7. Januar 2016, 10:14

Legal & General IM: Kaum Alternativen zu Aktien in 2016

Das moderate Wachstum der Weltwirtschaft wird sich 2016 gestützt durch die Erholung einiger großer Schwellenländer fortsetzen. Vor diesem konjunkturellen Hintergrund und einem anhaltend niedrigen Zinsumfeld  bieten Aktien weiterhin gute Anlagechancen, glauben die Experten des britischen Vermögensverwalters Legal & General Investment Management (LGIM).

Aktien-Anleger-Brokerage-Index in Legal & General IM: Kaum Alternativen zu Aktien in 2016

“Die Volkswirtschaften der entwickelten Industrieländer haben sich 2015 vergleichsweise gut entwickelt”, fasst Tim Drayson, Head of Economics bei LGIM, die makroökonomische Ausgangssituation für das kommende Jahr zusammen. “Dabei wurde das Wachstum von steigenden realen Arbeitseinkommen, einer lockeren Geldpolitik der Notenbanken, einem nachlassenden Sparzwang bei den Staatshaushalten und steigendem privaten Konsum getragen. Diese Trends sollten sich 2016 fortsetzen.”

China verlangsamt sich weiter

Als Positivfaktor zählt er hinzu, dass sich die Situation in den Schwellenländern, von denen viele die Anleger 2015 enttäuscht hatten, verbessern wird. Zwar wird die Konjunktur in China wohl weiter abbremsen, aber das Wachstum in Brasilien und Russland sollte sich im kommenden Jahr verbessern, wenn auch weiter im negativen Bereich bleiben. “Der robuste Konsum in den Industrieländern sollte zudem die moderate Erholung der weltweiten Industriekonjunktur weiter vorantreiben”, so der LGIM-Experte.

Inflation bleibt gering

Speziell in Japan und der Eurozone wird die Inflationsrate seiner Prognose zufolge jedoch weiterhin unter der von dem Notenbanken vorgegebenen Zielmarke bleiben. Die Geldpolitik in diesen Ländern wird daher wahrscheinlich weiterhin von außergewöhnlichen Maßnahmen geprägt sein, so wie das die Europäischen Zentralbank (EZB) bereits Anfang Dezember demonstriert hat, als sie eine Ausweitung ihrer Anleihekäufe bekannt gegeben hatte.

“Für die Fed hingegen ist das Ziel einer Vollbeschäftigung im eigenen Lande nahezu erreicht, so dass sie ihre Leitzinsen nach dem ersten Zinsschritt im Dezember 2015, 2016 schrittweise anheben dürfte”, schätzt Drayson. Dies wird seiner Meinung nach zwar zunächst keine direkten Auswirkungen auf die US-Wirtschaft haben, dennoch wird die Fed ihre Sätze schneller anheben als dies von den Märkten bislang antizipiert wird.

USA wächst geringer

Unabhängig davon schätzen die LGIM-Experten die Aussichten der weltgrößten Volkswirtschaft nicht mehr ganz so gut ein wie noch vor einem Jahr. “Das Arbeitskräftepotenzial ist weitgehend abgeschöpft, so dass sich das Wachstum des Arbeitsmarktes 2016 verlangsamen wird. Dies wird in der Folge zu Lohnsteigerungen führen”, so Drayson. “Die niedrigen Energiepreise haben jetzt noch einmal für einen positiven Effekt auf die realen Einkommen gesorgt. Aber wir rechnen damit, dass sich 2016 der starke Dollar zunehmend in der Handelsbilanz bemerkbar machen wird, wodurch sich vor allem im Konsumgüterbereich Importe verbilligt haben. Dazu bleibt die Nachfrage aus den Schwellenländern schwach.”

Seite zwei: Rückenwind für die Eurozone

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