Anzeige
11. Februar 2013, 11:19
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Studie: Mehr Weitsicht der Regulierer gefordert

Das Gros der bankenunabhängigen Portfolioverwalter verlangt vom Gesetzgeber mehr Augenmaß und kritisiert zunehmendend etwaige regulatorische Anforderungen. Das ergab eine Umfrage der DAB Bank.

Josef ZellnerDAB-254x300 in Studie: Mehr Weitsicht der Regulierer gefordert

Josef Zellner, DAB

80 Prozent der Befragten geben an, dass durch die aktuellen regulatorischen Vorgaben das Ziel der Politik, Anleger besser zu schützen, nicht erfüllt wird.

Dies ist das Ergebnis einer Umfrage der DAB Bank unter 141 Finanzportfolioverwaltern, die im Rahmen der Jahresauftaktveranstaltung der DAB Bank erstmals präsentiert wurde.

Für 86 Prozent gehen die regulatorischen Anforderungen an der Realität vorbei und führen eher zu bürokratischen Belastungen als zu einer Verbesserung des Anlegerschutzes.

MiFID beschäftigt Verwalter

Welches regulatorische Vorhaben sie in der Vergangenheit am meisten beschäftigte, ist eindeutig: 95 Prozent der Verwalter nennen die Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente, kurz MiFID.

Dass sich ihr Unternehmen durch höhere Aufsichtsanforderungen auch qualitativ verbessert, glauben nur sieben Prozent der Befragten. Für 52 Prozent ist dies eindeutig nicht der Fall.

Zudem geben 68 Prozent der Finanzprofis an, dass die Umsetzung der regulatorischen Anforderungen in ihrem Unternehmen der Geschäftsleitung vorbehalten sind und nicht an Mitarbeiter delegiert werden können.

71 Prozent der Befragten benötigen externe Hilfe, beziehen Rat bei Anwälten, Wirtschaftsprüfern oder Verbänden. Das treibt auch die Kosten in die Höhe: 50 Prozent gehen von einem jährlichen Kostenaufwand zwischen 20.000 und 50.000 Euro aus, bei 14 Prozent ist er sogar höher.

Kleine Häuser ächzen unter Regulationsdruck

So erweisen sich die aufsichtsrechtlichen Anforderungen besonders für kleinere Vermögensverwaltungen als Nachteil. 94 Prozent aller befragten Verwalter stimmen zu, dass der regulatorische Aufwand gerade für kleine Häuser deutlich schwieriger zu bewältigen ist.

90 Prozent sind der festen Überzeugung, dass dieser zusätzliche Aufwand den Sprung in die Selbstständigkeit erschwert. Außerdem bewerten 51 Prozent der Befragten die Unterstützung ihres Hauses durch Aufsichtsbehörden zur Bewältigung der aufsichtsrechtlichen Anforderungen nur als ausreichend oder sogar mangelhaft.

Weniger Zeit für das Kerngeschäft

“Die Hauptaufgabe und Kernkompetenz unabhängiger Vermögensverwalter ist die Beratung ihrer Kunden. Die Pflicht zur Auseinandersetzung mit den Vorschriften mindert jedoch die Zeit für das Kerngeschäft”, erklärt Dr. Josef Zellner, Vorstand der DAB Bank.

“Gleichzeitig glaubt kaum ein Vermögensverwalter, dass der Anlegerschutz durch die zunehmenden Anforderungen verbessert wird. Es wird Zeit, dass die zuständigen Politiker innehalten und die Regulierungen so anpassen, dass sie für die Finanzdienstleister leichter umsetzbar sind und die Privatanleger tatsächlich schützen.” (fm)

Foto: DAB

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 4/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Tech-Aktien – Fondspolicen – Baufinanzierung – Frauen in der Finanzberatung

Ab dem 16. März im Handel.

Cash. 3/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Pflegevorsorge - Small Caps - Zinshäuser - Digitalisierung - Honorarberatung - Leadsgewinnung - Nachfolge-Planung

Versicherungen

VZBV: “Restschuldversicherungen sind maßlos überteuert”

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) fordert, dass Restschuldversicherungen künftig nur noch separat und nicht gekoppelt an Kreditverträge vermittelt werden dürfen. Das sollte nach dem Willen der Verbraucherschützer im Umsetzungsgesetz der EU-Richtlinie Insurance Distribution Directive (IDD) verankert werden.

mehr ...

Immobilien

Bauhauptgewerbe verzeichnet besten Jahresstart seit 1996

Das Bauhauptgewerbe startet erfolgreich in 2017, es verzeichnete zuletzt vor über 20 Jahren mehr Auftragseingänge zu Beginn eines Jahres. Im Vergleich zum Vormonat Dezember sind die Aufträge jedoch leicht gesunken.

mehr ...

Investmentfonds

Deutsche Börse tritt auf Kostenbremse

Die Deutsche Börse plant kurzfristig Einsparungen in mindestens zweistelliger Millionenhöhe. Zudem gilt zunächst ein Einstellungsstopp für fast alle Bereiche. Der Konzern reagiert damit auf sinkende Umsätze und das erwartete Scheitern der Fusion mit der London Stock Exchange (LSE).

mehr ...

Berater

Patientenverfügung: BGH präzisiert Anforderungen

Im Einzelfall kann sich die erforderliche Konkretisierung in einer Patientenverfügung auch durch Bezugnahme auf ausreichend spezifizierte Krankheiten oder Behandlungssituationen ergeben – ohne detaillierte Benennung bestimmter ärztlicher Maßnahmen. Das geht aus einem aktuellen Beschluss des Bundesgerichtshofs (BGH) hervor.

mehr ...

Sachwertanlagen

Weitere Ausschüttung für Anleger der Deutschen Finance

Die Geschäftsführung des PPP Privilege Private Partners Fund des Asset Managers Deutsche Finance aus München wird den Anlegern nach einer erfolgreichen Zielfonds-Transaktion für das Geschäftsjahr 2017 eine Vorabausschüttung in Höhe von 15 Prozent vorschlagen.

mehr ...
24.03.2017

Lacuna goes Canada

Recht

LV-Vertrag: Bei Änderung Steuerlast wie bei Neuabschluss

Wird ein Lebensversicherungsvertrag (LV-Vertrag) vor Ablauf der Vertragslaufzeit geändert, ohne dass die Modifikation von vornherein vertraglich vereinbart worden ist, liegt hinsichtlich der Änderungen aus ertragsteuerlicher Perspektive ein neuer Vertrag vor. Dies entschied der Bundesfinanzhof.

mehr ...