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8. Dezember 2014, 08:57
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Gesundheitsmarkt: Malaysia und Indonesien steigen auf

Asiatische Emerging Markets verfügen über eine wachstumsstarke Gesundheitsbranche. Besonders Malaysia und Indonesien stehen im Fokus.

Marktkommentar: Ingo Grabowsky, Lacuna

Lacuna

Lacuna setzt auf den asiatischen Gesundheitsmarkt.

Japan, Südkorea, Indien und China gehören nach wie vor zu den interessantesten Zielmärkten für Investments im asiatischen Gesundheitssektor. Andere Emerging Markets wie beispielsweise Thailand sind derzeit aus Bewertungsgründen für die Portfolio-Allokation weniger relevant. Doch es gibt eine Reihe interessanter Aufstiegskandidaten, die es sich im Auge zu behalten lohnt. Dazu gehören auch Indonesien und Malaysia. Beide Länder weisen laut aktuellen Zahlen von WHO und World Bank über die vergangenen Jahre ein hohes durchschnittliches Umsatzwachstum im Gesundheitsmarkt auf: in Indonesien lag es zwischen 2009 und 2012 bei jährlich 17 Prozent, Malaysia erreichte im gleichen Zeitraum etwa elf Prozent per annum.

Gesundheitsreform als Wachstumsmotor

Nach Angaben von Germany Trade Invest (GTAI) liegen die prognostizierten Wachstumsraten für den indonesischen Gesundheitsmarkt mit jährlich 15 Prozent auch in den kommenden Jahren auf einem hohen Niveau. Diese Zuwächse sind nicht zuletzt durch die Anfang 2014 angestoßene Gesundheitsreform ein realistisches Szenario. Beispielsweise steht auf der Reformagenda, die Pro-Kopf-Gesundheitsausgaben von derzeit 108 bis 2018 auf 237 US-Dollar zu erhöhen.

Zudem sieht die Gesundheitsreform die Etablierung eines Krankenversicherungssystems für alle Indonesier vor. Der Anteil der krankenversicherten Bevölkerung lag mit 70 Prozent bereits zu Beginn der Maßnahmen vergleichsweise hoch. Dennoch bedeutet die Versicherung der übrigen 30 Prozent einen deutlichen Mehraufwand, da es für die medizinische Grundversorgung aller Indonesier bislang an Infrastruktur und Ausstattung mangelt. So gibt es weder genügend Krankenhäuser, noch Ärzte oder das notwendige medizinische Material. Dieser zusätzliche Bedarf soll unter anderem über private Krankenhäuser gedeckt werden, wovon Krankenhausgruppen wie Mitra Keluaga oder Siloam profitieren dürften.

Zunehmender Wohlstand lässt Gesundheitsmarkt wachsen

Relevant ist diese Entwicklung hin zu verstärkten Investitionen im Privatsektor auch insofern, da die Gesundheitskosten trotz des Aufbaus einer staatlich finanzierten Grundversorgung nach wie vor zu einem großen Teil aus der eigenen Tasche bezahlt werden müssen. Dahinter verbirgt sich ein weiterer Wachstumsmotor für Indonesiens Healthcare-Branche, denn der Wohlstand der Bevölkerung steigt weiter an. Prognosen des Beratungsunternehmens McKinsey gehen davon aus, dass die Anzahl derer, die in Indonesien als Mittel- bis Oberschicht gelten, von aktuell etwa 240 Millionen Menschen bis 2020 bereits auf 265 Millionen und bis 2030 auf 280 Millionen ansteigen werden.

Insgesamt sehen die Aussichten für Indonesiens Gesundheitssektor folglich vielversprechend aus. Dennoch müssen auch mögliche Risiken realistisch eingeschätzt werden, um zielführend und erfolgreich investieren zu können. Hierzu gehören beispielsweise die sehr ehrgeizigen Pläne des neuen Präsidenten Joko Widodo im Rahmen der Gesundheitsreform. So verfügt Widodo im nationalen Parlament über keine Mehrheit, was die Umsetzung seiner hochgesteckten Ziele erschweren dürfte. Allerdings bringt das Gesundheitssegment für Indonesiens Gesamtwirtschaft gleichzeitig hohes Potenzial mit sich.

Denn von dem Umsatzwachstum der Gesundheitsbranche profitieren in erster Linie regionale Unternehmen sowie die einheimische Bevölkerung, was auch auf die strenge Reglementierung von Indonesiens Gesundheitsmarkt zurückzuführen ist. Zwei Beispiele: ausländische Ärzte dürfen nicht in Indonesien praktizieren, außerdem ist es internationalen Firmen in der Regel nicht erlaubt, auf dem indonesischen Markt Krankenhäuser zu betreiben. Es ist daher davon auszugehen, dass die Reform mehr oder weniger konsequent umgesetzt wird. In Kombination mit den erhöhten Investitionen im Privatsektor ergibt sich daraus für die kommenden Jahre ein spannender Investmentmarkt, den es im Auge zu behalten gilt.

Künftiges Ziel für Medizintourismus

Für Gesundheitsinvestoren ist Malaysias Healthcare-Branche ein spannender Markt. Die im Vergleich zu Indonesien bereits relativ hohen jährlichen Pro-Kopf-Gesundheitsausgaben von 412 US-Dollar sowie die Wachstumsraten aus den vergangenen Jahren zeigen dieses Potenzial. Allerdings war 2014 für die Gesamtwirtschaft Malaysias kein gutes Jahr – so sorgten die Flugzeugabstürze für einen starken Reputationsverlust, was Malaysia auch in der Investorengunst sinken ließ. Doch das Land arbeitet an seiner Attraktivität für Investoren. Daher lohnt es sich, den Markt weiterhin zu beobachten, um so zum geeigneten Zeitpunkt investieren zu können. Für 2015 beispielsweise sieht Malaysias Haushaltsentwurf höhere Investitionen im Gesundheitswesen vor.

Nach GTAI-Angaben wurden die Investitionen im Vergleich zum Vorjahr um 5,4 Prozent erhöht. Im Gegensatz zu den industrialisierten westlichen Gesundheitsmärkten ist Malaysia also auf Expansions- und nicht auf Sparkurs. Dabei liegt der Fokus vor allem auf dem Bau von Krankenhäusern. Dies dient nicht zuletzt den hohen Zielen Malaysias im Bereich des Medizintourismus. Denn nach Angaben des auf Gesundheitsaktien spezialisierten Fondsmanagers Adamant Biomedical Investments möchte Malaysia in den kommenden Jahren zu Asiens führendem Standort für Medizintourismus aufsteigen – diese Position liegt derzeit noch bei Thailand, das als die Anlaufstelle für günstige und gleichzeitig qualitativ hochwertige medizinische Versorgung gilt.

Die großen Vorhaben beider Länder machen deutlich, wie viel Potenzial die dortigen Gesundheitssektoren bergen. Ob dies in den nächsten Jahren auch zum Tragen kommt und ob daraus außerdem ausreichend investierbare sowie attraktiv bewertete Unternehmen hervorgehen, bleibt abzuwarten. Da wir von Lacuna diese Entwicklung aber für sehr wahrscheinlich halten, bleiben beide Märkte bei uns auf der Watchlist.

Autor Ingo Grabowsky ist Vertriebsdirektor bei der Regensburger Investmentgesellschaft Lacuna.

Foto: Shutterstock

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