17. März 2016, 08:36

Billiges Geld: Fluch oder Segen?

Mario Draghi überraschte die Märkte: Zur weiteren Lockerung der Geldpolitik wurde ein Maßnahmenkatalog umgesetzt. Neben einer Senkung des Spitzen- und Hauptrefinanzierungssatzes wurde die Depositenrate weiter in negatives Terrain gesenkt.Gastkommentar von Michael Jensen, Moventum

Draghi in Billiges Geld: Fluch oder Segen?

Mario Draghi hält die Finanzmärkte in Atem.

In der vergangenen Handelswoche gelang es Mario Draghi trotz der im Vorfeld geschürten hohen Erwartungen, die Märkte zu überraschen. Zur weiteren Lockerung der Geldpolitik wurde ein ganzer Maßnahmenkatalog umgesetzt. Neben einer Senkung des Spitzen- und Hauptrefinanzierungssatzes wurde die Depositenrate weiter in negatives Terrain gesenkt. Zudem wurde das Anleihekaufprogramm um 20 Milliarden Euro im Monat erhöht und das dafür zulässige Wertpapieruniversum erweitert. Zusätzlich wurde eine weitere Runde der Langfristtender („TLTRO II“) angekündigt.

Als Begründung für die Ausweitung des geldpolitischen Stimulus nannte Mario Draghi neben den anhaltend niedrigen Inflationserwartungen die gesunkenen Wachstumsaussichten für die Eurozone. Beide wurden innerhalb der Makro-Projektionen der EZB für 2016 und 2017 erneut gesenkt. Bei den wirtschaftlichen Daten machte die deutsche Industrieproduktion im Januar indes einen Sprung nach oben. Diese legte um satte 3,3 Prozent zu, während lediglich ein Zuwachs von 0,5 Prozent erwartet worden war. Es handelte sich dabei um den stärksten Zuwachs seit 2009 und das Outputniveau in Deutschland erreichte damit gleichzeitig einen neuen Allzeithöchststand. Auch die Auftragseingänge konnten sich entgegen dem Konsensus stabilisieren.

Der Ölpreis der Sorte Brent legte weiter zu und schloss auf einem Niveau von 40,39 US-Dollar je Barrel. Auf der Währungsseite verlor der US-Dollar gegenüber dem Euro 1,36 Prozent und schloss bei 1,11 EUR/USD. Gegenüber dem japanischen Yen legte der Euro 1,61 Prozent zu.

In diesem Marktumfeld entwickelte sich aus Sicht des Euro-Anlegers der europäische Aktienmarkt am besten, gefolgt vom US-amerikanischen und japanischen Markt. Gegenüber dem MSCI World entwickelten sich die Emerging Markets leicht besser. Innerhalb Europas entwickelte sich der deutsche Aktienmarkt gleich gut. Auf Sektorebene entwickelten sich in den USA folgende Branchen überdurchschnittlich: Versorger, Grundstoffe und Energie. Eine unterdurchschnittliche Entwicklung wiesen die Sektoren Industrie, zyklischer sowie nicht-zyklischer Konsum auf.

In Europa sah das Bild wie folgt aus: Eine Outperformance zeigten Werte aus den Sektoren Finanzen, Versorger und Telekom. Underperformer waren die Sektoren Energie, Öl & Gas und Grundstoffe. Kleinkapitalisierte Werte (Small Caps) schnitten gegenüber Large Caps in Europa und in den USA schlechter ab. Hinsichtlich der Investmentstile „Value“ und „Growth“ entwickelte sich das „Value“-Segment in Europa und in den USA besser.

Im Rentenbereich entwickelten sich Hochzinsanleihen am besten, gefolgt von Unternehmensanleihen mit Investment-Grade-Rating und Euro-Staatsanleihen. Hochzinsanleihen legten wiederholt signifikant zu.

Michael Jensen ist Executive Vice President bei Moventum, Luxemburg

Foto: Shutterstock


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1 Kommentar

  1. Draghi demontiert den Euro, generiert eine Immobilienblase und verheizt die Renten derer die ueber 40 Jahre eingezahlt haben. Europa ist am Ende und und schuert ein konstantas Krisenscenario um immer neue Massnahmen zur Geldentwertung durchzusetzen. Abschaffung der 500 Euro Note, Bargeldloses Bezahlen Big Brother is here. Rette sich WER KANN !

    Kommentar von Robert Gruenwald — 19. März 2016 @ 21:13

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