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20. Mai 2014, 10:35
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Unternehmensanleihen: Sichersüße Träume

Die Zinsdecke von Staatsanleihen ist immer dünner geworden. Solide Unternehmensanleihen sind die neuen Ruhekissen für Anleger.

Gastbeitrag von Mondher Bettaieb, Vontobel

Unternehmensanleihen

Mondher Bettaieb, Vontobel, ist überzeugt, dass Investoren bei Investments in staatliche Anleihen nicht mehr genügend Zinsen für das eingegangene Risiko erhalten.

Wer erinnert sich nicht an die alte Börsenweisheit “mit Aktien gut essen, mit Anleihen gut schlafen”?

Doch spätestens seit in Europa das Gespenst von Staatsbankrotten umgeht, werden Anleiheanleger zunehmend um ihre Nachtruhe gebracht. Wenn die Sicherheit von Staatstiteln zu wünschen übrig lässt, bieten sich Unternehmens- und teilweise auch Hochzinsanleihen als Alternativen an.

Queen Victoria trug den Schuldenberg ab – und Europa?

Die Zinsen in den führenden Volkswirtschaften tendieren praktisch überall gegen null – eine Folge der massiven Liquiditätsspritzen der Zentralbanken im Nachgang zur jüngsten Wirtschafts- und Finanzkrise. In einem solchen Umfeld verdienen Anleger beispielsweise mit deutschen Staatsanleihen kaum Geld, was der ungebrochenen Popularität von “Bund”-Anlagen allerdings keinen Abbruch tut.

Doch deutsche Schuldverschreibungen gelten zumindest als sicher, auch wenn sie gegenwärtig keine Rendite abwerfen. Das kann von vielen anderen Staatstiteln derzeit nicht behauptet werden.

Bekommt Europa sein Schuldenproblem in den Griff ?

In der Vergangenheit gab es durchaus positive Beispiele: So konnte etwa Großbritannien seine Kriegsschulden unter Königin Victoria (Regierungszeit: 1837-1901) begleichen, obwohl das Vorhaben ganze 60 Jahre in Anspruch nahm.

Heute sind die Voraussetzungen für eine Schuldenreduktion über Jahrzehnte hinweg allerdings kaum gegeben – zu hoch sind die politischen Risiken von Sparprogrammen. Zudem wachsen die Schuldenberge vielerorts tendenziell weiter.

Im Zuge der Alterung der Gesellschaft entstehen sogenannte implizite Staatsschulden. Dies sind unerfüllbare Sozialversprechen, die nicht unmittelbar sichtbar sind, die die westlichen Staatshaushalte jedoch in Zukunft belasten werden.

In Frankreich beispielsweise könnten die Kosten für das Gesundheits- und Rentensystem bis 2030 einen Anstieg der Verbindlichkeiten im Vergleich zum Bruttoinlandsprodukt von 27 bis 75 Prozentpunkten verursachen. Kein Wunder also, dass die Bonität einiger Länder vermutlich weiter sinken wird.

US-Babyboomer gehen in Pension

Angesichts der unerfreulichen Aussichten für Staatsanleihen liegt die Idee nahe, den Blick auf Aktien zu lenken. Doch der Nachteil von Dividendenpapieren ist neben ihrem hohen Risiko auch ihre starke Koppelung an das Wirtschaftswachstum.

Ein Beispiel aus den Vereinigten Staaten illustriert dies: Ein wesentlicher Grund für die langfristig gute Entwicklung von US-Aktien war die Konsumfreude der Babyboomer, also der unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg geborenen Amerikaner. Diese geburtenstarke Generation erreicht nun aber das Pensionsalter.

Seite zwei: Aktien sind zu wachstumsabhängig

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