es gibt durchaus Zweifel an ihrer Fähigkeit, nachhaltig gute Dividenden zu zahlen. Auf den ersten Blick sind die Kennzahlen dieser Gesellschaften attraktiv: einstellige Kurs-Gewinn-Verhältnisse und ansehnliche Dividendenrenditen. Zudem hat die Branche in den letzten Jahren beständig ihre Dividenden angehoben.

Aber: Die Summen, die Ölgesellschaften in ihren Produktionszyklus investieren müssen, sind in den letzten Jahren gestiegen – zu Lasten ihrer liquiden Mittel. Während der freie Cashflow der großen Sieben um vier Prozent gesunken ist, haben sie gleichzeitig ihre Dividenden um etwa fünf Prozent aufgestockt. Bei einer Ausschüttungsquote von 70 Prozent schütten einige europäische Ölgesellschaften Dividenden aus, die zumindest kurzfristig zu Lasten ihrer Bilanz gehen. De facto nehmen sie Kapital auf, um es an die Anleger auszuschütten. Das ist alles andere als ideal.

Daher ist es wichtig, Unternehmen zu finden, die neben klaren Geschäftsmodellen auch vorhersagbare, beständige Zahlungsströme und eine solide Finanzkraft besitzen. Das ist die Grundlage für nachhaltige Dividenden. Auf sie sollten Fondsmanager setzen. Und sie sollten Risiko als Wahrscheinlichkeit definieren, mit einer Anlage Geld zu verlieren. Denn so sehen es Anleger auch. Eine gute Möglichkeit, dieses Risiko zu messen, besteht meines Erachtens darin, sich anzuschauen, wie hoch der Maximalverlust eines Fonds verglichen mit dem Gesamtmarkt oder der Vergleichsgruppe über einen mittel- bis langfristigen Zeitraum ist. Ich ermutige Anleger dazu, genau das unter die Lupe zu nehmen.

 

Autor Philipp von Königsmarck leitet den Vertrieb über unabhängige Finanzdienstleister bei der Fondsgesellschaft Fidelity Worldwide Investment, Kronberg im Taunus, und ist regelmäßiger Cash.-Kolumnist.

Foto: Fidelity Worldwide Investment

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 4/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Tech-Aktien – Fondspolicen – Baufinanzierung – Frauen in der Finanzberatung

Ab dem 16. März im Handel.

Cash. 3/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Pflegevorsorge - Small Caps - Zinshäuser - Digitalisierung - Honorarberatung - Leadsgewinnung - Nachfolge-Planung

Versicherungen

VZBV: “Restschuldversicherungen sind maßlos überteuert”

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) fordert, dass Restschuldversicherungen künftig nur noch separat und nicht gekoppelt an Kreditverträge vermittelt werden dürfen. Das sollte nach dem Willen der Verbraucherschützer im Umsetzungsgesetz der EU-Richtlinie Insurance Distribution Directive (IDD) verankert werden.

mehr ...

Immobilien

Hausbau: Tipps zum Schutz vor Klimaschäden

Starkregen und Überschwemmungen bestimmten das Klimajahr 2016: Allein durch die Flut Ende Mai, entstanden Schäden an Gebäuden in Höhe von etwa 450 Millionen Euro. Der Praxisratgeber “Klimagerechtes Bauen” gibt Tipps, wie Hausbesitzer ihre Immobilie schützen können.

mehr ...

Investmentfonds

Donald “Robin Hood” Trump, der protektionistische Rächer

Seit Ende des II. Weltkriegs waren die Beziehungen zwischen deutschen Regierungschefs und US-Präsidenten meistens von herzlicher Wärme geprägt. Doch wenn man sich die Bilder des Besuchs von Angela Merkel bei Donald Trump zu Gemüte führt, weiß man, was politische Eiszeit ist. 

mehr ...

Berater

Feeling über Fakten: Setzen Sie Ihr Produkt ins richtige Licht

Manch ein Berater wundert sich: Er präsentiert seinem Kunden ein exzellentes Produkt. Mit idealen Konditionen. Er rechnet Zahlen aus und betont die hohen Sicherheiten. Doch sein Gegenüber beißt nicht an. Der Grund ist oft einfach: Ihr Kunde fühlt es nicht. Die Rankel-Kolumne

mehr ...

Sachwertanlagen

Weitere Ausschüttung für Anleger der Deutschen Finance

Die Geschäftsführung des PPP Privilege Private Partners Fund des Asset Managers Deutsche Finance aus München wird den Anlegern nach einer erfolgreichen Zielfonds-Transaktion für das Geschäftsjahr 2017 eine Vorabausschüttung in Höhe von 15 Prozent vorschlagen.

mehr ...
24.03.2017

Lacuna goes Canada

Recht

LV-Vertrag: Bei Änderung Steuerlast wie bei Neuabschluss

Wird ein Lebensversicherungsvertrag (LV-Vertrag) vor Ablauf der Vertragslaufzeit geändert, ohne dass die Modifikation von vornherein vertraglich vereinbart worden ist, liegt hinsichtlich der Änderungen aus ertragsteuerlicher Perspektive ein neuer Vertrag vor. Dies entschied der Bundesfinanzhof.

mehr ...