18. Februar 2016, 10:23

Deutsche Börse von Turbulenzen an den Kapitalmärkten beflügelt

Das heftige Auf und Ab an der Kapitalmärkten treibt die Deutsche Börse an. Die Nettoerlöse legten im vergangenen Jahr um 16 Prozent auf knapp 2,4 Milliarden Euro und damit den höchsten Wert seit der Finanzkrise zu, wie der Börsenbetreiben am Mittwochabend in Eschborn bei Frankfurt mitteilte.

B Rse-FRankfurt750 in Deutsche Börse von Turbulenzen an den Kapitalmärkten beflügelt

Die Deutsche Börse ist auf der Spur.

Dabei profitierte das Unternehmen von einem deutlich regeren Handelsgeschehen auf seinen Börsenplätzen. Zudem lieferten einige Zukäufe positive Beiträge. Das ließ den operativen Gewinn (bereinigtes Ebit) um knapp 14 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro steigen. Die Zahlen lagen im Rahmen der Erwartungen von Analysten. Im nachbörslichen Handel reagierten die Aktien der Deutschen Börse kaum.

Unter dem Strich verdiente der im Dax notierte Konzern allerdings mit 665,5 Millionen Euro 13 Prozent weniger als 2014. Grund für das schwächere Netto-Wachstum sind einmalige Kosten für ein Sparprogramm und Aufwendungen für die Integration von übernommenen Firmen im Sommer. Zudem hatte das Unternehmen 2014 einen Sondergewinn aus der Neubewertung ihrer Anteile an der US-Börse Direct Edge verbucht, der sich nicht mehr wiederholte. Die Dividende soll trotzdem um 15 Cent auf 2,25 Euro pro Aktie steigen.

Ziele wurden eingehalten

Der neue Vorstandschef Carsten Kengeter hatte im Sommer 2015 dem Unternehmen ehrgeizigere Wachstumsziele bis 2018 gegeben. Pro Jahr sollen die Nettoerlöse nun um fünf bis zehn Prozent steigen, der operative Gewinn (Ebit) und der Überschuss um zehn bis 15 Prozent. Das ist auch die Vorgabe für dieses Jahr. Damit könnten die Nettoerlöse auf 2,6 Milliarden Euro zulegen und der operative Gewinn auf 1,3 Milliarden Euro.

Das Handelsgeschehen hatte im vergangenen Jahr kräftig an Fahrt gewonnen, weil viele Anleger nun häufiger bei ihren Investments umschichten. So legte der Handelsumsatz im für die Deutsche Börse wichtigen Terminbörsensegment Eurex 2015 um knapp zehn Prozent gestiegen. An den Aktienmärkten des Konzern legten die Umsätze sogar um fast 30 Prozent zu. Zu Beginn dieses Jahres setzte sich die Entwicklung angesichts der hoch nervösen Stimmung an den Märkten fort.

Neuer Chef sorgt für Euphorie

Kengeter krempelt den Konzern derweil kräftig um. Schon kurz nach seinem Amtsantritt Anfang Juni brachte er zwei Übernahmen für insgesamt 1,3 Milliarden Euro über die Bühne. Er kaufte den Indexanbieter Stoxx komplett und heimste sich zudem die innovative Devisenhandelsplattform 360T ein. Dazu zog der Manager auch ein 200 Millionen Euro schwere Kapitalerhöhung durch. Zudem legte er ein neues Sparprogramm auf und ordnete die Zuständigkeiten im Vorstand neu.

Dahinter steht das erklärte Ziel Kengeters, die Deutsche Börse an die Weltspitze zu führen. “Wir beschleunigen das Wachstum der Gruppe durch eine Vielzahl von neuen Initiativen”, sagte Kengeter. “Unsere klare Vision ist, die Gruppe Deutsche Börse langfristig zum weltweit präferierten Marktinfrastrukturanbieter mit Spitzenpositionen in allen ihren Tätigkeitsfeldern auszubauen.” Dazu zählt für den früheren obersten Investmentbanker der Schweizer Großbank UBS auch eine aktivere Rolle auf dem Markt für moderne Finanztechnologien. Dazu will er selbst eigene sogenannte Fintechs gründen und auch weitere zukaufen. (tr)

Foto: Shutterstock


Aktuelle Beiträge
Folgen Sie uns:
Aktuelle Beiträge aus dem Ressort Märkte


Topaktuelle Themen auf der Startseite


Cash.Aktuell

Cash. 06/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Aktiv versus passiv  –Versicherungen für Immobilien –Luftfahrtmarkt – Marktreport Anlageimmobilien


Ab dem 19. Mai im Handel.

Rendite+ 2/2016 "Altersvorsorge"

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Fonds- und Indexpolicen – Dividendenfonds – Zinshäuser – Robo-Advisors


Ab dem 12. Mai im Handel.

Ihre Meinung

Mehr Cash.

Versicherungen

Scholz fordert Abschaffung der Krankenkassen-Zusatzbeiträge

Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) hat zu Beginn des Deutschen Ärztetags eine Abschaffung der Zusatzbeiträge alleine zu Lasten der Krankenversicherten gefordert.

mehr ...

Immobilien

LBS-Kaufpreisspiegel Berlin: Kaufen ist günstiger als Mieten

Im Durchschnitt verteuerten sich die Preise für gebrauchte Berliner Eigentumswohnungen seit 2013 um neun Prozent pro Jahr. Wohnungskäufer können jedoch vom günstigen Zinsniveau profitieren. Das ist ein Ergebnis des LBS-Kaufpreisspiegels.

mehr ...

Investmentfonds

Integration von ESG-Kriterien wird zum Mainstream

Auch wenn sich das Volumen der als explizit nachhaltig verwalteten Geldanlagen noch im einstelligen Prozentbereich in der DACH-Region bewegt, ist die generelle Anwendung von ESG-Kriterien keineswegs mehr in der Nische.

mehr ...

Berater

Commerzbank will Synergien mit Online-Bank Comdirect ausloten

Die Commerzbank will die Stärken ihrer Online-Tochter Comdirect bei ihrem Konzernumbau künftig breiter nutzen.

mehr ...

Sachwertanlagen

G.U.B. Analyse: “A-” für RE09 Windenergie Deutschland

Das Hamburger Analysehaus G.U.B. Analyse bewertet das Beteiligungsangebot RE09 Windenergie Deutschland der Reconcept Consulting GmbH aus Hamburg mit insgesamt 77 Punkten. Das entspricht dem G.U.B.-Urteil “sehr gut” (A-).

mehr ...

Recht

S&K-Prozess: Erstes Geständnis

Im Prozess um millionenschwere Betrügereien des Immobilienunternehmens S&K hat einer der sechs Angeklagten ein Geständnis abgelegt. Der 50-jährige ehemalige Geschäftsführer einer Fondsgesellschaft von S&K erklärte vor dem Frankfurter Landgericht, dass er Ungereimtheiten bei den Fonds ignoriert habe, um sein Gehalt nicht zu gefährden.

mehr ...