Anzeige
10. November 2015, 08:25
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Legal & General IM: Nur indische Aktien bieten Einstiegsniveaus

In den letzten Monaten sind die Aktienkurse an den Börsen vieler Schwellenländer überdurchschnittlich stark gefallen. Dennoch sind die Bewertungen immer noch nicht als günstig zu bezeichnen, so dass die Emerging Markets keine gute Möglichkeit für ein value-orientiertes Investment darstellen. 

Indien-3-750 in Legal & General IM: Nur indische Aktien bieten Einstiegsniveaus

Taj Mahal, Indien: Aktien des Subkontinent sind nach Meinung von Legal & General Investment Management ein relativ sicherer Hafen.

Zu dieser Einschätzung kommt Lars Kreckel, Aktienstratege beim britischen Asset-Manager Legal & General Investment Management (LGIM).

“Eine so scharfe Korrektur haben wir an den Emerging Markets seit drei Jahrzehnten nicht mehr erlebt”, sagt Kreckel. Kapitalabflüsse und ein genereller Pessimismus der Investoren bezüglich der Schwellenländer haben diesen Abwärtstrend verstärkt. “Nimmt man all diese Indikatoren zusammen, könnte man auf den Gedanken kommen, dass alles Negative in den Kursen eingepreist ist und damit die Kurse empfänglich geworden sind für gute Nachrichten”, resümiert Kreckel. Doch sowohl unter fundamentalen als auch strukturellen Kriterien gebe es kaum gute Argumente dafür, dass der Kurseinbruch bei den Aktienbörsen der Emerging Markets überzogen ist.

“Schwellenländer so gerade eben im günstigen Bereich”

Dem LGIM-Experten zufolge haben sich die Bewertungen in der Vergangenheit als guter Prognoseindikator für die langfristige Kursentwicklung erwiesen. “Unglücklicherweise signalisieren die meisten Kennziffern, dass die Mehrzahl der Schwellenländerbörsen so gerade eben im günstigen Bereich und damit alles andere als extrem unterbewertet sind.” So liegt nach Angaben von Kreckel das Kurs-Gewinn-Verhältnis in den Emerging Markets aktuell beim 13,2fachen des laufenden Jahresgewinns und das Kurs-Buchwert-Verhältnis bei etwa 1,7.

“Das bewegt sich zwar unter dem historischen Durchschnitt, aber beide Kennziffern liegen immer noch weit über ihren 20-Jahres-Tiefs”, warnt der LGIM-Experte vor einem übereilten Einstieg. Auch die Höhe des Bewertungsabschlags, den die Schwellenländerbörsen gegenüber den Börsen der entwickelten Staaten haben, liegt noch immer weit über dem Tiefpunkt Ende der 1990er-Jahre.

“Anhaltend enttäuschendes Gewinnwachstum”

“Besonders frustrierend für Emerging-Markets-Investoren dürfte jedoch das anhaltend enttäuschende Gewinnwachstum sein, was vor allem auf einen dramatischen Einbruch der Margen zurückzuführen ist”, erläutert Kreckel. Seiner Analyse zufolge resultiert die Schwäche vor allem aus der Entwicklung der Rohstoffpreise, der allgemeinen Lohnkosten, des Wachstums der Industrieproduktion und des Dollars. Dazu sei es zu einer Konvergenz der Margen zu Unternehmen in entwickelten Volkswirtschaften gekommen.

Volkswirtschaften wachsen langsamer

“Die Margen waren lange Zeit höher, aber in dem Maße wie die Emerging-Markets-Konzerne mehr und mehr global agieren, passen sich die Werte denen in den entwickelten Märkten an”, so Kreckel. “Die wirklich schlechte Nachricht ist allerdings, dass es im Moment keine Anzeichen dafür gibt, dass sich die Margen – und damit die Unternehmensgewinne – deutlich erholen.” So prognostiziert der LGIM-Experte, dass sich das Wachstum in den Volkswirtschaften vieler Schwellenländer aufgrund der Entwicklung auf den Rohstoffmärkten und sich verschlechternden Finanzierungsbedingungen weiter verlangsamt.

Emerging Markets erfordern differenzierte Sicht

“Die Schwellenländer sind also nicht generell günstig bewertet, aber die Investoren sollten differenzieren”, empfiehlt Kreckel. “Wir bevorzugen zum Beispiel indische Aktien. Sie gelten als vergleichsweise sicherer Hafen in den Emerging Markets und sollten von den Reformen innerhalb des Landes profitieren.” Darüber hinaus lohnt sich seiner Meinung nach ein Blick an das qualitativ andere Ende des Schwellenländerspektrums.

“Die Aktienbörsen in Ländern mit dem schwächsten Wachstum haben in der Vergangenheit häufig die beste Performance gehabt. Vielleicht ist es für einen Einstieg noch etwas zu früh, aber unter diesem Gesichtspunkt ist es eine gute Idee, Länder im Auge zu behalten, die sich derzeit in einer Rezession befinden – so wie etwa Brasilien.” (fm)

Foto: Shutterstock

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 4/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Tech-Aktien – Fondspolicen – Baufinanzierung – Frauen in der Finanzberatung

Ab dem 16. März im Handel.

Cash. 3/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Pflegevorsorge - Small Caps - Zinshäuser - Digitalisierung - Honorarberatung - Leadsgewinnung - Nachfolge-Planung

Versicherungen

Münchener Verein baut Eigenkapitalbasis aus

Die Münchener Verein Versicherungsgruppe konnte im Geschäftsjahr 2016 ein Ergebnis nach Steuern in Höhe von 99,6 Millionen Euro erzielen. Das entspricht einer Steigerung von 5,1 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr.

mehr ...

Immobilien

Die Top Sechs der teuersten und günstigsten Studentenstädte

Nicht alle Studenten leben gerne in WGs, in einigen Hochschulstädten ist das Leben ohne Mitbewohner aber besonders teuer. Immowelt hat untersucht, wo Studenten am teuersten wohnen und in welchen Städten die Mieten besonders niedrig sind.

mehr ...

Investmentfonds

Banken leihen sich von EZB 233,5 Milliarden Euro

Die europäischen Kreditinstitute haben vorerst die letzte Gelegenheit sehr stark genutzt, um sich zum Nullzins Kredite von der EZB zu besorgen. Auch in der Eurozone verdichten sich mittlerweile die Anzeichen für einen strafferen Notenbankkurs.

mehr ...

Berater

Sparkassen im Norden forcieren Online-Banking

Trotz wachsender Belastungen durch die Niedrigzinsen haben die Sparkassen in Schleswig-Holstein 2016 ihren Jahresüberschuss nach Steuern auf 143,2 Millionen Euro steigern können. Das teilt der Sparkassen- und Giroverband für Schleswig-Holstein mit. Um sinkenden Erträgen entgegenzuwirken, wollen die Sparkassen ihr digitales Angebots ausbauen.

mehr ...

Sachwertanlagen

US-Justiz ermittelt gegen Hapag-Lloyd und Møller-Maersk

Sprechen die großen Reedereien im Hinterzimmer ihre Preise ab? US-Behörden haben eine Untersuchung gegen die Branche eingeleitet. Stellung nehmen soll auch der deutsche Container-Riese Hapag Lloyd.

mehr ...

Recht

LV-Vertrag: Bei Änderung Steuerlast wie bei Neuabschluss

Wird ein Lebensversicherungsvertrag (LV-Vertrag) vor Ablauf der Vertragslaufzeit geändert, ohne dass die Modifikation von vornherein vertraglich vereinbart worden ist, liegt hinsichtlich der Änderungen aus ertragsteuerlicher Perspektive ein neuer Vertrag vor. Dies entschied der Bundesfinanzhof.

mehr ...