6. Januar 2016, 10:17
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Anlageberater häufig Opfer der “Truthahn-Illusion”

Björn Siegismund, Chief Investment Officer des Vermögensverwalters Laransa PWM, über die Zäsur an den Anleihemärkten und die Folgen für die Anlagestrategie.

Bj Rn SiegismundLaransaonline in Anlageberater häufig Opfer der Truthahn-Illusion

Björn Siegismund, Laransa PWM

Stellen Sie sich kurz vor, Sie seien ein junger Truthahn. Eines Tages kommt ein Mann in Ihr Gehege. Voller Panik wollen Sie fliehen. Aber der Mann tut Ihnen nichts und bringt nur Futter. Am folgenden Tag passiert das gleiche und am darauf folgenden Tag ebenso. Mit der Zeit fassen Sie Vertrauen zu dem Mann, der täglich das Futter bringt. Die Angst, die Sie noch in den ersten Tagen verfolgt hat, ist verflogen. So geht es fast ein Jahr lang – bis zum Tag vor Thanksgiving.

An diesem Tag kam der Mann nicht wie gewohnt mit Futter, sondern mit dem Messer. Ausgerechnet an dem Tag, an dem die Wahrscheinlichkeit für den Truthahn am größten war, erneut gefüttert und umsorgt zu werden, wird er geschlachtet. Denn mit jedem Tag, an dem er gefüttert wurde, stieg seine Gewissheit darauf, dass der folgende Tag genauso verläuft, wie der letzte. Thanksgiving war dem Truthahn unbekannt und er musste auf bittere Art herausfinden, dass ihm eine wichtige Information fehlte.

Anlageberater vernachlässigen Zinsrisiko

Mit Blick auf die Zinsmärkte scheinen dieser Truthahn-Illusion auch viele Anlageberater zum Opfer zu fallen. Seit über 20 Jahren sinken die Zinsen kontinuierlich. Gab es Anfang der 1990er Jahre für deutsche Staatsanleihen neun Prozent Zinsen, so kann man heutzutage froh sein, wenn überhaupt noch ein Kupon gezahlt wird. Anleger konnten so jahrelang neben hohen Zinserträgen zusätzlich von Kursgewinnen der Anleihen profitieren.

Doch was in der Vergangenheit funktioniert hat, kann in der Welt von morgen ganz anders aussehen. Selbst ohne Zinsprognose ist offenkundig, dass die Renditen der Vergangenheit vor dem Hintergrund des aktuellen Zinsniveaus kaum noch erzielbar sein werden.

Seite zwei: Anleihen: Risiko von Kursverlusten wird verdrängt

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 3/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Pflegevorsorge - Small Caps - Zinshäuser - Digitalisierung - Honorarberatung - Leadsgewinnung - Nachfolge-Planung

Ab dem 16. Februar am Handel.

 

Cash. 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Absolute-Return – Insurtechs – Robo Advisors – Denkmalimmobilien

Versicherungen

Gothaer: “Keine Reduzierung bei der Beratungskapazität”

Die Gothaer hat gegenüber Cash.Online bestätigt, dass der Konzern bis zum Jahr 2020 voraussichtlich 700 bis 800 Stellen streichen wird. Dem stehe allerdings eine “natürliche Fluktuation” insbesondere durch anstehende Ruhestandsübergänge gegenüber. Diese Fluktuation liege nach aktueller Schätzung bei über 500 Mitarbeitern.

mehr ...

Immobilien

Immobilienboom: Bauindustrie erreicht neue Bestmarken

Die Niedrigzinsen und der Immobilienboom haben das Neugeschäft in der deutschen Bauindustrie auf den höchsten Stand seit zwei Jahrzehnten getrieben. Vor allem der Wohnungsbau treibt das Volumen in die Höhe.

mehr ...

Investmentfonds

Inflationsraten driften in Industriestaaten auseinander

In den entwickelten Ländern dürften sich die Inflationstrends im Jahr 2017 unterschiedlich entwicklen. Dies sagt Arif Husain, Portfoliomanager und Head of International Fixed Income bei T. Rowe Price.

mehr ...

Berater

Vema: Sommerer verlässt Vorstand

Wie die Vema Versicherungs-Makler-Genossenschaft mitteilt, ist der bisherige Vorstand Stefan Sommerer auf eigenen Wunsch zum 31. Januar 2017 aus dem Gremium ausgeschieden. Er hatte die Bereiche IT und Öffentlichkeitsarbeit verantwortet.

mehr ...

Sachwertanlagen

KGAL platziert 930 Millionen Euro bei Institutionellen

Die KGAL Gruppe aus Grünwald hat im Geschäftsjahr 2016 fast 930 Millionen Euro an institutionellem Kapital eingeworben und damit das neu gezeichnete Eigenkapital gegenüber dem Vorjahr um 36 Prozent gesteigert.

mehr ...

Recht

BAG-Urteil: Witwenrente nicht nur für “jetzige” Ehefrau

Eine in Allgemeinen Geschäftsbedingungen enthaltene Klausel, mit der nur der “jetzigen” Ehefrau des Arbeitnehmers eine Hinterbliebenenversorgung zugesagt ist, benachteiligt ihn unangemessen, so das Bundesarbeitsgericht.

mehr ...