Anzeige
Anzeige
29. April 2015, 09:01
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Schlumberger: “Hausse an Aktienmärkten nicht entgehen lassen”

Europäische Aktienmärkte zeigen erste Ermüdungserscheinungen. Bis zur unvermeidlichen Zinswende bleiben Aktien alternativlos. Ein Kommentar von Dr. Manfred Schlumberger, Geschäftsführer BHF Trust.

Manfred-Schlumberger-BHF-Trust in Schlumberger: Hausse an Aktienmärkten nicht entgehen lassen

Manfred Schlumberger, BHF Trust: “China ist spannendster Bullenmarkt der Gegenwart.”

Die Kursentwicklung an den europäischen Aktienmärkten zeigt nach der fulminanten Rally des ersten Quartals zwischenzeitlich leichte Ermüdungserscheinungen. Beim Dax hat sich der Ausbruch über das Allzeithoch des Kursindexes aus dem Jahre 2000 als bisher nicht nachhaltig erwiesen. Der DAX-Performanceindex kann sich aktuell lediglich in einer Konsolidierungs-Spanne zwischen 11.600 und 12.400 halten. So verdirbt momentan insbesondere die unendliche griechische Tragikomödie den Börsianern die Laune.

Die griechische Regierung erwartet von ihren europäischen Partnern weiterhin Geld ohne jegliche Auflagen, während sie gleichzeitig trotz linksradikalem Anstrich nichts tut, um von ihren vermögenden Mitbürgern Solidaritätsbeiträge in Form von Steuern einzutreiben. So wünschenswert ein Grexit oder Graccident im Interesse einer nachhaltigen Zukunft des Euros erscheinen mag, müsste in diesem Fall von einer Marktkorrektur von über zehn Prozent ausgegangen werden. Angesichts einer Eintrittswahrscheinlichkeit von vielleicht 25 Prozent für ein solches Ereignis macht es jedoch wenig Sinn, darauf zu spekulieren.

Kurse entwickeln sich dynamischer als Unternehmensgewinne

Generell gilt, dass sich die Kursanstiege der letzten Monate wesentlich dynamischer entwickelt haben als die Erhöhung der Unternehmensgewinne. Die gestiegene Bewertung macht den Aktienmarkt anfälliger für negative Überraschungen. Denkbare Risiken wären unerwartete Währungsturbulenzen, starke Gewinneinbrüche bei US-Unternehmen infolge der Dollar- und Ölpreisentwicklung oder gar ein heftiges Aufflackern der Zinserhöhungsdiskussion in den USA. Die aktuelle US-Berichtssaison, das sich abschwächende US-Wachstum und die niedrige Inflation liefern allerdings momentan wenig Hinweise auf solche Risiken.

Trotz zwischenzeitlich zunehmend optimistischer werdender Marktprognosen spricht der Umstand, dass große Asset Manager und Investoren ihr Aktienexposure mittels Gewinnmitnahmen schon deutlich reduziert haben, gegen kräftige Korrekturen. Grundsätzlich sollte die Aktienmarktentwicklung in den nächsten Monaten wesentlich holpriger verlaufen, wodurch der Stress-faktor bzw. die Volatilität deutlich zunehmen dürften.

Generell ist jedoch damit zu rechnen, dass Kurseinbrüche ähnlich wie im Putin-Crash im letzten Oktober als Schlussverkaufs-Gelegenheiten interpretiert und zum zügigen Wiedereinstieg genutzt werden. Wir werden versuchen, größeren Kursrück-schlägen mit Absicherungsmaßnahmen zu begegnen und Kaufgelegenheiten mutig zu nutzen.

Noch keine Blase in China

Der spannendste Bullenmarkt der Gegenwart ist sicherlich der chinesische Aktienmarkt. Empirische Studien belegen, dass es zwischen dem Wirtschaftswachstum und der Aktienmarktrendite eines Landes keine positive, sondern eine tendenziell sogar leicht negative Korrelation gibt. In keinem Land gibt es allerdings eine so ausgeprägt negative Korrelation wie in China. Nachdem die chinesische Führung 2009 gigantische fiskalpolitische Maßnahmen zur Wachstumsankurbelung ergriffen hatte, war sie in den folgenden Jahren gezwungen, die überhitzte Wirtschaft mit einer restriktiven Geldpolitik wieder abzukühlen.

Gleichzeitig flossen ca. 50 Prozent des Privatvermögens in China in Immobilien, weniger als 10 Prozent in Aktien. Folge war eine grauenhafte Wertentwicklung am chinesischen Aktienmarkt vor dem Hintergrund einer gewaltigen Börsenhausse im Rest der Welt. Seit Mitte des letzten Jahres kühlt sich der Immobilienmarkt massiv ab und bremst das Wachstum der chinesischen Wirtschaft. Um eine zu starke, unerwünschte Abschwächung zu verhindern, begann die chinesische Zentralbank im letzten November mit der ersten Zinssenkung. Weitere Zinsschritte sind schon erfolgt bzw. werden noch kommen. In diesem Zeitraum stieg der chinesische Binnenmarkt (A-Shares) um ca. 75 Prozent.

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 10/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Multi-Asset-Fonds - Digitalisierung - Kfz-Policen - Spezialitätenfonds - Robo Advice - Wohnimmobilien

Ab dem 15. September im Handel

Rendite+ 3/2016 "Immobilien"

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Deutschlands beste Wohnimmobilien-Standorte - Marktreport Anlageimmobilien - Aktuelle Baufinanzierungstrends - Mietrecht etc.


Ab dem 1. September im Handel.

Versicherungen

GDV: Eiopa sollte IDD-Entwurf überarbeiten

Der Umsetzungsvorschlag der europäischen Aufsichtsbehörde Eiopa zur europäischen Richtlinie Insurance Distribution Directive (IDD) würde nach Ansicht des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) auf ein faktisches Provisionsverbot hinauslaufen. Der Verband fordert daher eine Überarbeitung.

mehr ...

Immobilien

Wunschbüro der Zukunft überraschend konservativ

Wie stellen sich die Generationen X und Y das Büro der Zukunft vor? Unter dem Titel „Office of the future?“ untersuchten Savills und die Unternehmensberatung Consulting cum laude die Vorstellungen vom Büro der Zukunft.

mehr ...

Investmentfonds

Europäischer Aktienmarkt unterschätzt heimische Konjunktur

Bei vielen Investoren hat die europäische Konjunktur derzeit einen schlechten Ruf. Allerdings ist die Ausgangssitution für einige Experten positiver als angemommen.

mehr ...

Berater

Presse: Commerzbank steht vor massiven Stellenstreichungen

Die Commerzbank steht Presseberichten zufolge vor einem drastischen Stellenabbau. Der seit Mai amtierende Vorstandschef Martin Zielke wolle mindestens 5000 der derzeit konzernweit rund 50.000 Jobs streichen, schrieb das “Wall Street Journal” auf seiner Internetseite unter Berufung auf mit den Planungen vertraute Personen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Inhaberwechsel bei Autark Capital Care

Lars Schmidt (44) hat am 1. September die Autark Capital Care GmbH zu 100 Prozent übernommen und ist neuer Geschäftsführer. Er löst damit Wolfgang Laufer ab, der das Unternehmen im November 2015 gegründet hatte.

mehr ...

Recht

Massenkündigungen von Bausparverträgen: Nicht nur juristisches Problem

Die niedrigen Zinsen veranlassen viele Bausparkassen zur Kündigung von Bausparverträgen. Die Kündigungswelle wirft nicht nur juristische Fragen auf, sondern hat auch wirtschaftliche Konsequenzen.

mehr ...