Anzeige
Anzeige
17. März 2016, 09:11
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Die stillen Füße der Janet Yellen

Der eine galoppiert, der andere übt den kleinen Ausfallschritt: So lässt sich die divergierende Geldpolitik der beiden mächtigsten Notenbanken der Welt auf den Punkt bringen. Gastkommentar von Otmar Lang, Targobank

Otmar-Lang- Chefvolkswirt-der-TARGOBANK-Kopie in Die stillen Füße der Janet Yellen

Otmar Lang sieht einen möglichen Währungskrieg kommen.

Während die Europäische Zentralbank vergangene Woche flankierend zu einer Nullzins-Politik nahezu dramatische Maßnahmen verkündete, kann es sich US-Zentralbankchefin Janet Yellen leisten, die Füße still zu halten. Zumindest bis zum Sommer oder vielleicht auch länger – vorausgesetzt, die Inflationserwartungen in den USA steigen nicht deutlich an. Bei einer weiter ausbleibenden Ölpreiswende könnte das klappen.

Gift mitten im Präsidentschaftswahlkampf

Im Dezember hatte die Fed erstmals seit zehn Jahren die Zinsen wieder angehoben. Weitere Erhöhungen in diesem Jahr könnten den Dollarkurs steigen lassen – und das wäre Gift für die Exporte und die Beschäftigung im Land mitten im Präsidentschaftswahlkampf!

Das Dilemma wäre riesig, wenn die US-Notenbank unter Druck stünde, die Zinsen kurzfristig und auch regelmäßig anzuheben. Das würde den Euro massiv schwächen, aber über kurz oder lang auch steigende Zinsen in Europa zur Folge haben. Letzteres wäre für Europa genauso kontraproduktiv wie ersteres für die USA. Und das ist aktuell das Neue: Mit der gleichzeitig extrem lockeren Geldpolitik in Europa und Japan tritt für die Fed erstmals ein Gegenspieler an, der ihren Handlungsspielraum einschränken kann. Das hat bisher für keine Seite negative Folgen. Doch das muss nicht so bleiben.

Nur Zeit erkauft

Das gemeinsame Ziel aller Zentralbanken muss mehr Wachstum heißen. Es wäre wünschenswert, wenn sich der Konjunkturausblick in Europa und Japan bis zum Herbst bessert. An steigenden US-Inflationserwartungen zweifeln wir nicht. Doch bisher können sich Europa und Japan nur Zeit erkaufen. Sollte das bis zum Herbst so bleiben, könnte ein Währungskrieg drohen.

Otmar Lang ist Chefvolkswirt bei der Targobank, Düsseldorf

Foto: Targobank

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Trumps Sieg in Rendite ummünzen - Themen, Produktangebote und Trends 2017 - Rentenreform - IDD

Ab dem 15. Dezember im Handel!

Cash. 12/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Flaggschiff-Fonds – IDW S4-Standard – Crowdinvesting – Bankenwelt

Versicherungen

Auch Mylife reduziert die Überschussbeteiligung

Die Mylife Lebensversicherung bieten ihren Kunden 2017 eine laufende Verzinsung in Höhe von 2,8 Prozent, nach 3,35 Prozent im Vorjahr.

mehr ...

Immobilien

Mietrecht: Steuerliche Anerkennung setzt Mietzahlung voraus

Liegt bei der Vermietung an Verwandte kein steuerlich anzuerkennendes Mietverhältnis vor, können die Kosten für die Wohnung nicht steuermindernd als Werbungskosten berücksichtigt werden. Die Wüstenrot Bausparkasse berichtet über ein entsprechendes Urteil.

mehr ...

Investmentfonds

Bafin greift bei komplexen Finanzwetten für Privatanleger ein

Die deutsche Finanzaufsicht Bafin greift erneut auf dem Markt für komplexe Finanzwetten für Privatanleger ein. Zum Anlegerschutz plane sie, Vermarktung, Vertrieb und Verkauf von finanziellen Differenzgeschäften – sogenannten CFDs – zu beschränken, teilte die Bafin am Donnerstag mit.

mehr ...

Berater

HSH Nordbank nach neun Monaten mit höherem Gewinn

Die HSH Nordbank sieht sich mit einem gestiegenen Gewinn für den geplanten Verkaufsprozess gewappnet. Unter dem Strich habe das Institut in den ersten neun Monaten des Jahres einen Nettogewinn von 163 Millionen Euro erzielt, teilte die Bank am Freitag mit. Im gleichen Vorjahreszeitraum waren es 24 Millionen Euro.

mehr ...

Sachwertanlagen

Zweitmarkt: Anteil der Immobilienfonds zieht kräftig an

Der Anteil von Immobilienfonds am Zweitmarkthandel ist im November auf fast 75 Prozent gestiegen. Das Handelsvolumen von Schiffsbeteiligungen hingegen ist eingebrochen.

mehr ...

Recht

Immobilienerbe: Obacht bei der Erbschaftsteuer

Beim Erben von Wohnungseigentum entfällt die Erbschaftsteuer nur, wenn der Erbe die Wohnung selber nutzt. Anderenfalls muss die Steuer entrichtet werden – auch wenn die Immobilie unentgeltlich engen Familienmitgliedern überlassen wird.

mehr ...