Anzeige
9. März 2016, 15:34
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Gewinn der Volksbanken knapp unter Vorjahr – Kritik an EZB-Kurs

Zinstief und Regulierung zwingen Deutschlands Genossenschaftsbanken nach Einschätzung des Dachverbandes BVR zu Zusammenschlüssen und lassen höhere Gebühren für Kunden wahrscheinlicher werden.

Vb1 in Gewinn der Volksbanken knapp unter Vorjahr – Kritik an EZB-Kurs

Bei den Volksbanken rollt die Fusionswelle.

“Wir gehen im Jahr 2016 von Fusionen in der Größenordnung 40 bis 50 aus. Es ist wohl auch davon auszugehen, dass es 30 bis 50 Fusionen in den Folgejahren geben wird”, sagte der Präsident des Bundesverbandes der deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR), Uwe Fröhlich, am Mittwoch in Frankfurt.

Im vergangenen Jahr sank die Zahl der genossenschaftlichen Institute um 26 auf 1021. Das Filialnetz – ohne Selbstbedienungsstellen – schrumpfte um 510 auf 12 260. Nach Fröhlichs Einschätzung könnte das Netz im laufenden Jahr in ähnlichem Umfang weiter ausgedünnt werden.

EZB verärgert Bankiers

Die “zerstörerische Geldpolitik” der Europäischen Zentralbank (EZB) zeige “zunehmend hässliche Nebenwirkungen, die die Realwirtschaft in immer stärkerem Maße zu spüren bekommt”, sagte Fröhlich. “Aus der Schweiz lernen wir, dass lang andauernde Niedrigzinspolitik dort sogar zu steigenden Kreditzinsen geführt hat.”

Strafzinsen an Privatkunden weitergeben wollen die Institute in der Breite nicht. “Wir werden versuchen, das Thema Negativzinsen unseren Privatkunden nicht zuzumuten”, sagte Fröhlich. Allerdings könnten Geldhäuser gezwungen sein, an der Gebührenschraube zu drehen. “Jeder muss in seiner Bank überlegen, wie er über Konditionengestaltung gegen die Ertragsverluste anarbeitet, die ohne Zweifel da sind.”

Das Zinstief lässt die Zinsüberschüsse der Banken sinken. Die im BVR organisierten Volks- und Raiffeisenbanken konnten dies im vergangenen Jahr dank eines regen Kundengeschäfts ausgleichen. Das Kreditgeschäft legte zum Vorjahr um 23 Milliarden auf 505 Milliarden Euro zu. Die Kundeneinlagen kletterten um 26 Milliarden auf 608 Milliarden Euro. Zusammen erzielten die 1021 Institute nach vorläufigen Zahlen 2,1 Milliarden Euro Überschuss – 0,8 Prozent weniger als im Vorjahr.

“Der Eindruck drängt sich auf, EZB-Präsident Mario Draghi betreibe Geldpolitik mit der Brechstange”, sagte Fröhlich. “Die Instrumente haben sich nahezu abgenutzt.” Volkswirte erwarten, dass Europas Währungshüter ihren Anti-Krisen-Kurs gegen Mini-Inflation und Konjunkturschwäche an diesem Donnerstag (10.3.) erneut verschärfen werden – obwohl der Leitzins nur noch knapp über Null liegt, Banken schon Strafzinsen fürs Geldparken zahlen müssen und die Notenbank seit einem Jahr über Anleihenkäufe die Märkte mit Geld flutet.

Quelle: dpa-Afx/tr

Foto: Shutterstock

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Absolute-Return – Insurtechs – Robo Advisors – Denkmalimmobilien


Ab dem 26. Januar im Handel.

Cash. 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Trumps Sieg in Rendite ummünzen - Themen, Produktangebote und Trends 2017 - Rentenreform

Versicherungen

Universa erweitert Fondspolice

Die Universa hat ihre fondsgebundene Rürup-Rente weiter ausgebaut. Nach Angaben des Versicherers können Kunden in der Einzelfondsauswahl bis zu fünf Anlagefavoriten aus rund 50 Aktien-, Renten-, Misch-, Dach- und Geldmarktfonds wählen und diese jederzeit wieder ändern.

mehr ...

Immobilien

Beruhigung am chinesischen Immobilienmarkt

Obwohl die Immobilienpreise in den meisten chinesischen Städten weiter steigen, beruhigt sich der Markt im Vergleich zu den Vormonaten. Dies geht aus einer am Mittwoch in Peking veröffentlichten Erhebung der nationalen Statistikbehörde hervor.

mehr ...

Investmentfonds

Aktientausch: BFH-Urteil zur Steuerfreiheit bei einem Barausgleich

Erhält ein Aktionär bei einem Aktientausch einen Barausgleich für vor dem 1. Januar 2009 erworbene ausländische Aktien, die länger als ein Jahr gehalten wurden, unterliegt dieser Barausgleich nicht der Einkommensteuer. Dies entschied der Bundesfinanzhof (BFH).

mehr ...
18.01.2017

Donald sieht rot

Berater

Dirk Kreuter startet Vertriebsoffensive

Vertriebsexperte Dirk Kreuter gastiert in diesem Jahr in acht deutschen Städten und in Wien mit dem Event “Vertriebsoffensive”. Zu den Themen zählen unter anderem Kundenakquise, Einwandbehandlung und “Die Psychologie des Überzeugens”. Cash.-Online-Leser erhalten vergünstigte Karten.

mehr ...

Sachwertanlagen

Patrizia offeriert digitale Zeichnung von Immobilienfonds

Die Platzierungspartner der Patrizia GrundInvest können ab sofort das Portal eDirektzeichnung zur Erweiterung ihres Online-Angebots für Sachwerte nutzen.

mehr ...

Recht

WIKR: Konsequenzen für die Darlehensvergabe der Assekuranz

Die Umsetzung der Wohnimmobilienkreditrichtlinie (WIKR) im März 2016 bedeutet für alle Beteiligten eine große Herausforderung. Auch das Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) ist von der WIKR betroffen. In ihrer aktuellen Publikation stellt die Finanzaufsicht Bafin die Änderungen dar.

mehr ...