15. Februar 2016, 08:25

Deutsche Bank will eigene Anleihen in Milliardenhöhe zurückkaufen

Im Ringen um das Vertrauen der Kapitalmärkte macht die Deutsche Bank einen weiteren Schritt auf Investoren zu: Sie will eigene Anleihen in Milliardenhöhe zurückkaufen und gab dazu am Freitag ein öffentliches Kaufangebot ab. An der Frankfurter Börse reagierten die Marktteilnehmer positiv auf diese Ankündigung.

Deutsche-Bank-Zentrale-Frankfurt in Deutsche Bank will eigene Anleihen in Milliardenhöhe zurückkaufen

Die Deutsche Bank erlebt sehr stürmische Zeiten.

Dabei geht es allerdings nicht um die zuletzt besonders unter Druck geratenen eigenkapitalähnlichen Schuldverschreibungen (“Cocos“), sondern um erstrangige Titel, sogenannte Senior Bonds. Das Angebot gilt nach Angaben des Frankfurter Dax-Konzerns für bestimmte Euro-Anleihen im Volumen von drei Milliarden Euro sowie für Dollar-Anleihen im Volumen von zwei Milliarden Dollar.

Rückkauf nützt dem Institut

Der Rückkauf kostet Deutschlands größtes Geldhaus, das im vergangenen Jahr einen Rekordverlust von 6,8 Milliarden Euro verkraften musste, zwar einiges. Doch er entlastet das Institut auf der anderen Seite. “Die Bank nutzt die Marktbedingungen, um diese Anleihen zu attraktiven Preisen zurückzukaufen und so ihre Verschuldung zu verringern”, erklärte Finanzvorstand Marcus Schenck in einer Mitteilung. “Indem diese Anleihen unter ihrem Ausgabepreis zurückgekauft werden, realisiert die Bank einen Gewinn.” Zudem spart sich die Bank künftige Zinszahlungen für diese Papiere.

Über einen Anleihenrückkauf war in den vergangenen Tagen spekuliert worden. Seit Wochenbeginn versucht die Deutsche Bank den verunsicherten Kapitalmarkt zu beruhigen. Vorstandschef John Cryan betonte in einem Schreiben an die Mitarbeiter: “Sie können Ihren Kunden mitteilen, dass die Deutsche Bank angesichts ihrer Kapitalstärke und ihrer Risikoposition absolut grundsolide ist.”

Zuvor hatte die Bank in einem ungewöhnlichen Schritt versichert, dass trotz der tiefroten Zahlen im vergangenen Jahr die finanziellen Mittel ausreichten, um 2016 und 2017 die Zinsen für die “Cocos” von jeweils rund 350 Millionen Euro bezahlen zu können. Daran ändere auch der nun beschlossene Rückkauf von Anleihen nichts, betonte Schenck. Die Aktie der Deutschen Bank hat seit Jahresbeginn – wie andere Banktitel – massiv an Wert verloren. Am Freitag machten die Papiere einen Sprung nach oben und legten zeitweise zweistellig zu.

Quelle: dpa-Afx/tr

Foto: Jorg Hackemann / Shutterstock.com


Aktuelle Beiträge
Folgen Sie uns:
Aktuelle Beiträge aus dem Ressort Investmentfonds


Topaktuelle Themen auf der Startseite


Cash.Aktuell

Cash. 8/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Global gewinnt - BU - Gewerbehaftpflicht - Private Equity - Wohnimmobilienmarkt Berlin- Hitliste der Vertriebe - Digitalisierung

Ab dem 14. Juli im Handel.

Cash. 07/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Income-Fonds  – Mr. Dax im Fonds-Gespräch – PKV - Ferienimmobilien - Recruiting

Ihre Meinung

Mehr Cash.

Versicherungen

Nach Unwettern: Elementarversicherung im Trend

Eine steigende Zahl von Hausbesitzern macht sich offensichtlich Sorgen um drohende Naturkatastrophen. Nach den schweren Unwettern im Juni melden Versicherungen einen sprunghaften Anstieg des Interesses an einer Elementarschadenversicherung.

mehr ...

Immobilien

Verschuldungsbereitschaft in Deutschland auf hohem Niveau

Auf der Suche nach einer sicheren Geldanlage investieren immer mehr Menschen in Immobilieneigentum. Dafür sind sie nach einer aktuellen Analyse von Immobilienscout24 bereit, sich immer höher zu verschulden.

mehr ...

Investmentfonds

US-Notenbank lässt Leitzins unverändert

Die US-Notenbank Fed hat ihre Geldpolitik unverändert gelassen und keine klaren Hinweise zum genauen Zeitpunkt einer möglichen Zinsanhebung gegeben. Zur wirtschaftlichen Entwicklung in den USA zeigten sich die Währungshüter allerdings etwas optimistischer als zuletzt.

mehr ...

Berater

Deutsche Makler Akademie kooperiert mit Wolters Kluwer

Die Deutsche Makler Akademie (DMA) hat eine Kooperation mit dem Wissens- und Informationsdienstleister Wolters Kluwer Deutschland vereinbart. DMA-Seminarteilnehmern stehen hierdurch demnach unter anderem rabattierte Fachbücher zur Verfügung.

mehr ...

Sachwertanlagen

Die Leiden der Flugzeugriesen

Schlechte Nachrichten für Airbus: Das Triebwerks-Desaster beim Militärtransporter A400M kommt den Luftfahrt- und Rüstungskonzern teuer zu stehen. Doch während die Europäer den Gewinn im zweiten Quartal dank Sondereinnahmen trotzdem erheblich steigern konnten, geriet US-Erzrivale Boeing in die Verlustzone.

mehr ...

Recht

Verfassungsbeschwerde gegen Bestellerprinzip bei Maklern gescheitert

Zwei Immobilienmakler sind mit ihrer Verfassungsbeschwerde gegen das Bestellerprinzip bei Provisionen für Wohnungsvermittlungen gescheitert.

mehr ...