Anzeige
2. Januar 2015, 12:55
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

F&C: Währungsschwäche und Vertrauensverlust in Russland bekämpfen

Nach Meinung von F&C Investments muss Russland jetzt speziell das Vertrauen im Inland stärken.

Moskau-Business-District in F&C: Währungsschwäche und Vertrauensverlust in Russland bekämpfen

Moskaus Business District: Anleger brauchen Planungssicherheit.

Die russische Zentralbank CBR habe die nötigen Maßnahmen ergriffen, um den Rubel zu stabilisieren – nun komme es darauf an, auch das Vertrauen im Inland zu stärken. Dieser Ansicht ist Diliana Deltcheva, Portfolio Manager Emerging Markets Debt bei F&C Investments. “Aufgrund seiner hohen Währungsreserven, seiner geringen Staatsverschuldung und des großen geldpolitischen und fiskalischen Spielraums kann es der russische Staat verkraften, ein bis zwei Jahre von externer Finanzierung abgeschnitten zu werden. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Währungsschwäche nicht zu einer Erosion des Vertrauens im Inland und zu einem Sturm auf die Banken führt”, erklärt sie.

Qualität der Vermögenswerte in Gefahr

Ein weiterer Vertrauensverlust könne zudem zu einem schnelleren Verfall der Qualität der Vermögenswerte im Finanzsystem führen. Entscheidend sei deshalb nun, was die Politik und Zentralbank unternähmen, um das Vertrauen im Inland wiederherzustellen. “Wenn die Nachfrage nach Devisen im Inland weiter anhält, dürfte die Zentralbank bald weitere Maßnahmen beschließen”, schließt Deltcheva.

“Zentralbank beschleunigt Rubel-Verfall”

Auf dem Papier habe die Zentralbank zunächst auf eine ultra-orthodoxe Geldpolitik gesetzt, die Zinsen erhöht, und im Sinne freier Wechselkurse Interventionen am Devisenmarkt vermieden. “Durch diese Politik hat sie jedoch signalisiert, dass sie niedrige Wechselkurse hinnimmt und so den Verfall des Rubels beschleunigt”, analysiert Deltcheva. Dadurch wiederum hätten sich die Sorgen um die Bilanzen der russischen Banken verstärkt und das Risiko eines “Bank Runs” erhöht.

Zinserhöhung verpufft

So habe auch die Zinserhöhung zum 16. Dezember um 650 Basispunkte auf 17 Prozent ihr Ziel verfehlt, die Märkte zu stabilisieren. “Erst nachdem diese Maßnahme verpufft war, haben Politik und Zentralbank die notwendigen Schritte unternommen”, so die Expertin. Diese seien weniger orthodox als die offizielle Linie der Geldpolitik vermuten ließen.

Rekapitalisierungsprogramm angekündigt

So habe die Zentralbank ein Moratorium für die Bewertung von Wertpapierportfolios nach dem Mark-to-Market-Prinzip verhängt, eine geplante Lockerung von Preissetzungsregeln im Privatkundengeschäft mit Krediten und Einlagen aufgeschoben, einige der Anforderungen für Kreditrückstellungen gelockert und ein breites Programm zur Rekapitalisierung der Banken angekündigt.

Rubel-Verfall drückt russische Wirtschaft

“Durch diese regulatorische Lockerung hat die Zentralbank es den Banken ermöglicht, ihre Bilanzen in gewissem Umfang vor veränderten Marktbewegungen zu schützen”, so Deltcheva. Die Expertin erwartet, dass der starke Verfall des Rubels nicht spurlos an der russischen Wirtschaft vorbeigeht und das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2015 um drei bis fünf Prozent sinken wird.

Durch Abwertung und Zinserhöhungen werde der Druck auf das Finanzsystem weiter zunehmen, die Kreditvergabe durch die Banken eingeschränkt werden und die Zahl notleidender Kredite in die Höhe getrieben.

Leistungsbilanzüberschuss könnte steigen

“Allerdings könnte der Leistungsbilanzüberschuss durch die schwache Inlandsnachfrage, sinkende Importe und einen schwächeren Rubel wieder steigen”, betont Deltcheva. Auch der russische Staatshaushalt könnte vom Verfall des Rubels profitieren, da die Ausgaben schneller fallen könnten als die Einnahmen. Dennoch dürfte die Staatsverschuldung steigen, da sich das BIP, in US-Dollar berechnet, durch den Währungsverfall um fast 50 Prozent verringern könnte.

Foto: Shutterstock

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Absolute-Return – Insurtechs – Robo Advisors – Denkmalimmobilien


Ab dem 26. Januar im Handel.

Cash. 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Trumps Sieg in Rendite ummünzen - Themen, Produktangebote und Trends 2017 - Rentenreform

Versicherungen

Die besten Rechtsschutzanbieter

Das Hannoveraner Analysehaus Franke und Bornberg hat zum ersten Mal private Rechtschutzversicherungen getestet – mit einem erfreulichen Ergebnis: Rund 30 Prozent der analysierten 141 Tarife wurden mit der Höchstnote ausgezeichnet.

mehr ...

Immobilien

Immobilienfinanzierung wird digitaler

Die Digitalisierung nimmt in der Immobilienfinanzierung einen immer höheren Stellenwert ein. Der Gesamtmarkt für Immobilienfinanzierungen ist im Jahr 2016 unter dem Vorjahr geblieben. Nach eigenen Angaben konnte der Marktplatz Europace dennoch wachsen.

mehr ...

Investmentfonds

Universal platziert faktorbasierten Aktienfonds

Die Fondsgesellschaft Universal Investment hat zusammen mit Velten Asset Management einen neuen faktorbasierten Fonds für deutsche Aktien aufgelegt.

mehr ...

Berater

Knip, Clark & Co.: Neue Bedrohung für die Maklerbestände

Das Geschäftsmodell von Insurtechs ist faktisch tot. Das ist ein gut gehütetes, aber dem Grunde nach trotzdem offenes Geheimnis. Weniger bekannt ist die Tatsache, dass die App-Anbieter dies erkannt und ihre Strategie modifiziert haben. Deren Sprengkraft ist noch bedrohlicher.

Die Pradetto-Kolumne

mehr ...

Sachwertanlagen

G.U.B. Analyse: „A+“ für HEH Palma

Das Hamburger Analysehaus G.U.B. Analyse bewertet den „Flugzeugfonds 19 – HEH Palma“ des HEH Hamburger Emissionshaus mit insgesamt 84 Punkten. Das entspricht dem G.U.B.-Urteil „sehr gut“ (A+).

mehr ...

Recht

Berufshaftpflichtschutz verloren: Architekt versus Anwalt

Aufgrund einer Pflichtverletzung aus dem Anwaltsvertrag verlor ein Architekt in einem Haftpflichtverfahren seinen Versicherungsschutz. Daraufhin klagte er gegen seinen Anwalt auf Zahlung von Schadensersatz. Doch kam ihm die Verjährung in die Quere.

mehr ...