24. Juni 2013, 06:44

US-Notenbank: Medizin bleibt nötig

Weltweit sind Aktienanleger damit beschäftigt, die Äußerungen des Fed-Chefs Ben Bernanke nach der Sitzung des Offenmarktausschusses zu verdauen. Erfreulicherweise hat das Gremium seine extrem expansive Haltung bestätigt.

Gastkommentar Luke Newman, Henderson 

NotenbankSo bleiben die Zinsen unverändert vor dem Hintergrund einer weiter Fuß fassenden Wirtschaft, in der die Risiken für das Wachstum und den Arbeitsmarkt auf dem Rückzug sind.

Kein Kurswechsel in der Geldpolitik

Bernanke machte jedoch auch deutlich, dass die US-Wirtschaft stark genug wächst, um ein Zurückfahren der Anleihekäufe von bis 85 Milliarden US-Dollar pro Monat zum Jahresausklang hin zu rechtfertigen. Bernanke erklärte: „Wir werden lediglich das Tempo drosseln, also den Fuß vom Gas nehmen. Eine Anhebung der Kurzfristzinsen liegt noch in weiter Ferne. Das ist kein Kurswechsel in der Geldpolitik.“

Gleichwohl reagierten Börsen in Asien und Europa mit kräftigen Kursverlusten und schlossen sich damit der Talfahrt über Nacht an den US-Aktienmärkten an. Denn die umfangreichen und anhaltenden Anleihekäufe der US-Notenbank waren einer der zentralen Antriebskräfte der in den letzten Monaten gesehenen weltweiten Rally bei Risikoanlagen. Entsprechend lösten Befürchtungen über einen schrittweisen Ausstieg der Amerikaner aus ihrem Stimulusprogramm die Angst vor einem Kursrutsch an den weltweiten Aktienmärkten aus.

Dass sich die amerikanische Wirtschaft der Fed zufolge soweit erholt hat, dass sie ein Zurückfahren ihrer expansiven Geldpolitik für angemessen hält, ist eigentlich ein ermutigendes Zeichen. Vor dem Hintergrund steigender Renditen aus US-Staatsanleihen könnte dies die US-Dollar-Käufe ankurbeln. Ein damit einhergehender Anstieg des Dollars würde auch die Wettbewerbsfähigkeit von Exporteuren aus Asien, Europa und Großbritannien verbessern. Gleichzeitig hat sich Bernanke zusätzlichen Handlungsspielraum verschafft, sollte sich die US-Wirtschaft nicht so stark wie erwartet beleben. Natürlich können die Stimulusmaßnahmen nicht endlos fortgeführt werden. Und ein sorgfältig kommunizierter, geordneter und langsamer Rückzug ist einem plötzlichen und unerwarteten Ende sicher vorzuziehen.

Luke Newman managt für die Fondsgesellschaft Henderson den Henderson Gartmore UK Absolute Return Fund.

 


Aktuelle Beiträge
Folgen Sie uns:
Aktuelle Beiträge aus dem Ressort Meinung


Topaktuelle Themen auf der Startseite


Cash.Aktuell

02/2015

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Europa-Fonds – Private-Equity – offene Immobilienfonds – Nachwuchsmangel – Die Lebensversicherung 2015

Ab dem 22. Januar im Handel.

01/2015

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Rentenfonds – Cyber-Policen – Secondhand-Fonds – Metropolen im Immobilien-Check – Vertrieb 2015

1 Kommentar

  1. ich kann nur jeden raten die ermittler zu verklagen. bei meiner kage bin ich erfolgreich gwesen.
    ( sittenwidrig )

    Kommentar von müller — 25. Januar 2015 @ 11:15

Ihre Meinung

Mehr Cash.

Versicherungen

“Krankenversicherer müssen Versicherung erlebbar machen”

Christoph Dittrich, Geschäftsführer des Analysehauses Softfair, spricht über die aktuellen Beitragsanpassungen der Krankenversicherer, den Trend zu Bausteinlösungen und die Erfassung von Gesundheitsdaten über Apps.

mehr ...

Immobilien

Gewerbeimmobilien: 30 Städte vereinen 50 Prozent der weltweiten Investitionen

Internationale Investoren legen in großem Stil in Immobilien an. Dabei konzentriert sich nach Angaben von Jones Lang LaSalle (JLL) die Hälfte der globalen Investments auf relativ wenige Standorte.

mehr ...

Investmentfonds

EZB präsentiert Billionen-Kaufprogramm

Die Europäische Zentralbank hat ihre Maßnahmen zur Stützung der Eurozone vorgestellt. Bis Ende September 2016 wird sie monatlich für 60 Milliarden Euro Staatsanleihen und andere Wertpapiere aus den Euro-Ländern aufkaufen.

mehr ...

Berater

Vertriebsgipfel am Tegernsee

Rund 60 Vorstände, Geschäftsführer, Vertriebsverantwortliche, Unternehmensberater, Fachanwälte und -journalisten trafen sich vom 14. bis 15. Januar in Rottach-Egern, um im Rahmen des “Vertriebsgipfel Tegernsee” über die neuesten Entwicklungen in der Branche zu diskutieren.

mehr ...

Sachwertanlagen

Hahn Gruppe investiert in Supermarkt in Bad Salzuflen

Die Hahn Gruppe hat für einen ihrer institutionellen Immobilienfonds das SB-Warenhaus Bad Salzuflen erworben. Verkäufer ist die Berlinovo Immobilien Gesellschaft. Das Investitionsvolumen der Transaktion beläuft sich auf 20 Millionen Euro.

mehr ...

Recht

Anklage: Fast eine Viertelmilliarde Euro Schaden durch S&K

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main hat ihre Anklage gegen sieben mutmaßliche Hauptverantwortliche der S&K-Unternehmensgruppe präsentiert. Den beiden Firmengründern werden 49 Straftaten vorgeworfen, und zwar schwerer banden- und gewerbsmäßiger Betrug, schwere banden- und gewerbsmäßige Untreue sowie ein Fall der Anstiftung dazu im Zeitraum von Oktober 2008 bis Februar 2013.

mehr ...