15. Dezember 2015, 12:32
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Jupiter AM: Zinswende kommt zu spät

Ariel Bezalel, Manager des Jupiter Dynamic Bond SICAV Fonds, hält die erwartete Fed-Entscheidung für einen ersten Zinsschritt für einen Fehler.

Dollar-bezalel in Jupiter AM: Zinswende kommt zu spät

“Sollte die Fed am Mittwoch die Zinsen erhöhen, könnte sie diese Entscheidung noch bereuen”

Marktbeobachter beschwören schon seit Längerem das Ende der jahrzehntelangen Anleihehausse. Als Beleg für ihre These führen sie die anziehende wirtschaftliche Dynamik in den Industrieländern, den anziehenden US-Arbeitsmarkt und die lang erwartete Normalisierung einer Zinspolitik an, die über viele Jahre außerordentlich expansiv ausgerichtet war. Andere Behauptungen gehen dahin, dass der Anleihemarkt schlichtweg in eine Blase übergegangen ist, die – wie alle Blasen – irgendwann platzen muss.

Kein Beginn einer großen Normalisierung

Wir glauben nicht an den Beginn einer großen Normalisierung, sondern schätzen die Lage vielmehr so ein, dass die Zinsen noch für lange Zeit auf einem niedrigen Niveau verharren werden. In einem Umfeld, in dem sich die hohe Verschuldung und alternde Bevölkerung vieler Industrieländer weiter hemmend auf das Wirtschaftswachstum auswirken, dürften die internationalen Notenbanken nur begrenzt in der Lage sein, die Zinsen zu erhöhen. Die Entstehung neuer, disruptiver Technologien stellt einen weiteren Bremsfaktor für die globale Inflation dar. Wir erwarten in diesem Zusammenhang, dass die Zügel der globalen Geldpolitik allenfalls schrittweise angezogen und sich demzufolge Anleihen mit höherer Duration weiter gut entwickeln werden.

Chance für einen Zinsschritt bereits vertan

Wir befürchten jedoch, dass eine US-Zinswende zu diesem Zeitpunkt ein Fehler sein könnte. Die Entscheidung der Fed, den Dezember als möglichen Termin ins Spiel zu bringen, legt den Schluss nahe, dass die Verantwortlichen jetzt zu einer Zinswende bereit sind. In gewisser Hinsicht wirkt dies so, als ob die Fed etwas wiedergutmachen wolle – nämlich ihr Versäumnis, mit der geldpolitischen Normalisierung nicht schon früher begonnen zu haben, als die Ungleichgewichte im Weltfinanzsystem noch nicht so ausgeprägt waren. Diese Chance ist jedoch vertan worden. Sollte die Fed nun am Mittwoch die Zinsen erhöhen, könnte sie diese Entscheidung noch bereuen. Zumal der schwächere Welthandel mittlerweile im US-Fertigungssektor seine Spuren zu hinterlassen scheint. Unserer Ansicht nach ist der Aufschwung in den USA auf einem wackeligen Fundament gebaut. Demgegenüber sollten in solch wirtschaftlich schwierigen Zeiten jene Staaten, die solide Finanzen und die Kontrolle über ihre Notenpresse haben, eine wirksame Absicherung gegen weitere Deflationsschocks bieten.

Foto: Jupiter Asset Management

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 3/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Pflegevorsorge - Small Caps - Zinshäuser - Digitalisierung - Honorarberatung - Leadsgewinnung - Nachfolge-Planung

Ab dem 16. Februar am Handel.

 

Cash. 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Absolute-Return – Insurtechs – Robo Advisors – Denkmalimmobilien

Versicherungen

Karneval: HDI will für Unfallrisiken sensibilisieren

60 Prozent der Deutschen halten privaten Unfallschutz für wichtig, aber nur 24 Prozent haben tatsächlich eine Police abgeschlossen. Dies ergab eine repräsentative YouGov-Umfrage im Auftrag der HDI. Speziell für Karnevalisten bietet der Versicherer aktuell eine digitale Kurzzeitversicherung an, den sogenannten “Tolle-Tage-Schutz”. 

mehr ...

Immobilien

JLL: Hamburgs Büromarkt mit größtem Performance-Sprung

Der Victor Prime Office von Jones Lang LaSalle (JLL), der die Büro-Teilmärkte in Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt und München analysiert, verzeichnete im vierten Quartal 2016 den stärksten Zuwachs in einem Quartal seit Aufzeichnung des Index Ende 2003.

mehr ...

Investmentfonds

Nebenwerte erhöhen die Rendite im Depot

In den vergangenen Jahren konnten Nebenwerte die großen Aktienindizes deutlich outperformen. Auch in der Zukunt dürfte diese Asset-Klasse attraktiv sein. Gastkommentar von Charles Anniss, Union Bancaire Privée

mehr ...

Berater

Stornogefährdete Verträge: Das sollten Vertreter wissen

Der Versicherungsvertreter behält seinen Provisionsanspruch, wenn der Versicherer seiner Pflicht zur Nachbearbeitung stornogefährdeter Verträge nicht ordnungsgemäß nachkommt. Dies ist einer der Leitsätze zu Provisionszahlungsansprüchen des Oberlandesgerichts Düsseldorf.

mehr ...

Sachwertanlagen

BaFin-Konsultation: „AIF-Geschäftsführung ist nicht qualifiziert“

Die BaFin hat die Frist für Stellungnahmen zu ihrem jüngsten Schreiben um zwei Wochen verlängert. Der Korrekturbedarf ist offenbar groß. Doch frühere Aussagen der Behörde lassen ahnen, wo ihre Grenzen liegen. Der Löwer-Kommentar

mehr ...

Recht

VDVM: Bafin schießt übers Ziel hinaus

Der Verband Deutscher Versicherungsmakler (VDVM) kritisiert die Ausführungen der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) zum BGH-Urteil zur Schadenregulierung. Der Verband will sich gegen eine “so pauschale und undifferenzierte Beschränkung des Berufsbildes des Versicherungsmaklers” wehren.

mehr ...