9. September 2015, 09:33
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Axa IM: Keine Angst vor Aktien

Christina Böck, Head Solution Strategists Central Europe bei Axa Investment Managers, erklärt, warum Anleger ihr Vertrauen in Dividendenpapiere nicht verlieren sollten.

Christina Bo Ck 012-Kopie in Axa IM: Keine Angst vor Aktien

Christina Böck, Axa IM, sieht gute Aussichten für Aktieninvestments in Industrienationen.

Die Börsenturbulenzen der vergangenen Wochen haben viele Anleger verunsichert. Die Märkte wurden von einem Strudel aus sinkenden Rohstoffpreisen, Inflationserwartungen und stürzenden Aktienpreisen erfasst. Und auch wenn die Bewegung in China begann, so waren doch bald die Aktienmärkte weltweit davon betroffen.

China-Korrektur wird überbewertet

“Gehen wir allerdings einen Schritt zurück, dann sehen wir, dass die Aktienmärkte in China nach einem rasanten Anstieg auf das Niveau vom Januar dieses Jahres zurückgefunden haben – nicht mehr und nicht weniger”, stellt Christina Böck, Head Solution Strategists Central Europe bei Axa Investment Managers (Axa IM) klar. Der Renminbi habe gegenüber dem US-Dollar gerade einmal vier Prozent an Wert verloren, während der Euro in den vergangenen zwölf Monaten viermal so viel an Wert eingebüßt habe. In den letzten Jahren sei China enorm gewachsen, und erst jetzt verstehe die Welt, dass dies so in Zukunft nicht immer weiter gehen könne, meint Böck.

Forcierung der Binnennachfrage

Dabei sei der Übergang der Wirtschaft hin zu mehr Binnennachfrage, größerer Wertschöpfung und weniger Investitionen sowie geringerem Wachstum eigentlich sehr breit öffentlich diskutiert worden. Gute Aussichten für Aktieninvestments sieht Böck darum in den großen Industrienationen. Und auch wenn diese nicht völlig immun gegenüber der Entwicklung in den Schwellenländern seien, so gebe es hier doch hier wenig Grund für Ängste, dass das Ende des aktuellen Wachstumszyklus schon erreicht sein könnte.

Zeichen der Stärke in Europa

“Seit der Finanzkrise hat der heutige Wachstumszyklus einige wichtige Hindernisse überwinden müssen, insbesondere die sehr strikte Fiskalpolitik sowie sehr schlechte Finanzierungsbedingungen. Darum ist er langsam und schwach im Vergleich zu vergangenen Zyklen ausgefallen und dürfte auch länger andauern”, sagt die Expertin. Die westlichen Nationen zeigten jedoch weiterhin eindeutige Zeichen von Stärke, betrachte man zum Beispiel die Einkaufsmanagerindizes in den USA, in der Eurozone, der Schweiz und auch in Japan in den vergangenen Tagen und Wochen.

Lockere Geldpolitik bleibt erhalten

Laut Böck haben die Zentralbanken in den wichtigsten Regionen auch in der näheren Zukunft keine Eile, ihre expansive Politik zu ändern. Grund dafür sei die Inflation aufgrund der schwachen Rohstoffpreise. Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) wird darum nach Ansicht der Strategin erst im Dezember eine erste Zinserhöhung vornehmen, und die Wertpapierkäufe der EZB werden noch für weitere zwölf Monate Liquidität in die Märkte bringen.

Aktienbewertungen im Fokus

“Wenn die Wirtschaft also weiter wächst, dann müssen wir uns die Bewertung der Aktienmärkte genauer ansehen. Interessanterweise zeigen verschiedene Bewertungsindikatoren heute einen Pegelstand, der recht genau dem von fortgeschrittenen Wachstumszyklen in der Vergangenheit entspricht. In einigen Regionen, insbesondere in Europa, sind die Bewertungen noch günstiger”, stellt Böck fest. Und auch die Marktstimmung sollte in die Überlegungen von Anlegern einfließen.

Deutliches Gewinnwachstum in Europa

“Wir haben gerade genau die Korrektur erlebt, die von so vielen Analysten als längst überfällig gesehen wurde”, meint Böck. Nun sollte der Weg wieder frei sein für einen neuen Aufschwung der Aktienpreise, insbesondere bei einem in Europa erwarteten Gewinnwachstum von 10 bis 15 Prozent. Für bedenkenswert hält Böck die Tatsache, dass der Aktienmarkt in Shanghai eine so bedeutende Korrektur aller Börsen weltweit nach sich ziehen konnte.

Gesunkene Liquidität in China

“Die Frage, wie das geschehen konnte, bleibt bisher unbeantwortet, trotz der Versuche der chinesischen Regierung, sie mit der Festnahme von Wirtschaftsjournalisten zu beantworten.” Die Stärke und die abrupte Natur der Bewegung seien beeindruckend gewesen. Böck sieht darin ein Symptom von allgemein gesunkener Liquidität. Daher zieht sie den Schluss: “Ja, behalten Sie das Vertrauen in Ihre Aktienpositionen, verstärken Sie diese sogar. Aber immer in dem Rahmen, in dem Sie plötzliche Kurseinbrüche verkraften können.” (fm)

Foto: Axa IM

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 3/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Pflegevorsorge - Small Caps - Zinshäuser - Digitalisierung - Honorarberatung - Leadsgewinnung - Nachfolge-Planung

Ab dem 16. Februar am Handel.

 

Cash. 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Absolute-Return – Insurtechs – Robo Advisors – Denkmalimmobilien

Versicherungen

Krankenkassen fahren Milliardenplus ein

Die gesetzlichen Krankenkassen haben im vergangenen Jahr ein Finanzplus von rund 1,4 Milliarden Euro eingefahren. Das Geldpolster der Kassen ist nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur auf 15,9 Milliarden Euro gestiegen.

mehr ...

Immobilien

Aktuelle Niedrigzinsen nicht ausschlaggebend für Immobilienkauf

Die historisch niedrigen Zinsen spielen keine herausragende Rolle bei der Entscheidung für den Kauf einer Immobilie, so das Ergebnis einer Studie von Immowelt. Viel gewichtiger sind andere Gründe.

mehr ...

Investmentfonds

Verhaltensanalysen sind wichtiger denn je

Cash. sprach mit Iwan Brouwer, Kapitalmarktexperte bei NNIP, über Chancen und Risiken im Multi-Asset-Bereich. Dabei stellt er die neusten Trends in diesem Sektor vor.

mehr ...

Berater

Hamburger Sparkasse gestaltet ihr komplettes Filialnetz neu

Mit einem neuen Filialkonzept will die Hamburger Sparkasse Menschen animieren, in die Filialen zu kommen “auch wenn sie gerade keine Geldgeschäfte brauchen”. Das Filialnetz werde in den kommenden Jahren zwar leicht schrumpfen, soll aber das größte in Hamburg bleiben.

mehr ...

Sachwertanlagen

KGAL platziert 930 Millionen Euro bei Institutionellen

Die KGAL Gruppe aus Grünwald hat im Geschäftsjahr 2016 fast 930 Millionen Euro an institutionellem Kapital eingeworben und damit das neu gezeichnete Eigenkapital gegenüber dem Vorjahr um 36 Prozent gesteigert.

mehr ...

Recht

BAG-Urteil: Witwenrente nicht nur für “jetzige” Ehefrau

Eine in Allgemeinen Geschäftsbedingungen enthaltene Klausel, mit der nur der “jetzigen” Ehefrau des Arbeitnehmers eine Hinterbliebenenversorgung zugesagt ist, benachteiligt ihn unangemessen, so das Bundesarbeitsgericht.

mehr ...