Anzeige
24. Januar 2014, 15:46
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Die Naumer-Kolumne: Disinflation

Disinflation oder doch Deflation? Die Frage ist für Anleger virulent. Die Inflationsraten waren in den vergangenen Monaten tendenziell niedriger als erwartet, und die Zentralbanken befassen sich derzeit eher mit Deflations- als mit Inflationsrisiken.

Naumer-Kolumne

Hans-Jörg Naumer, Allianz Global Investors

Dennoch sind wir der Auffassung, dass sich die Inflation stabilisieren wird und dass nicht mit einer Deflation zu rechnen ist, wie sie Japan bis vor kurzem plagte. In diesem Zusammenhang ist zwischen „Deflation“ und „Disinflation“ zu unterscheiden. Bei einer Deflation gehen die Preise zurück und die Konjunktur stagniert bestenfalls. Bei einer Disinflation verlangsamt sich die Inflation zwar, wird aber nicht negativ.

Da wir von einem moderaten, aber nachhaltigen Wachstum ausgehen – ein Szenario, das von der Entwicklung in den vergangenen Quartalen gestützt wird –, sollte sich das Preisniveau in den entwickelten Ländern stabilisieren und dann in den kommenden zwei bis drei Jahren ansteigen. Die Deflation in einigen europäischen Ländern ist Teil eines schmerzhaften Anpassungsprozesses, um die Wettbewerbsfähigkeit wieder herzustellen.

Wir rechnen aus den folgenden drei Gründen nicht damit, dass sich die Entwicklung wie in Japan, dem Land mit einer seit 2 Dekaden anhaltenden Deflation, in den Industrieländern insgesamt wiederholt:

1. Die Verschuldung des privaten Sektors ist sehr viel niedriger als im Japan der Neunzigerjahre.

2. Die Geldpolitik der Fed und der Europäischen Zentralbank ist sehr viel akkommodierender als dies in Japan zu Beginn der „verlorenen Jahrzehnte“ der Fall war.

3. Die Immobilienmärkte in den USA und in den Peripherieländern des Euroraums haben sich rascher stabilisiert als dies in Japan der Fall war.

Ein Anstieg der Inflation erscheint zwar derzeit weniger wahrscheinlich, sollte aber von den Anlegern nicht außer Acht gelassen werden. Die langfristigen Inflationserwartungen sind noch gut verankert, aber die Potenziallücke in den USA schließt sich nach jahrelangen Unterinvestitionen in den Industrieländern und das globale Geldmengenwachstum war im Vergleich zu den nominalen Wachstumsraten moderat.

Mit einer Rate von sechs bis sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr ist das Geldmengenwachstum durchschnittlich, so dass in den kommenden Quartalen weder eine deutliche Inflation noch eine spürbare Deflation wahrscheinlich sind. Keine Deflation – das ist eine gute Nachricht für Aktien.

 

Autor Hans-Jörg Naumer schreibt als Kolumnist im Cash.-Magazin über aktuelle Themen der Kapitalmärkte. Naumer ist seit dem Jahr 2000 Leiter Kapitalmarktanalyse bei Allianz Global Investors (AGI), Frankfurt.

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Absolute-Return – Insurtechs – Robo Advisors – Denkmalimmobilien


Ab dem 26. Januar im Handel.

Cash. 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Trumps Sieg in Rendite ummünzen - Themen, Produktangebote und Trends 2017 - Rentenreform

Versicherungen

IDD: BVK zufrieden mit Kabinettsentwurf

Wie der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) mitteilt, sieht er sich durch den Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Umsetzung der Versicherungsvertriebsrichtlinie Insurance Distribution Directive (IDD) bestätigt. Wichtige Forderungen des BVK seien umgesetzt worden; dennoch bestehe Nachbesserungsbedarf.

mehr ...

Immobilien

Interhyp: Immobilienkäufer können aufatmen

Die EZB behält ihre Geldpolitik vorerst bei, das legte sie auf ihrer geldpolitischen Sitzung am Donnerstag fest. Daher erwarten Immobilienexperten, dass die Baugeldzinsen zunächst niedrig bleiben, wie aus dem Interhyp-Bauzins-Trendbarometer hervorgeht.

mehr ...

Investmentfonds

Amtsantritt von Donald Trump: Das sagen die Investment-Experten

Die heutige Amtseinführung von Donald Trump ist auch an der Wall Street das Top-Thema. Cash. hat führende Investmentexperten zu ihren Einschätzungen in Bezug auf die Auswirkungen für die Kapitalmärkte befragt.

mehr ...

Berater

IDD: AfW kritisiert Regierungsentwurf

Der Gesetzesentwurf zur Umsetzung der europäischen Vertriebsrichtlinie (IDD) in deutsches Recht hat gestern das Bundeskabinett passiert. Nach Ansicht des AfW – Bundesverband Finanzdienstleistung e.V. hat es die Regierung versäumt, wichtige Änderungen vorzunehmen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Doric zieht positive Bilanz für 2016

Quadoro Doric hat mit der kernsanierten Büroimmobilie Trappenburch in Utrecht eine weitere Immobilie für den offenen Spezial-AIF Vescore Sustainable Real Estate Europe übernommen und damit das Jahr 2016 erfolgreich abgeschlossen.

mehr ...

Recht

LV-Verträge als Kreditsicherung: Widerspruchsrecht verwirkt

Werden Lebensversicherungsverträge zur Immobilienfinanzierung eingesetzt, kann das Widerspruchsrecht des Versicherten verwirkt sein, auch wenn die Widerspruchsbelehrungen der Policen nicht korrekt sind. Knackpunkt ist die Bedeutung der Policen als Sicherungsmittel.

mehr ...