Anzeige
7. Januar 2015, 09:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Atradius: Chinas Wirtschaft wächst um sieben Prozent

In China bleibt die konjunkturelle Entwicklung weiterhin positiv. Von einer Abkühlung sind lediglich zyklische Branchen wie die Stahl- und Metallindustrie, Bau und Baumaterial sowie der Papiersektor betroffen. Das zeigt der jüngste Länderbericht des Kreditversicherers Atradius.

Shanghai-Financial750 in Atradius: Chinas Wirtschaft wächst um sieben Prozent

Business District von Shanghai: Chinas Wachstumsstory ist intakt.

“Die lockere Kreditvergabe Ende 2008/09 hatte einen Investitionsboom im Infrastruktur- und Immobilienbereich ausgelöst. Hier zeichnet sich nun eine Trendwende ab. Diese könnte durchaus auch zu schärferen Korrekturen führen”, kommentiert Dr. Thomas Langen, Senior Regional Direktor Deutschland, Mittel- und Osteuropa die derzeitige Entwicklung im Reich der Mitte.

Massive Überkapazitäten beim Stahl

Umso härter treffen das Reich der Mitte die seit geraumer Zeit bestehenden massiven Überkapazitäten auf dem Weltmarkt. Zudem kämpft das Land nach Einschätzung der Atradius-Experten zum einen mit einer sich drastisch abkühlenden Baukonjunktur, zum anderen verderben hohe Lagerbestände die Preise und damit auch die Gewinnmargen.

Hoher Fremdkapitalanteil

Bedenklich sei zudem der hohe Fremdkapitalanteil in der chinesischen Wirtschaft: Die sogenannte TSF (Totale Kapitalaufnahme der Gesellschaft) stieg im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt von 127 Prozent im Jahre 2008 auf 207 Prozent zu Beginn dieses Jahres. Dieser Anstieg ist laut den Konjunkturexperten von Atradius auf eine unwirtschaftliche Ressourcennutzung zurückzuführen und könnte in Verbindung mit steigenden Kreditausfällen im Immobiliensektor auch zu Schwierigkeiten im Bankensektor führen.

Stabile Exporterwartungen

Positiver beurteilt der Atradius Länderbericht die Lage in der Elektronik- und Informations- und Kommunikationstechnik-Branche: Hier verzeichneten die chinesischen Anbieter nach wie vor stabile Umsatzzuwächse, die einerseits aus dem guten Exportgeschäft und zum anderen aus der günstigen Nachfragesituation auf dem Binnenmarkt resultierten. Dies gilt auch für die chinesische Textilindustrie.

Solide Haushalts- und Inflationslage

Chinas Haushaltsbilanz weist im laufenden Jahr ein Budgetdefizit in Höhe von drei Prozent aus, welches sich 2015 auf 2,9 Prozent verringern soll. “Mit einer Inflationsrate von nur noch 2,1 Prozent in diesem Jahr setzt China seinen Stabilisierungskurs im Hinblick auf die Preisentwicklung fort. Auch für 2015 rechnen wir mit einer Teuerung von lediglich 2,3 Prozent”, erklärt Langen.

Positive Gesamtentwicklung erwartet

Zwar zeigt der Länderbericht, dass die Entwicklung in einigen Branchen mit Vorsicht zu genießen ist und Zahlungsverzögerungen zunehmen werden, doch insgesamt schätzen die Atradius-Experten die wirtschaftliche Lage in China weiterhin positiv ein. Für das kommende Jahr erwarten sie ein Wirtschaftswachstum von ca. sieben Prozent bei fortgesetztem Exportwachstum.

Die chinesische Regierung sei zudem bemüht, konjunkturelle Risiken wie die Lage am Kreditmarkt zu neutralisieren und ein organisches Wachstum der Volkswirtschaft zu generieren.

Foto: Shutterstock

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 4/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Tech-Aktien – Fondspolicen – Baufinanzierung – Frauen in der Finanzberatung

Ab dem 16. März im Handel.

Cash. 3/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Pflegevorsorge - Small Caps - Zinshäuser - Digitalisierung - Honorarberatung - Leadsgewinnung - Nachfolge-Planung

Versicherungen

VZBV: “Restschuldversicherungen sind maßlos überteuert”

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) fordert, dass Restschuldversicherungen künftig nur noch separat und nicht gekoppelt an Kreditverträge vermittelt werden dürfen. Das sollte nach dem Willen der Verbraucherschützer im Umsetzungsgesetz der EU-Richtlinie Insurance Distribution Directive (IDD) verankert werden.

mehr ...

Immobilien

Bauhauptgewerbe verzeichnet besten Jahresstart seit 1996

Das Bauhauptgewerbe startet erfolgreich in 2017, es verzeichnete zuletzt vor über 20 Jahren mehr Auftragseingänge zu Beginn eines Jahres. Im Vergleich zum Vormonat Dezember sind die Aufträge jedoch leicht gesunken.

mehr ...

Investmentfonds

Deutsche Börse tritt auf Kostenbremse

Die Deutsche Börse plant kurzfristig Einsparungen in mindestens zweistelliger Millionenhöhe. Zudem gilt zunächst ein Einstellungsstopp für fast alle Bereiche. Der Konzern reagiert damit auf sinkende Umsätze und das erwartete Scheitern der Fusion mit der London Stock Exchange (LSE).

mehr ...

Berater

Patientenverfügung: BGH präzisiert Anforderungen

Im Einzelfall kann sich die erforderliche Konkretisierung in einer Patientenverfügung auch durch Bezugnahme auf ausreichend spezifizierte Krankheiten oder Behandlungssituationen ergeben – ohne detaillierte Benennung bestimmter ärztlicher Maßnahmen. Das geht aus einem aktuellen Beschluss des Bundesgerichtshofs (BGH) hervor.

mehr ...

Sachwertanlagen

Weitere Ausschüttung für Anleger der Deutschen Finance

Die Geschäftsführung des PPP Privilege Private Partners Fund des Asset Managers Deutsche Finance aus München wird den Anlegern nach einer erfolgreichen Zielfonds-Transaktion für das Geschäftsjahr 2017 eine Vorabausschüttung in Höhe von 15 Prozent vorschlagen.

mehr ...
24.03.2017

Lacuna goes Canada

Recht

LV-Vertrag: Bei Änderung Steuerlast wie bei Neuabschluss

Wird ein Lebensversicherungsvertrag (LV-Vertrag) vor Ablauf der Vertragslaufzeit geändert, ohne dass die Modifikation von vornherein vertraglich vereinbart worden ist, liegt hinsichtlich der Änderungen aus ertragsteuerlicher Perspektive ein neuer Vertrag vor. Dies entschied der Bundesfinanzhof.

mehr ...