Anzeige
2. Februar 2016, 15:42
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Niedrigzinsumfeld lässt Anleger riskanter werden

Das Zinstief in Europa treibt Anleger nach Beobachtung des Frankfurter Privatbankiers Emmerich Müller vom Bankhaus Metzler in unnötige Risiken. “Anleger investieren in Dinge, in die sie nie investiert hätten – aus Mangel an Alternativen”, sagte der für das operative Geschäft zuständige Partner des 1674 gegründeten Traditionshauses der Deutschen Presse-Agentur.

Shutterstock 203237881 in Niedrigzinsumfeld lässt Anleger riskanter werden

Niedrige Zinsen machen den Anlegern zu schaffen.

Allerdings ist diese Entwicklung mit kaum zu unterschätzenden Gefahren verbunden: “Wenn in vielen Ländern Europas Altersvorsorgesysteme auf Dauer nicht mehr funktionieren, ist das ein gesellschaftliches Problem”, warnte Müller. “Wenn viele Menschen das Gefühl bekommen, diese Europäisierung geht zu ihren Lasten, birgt das erheblichen gesellschaftlichen Sprengstoff.”

EZB wird Geldhahn noch gut ein Jahr aufdrehen

Die Europäische Zentralbank (EZB) will die Märkte bis mindestens März 2017 mit billigem Geld fluten, die Zinsen sind zudem bei einem Leitzins von 0,05 Prozent quasi abgeschafft. Weitere Schritte der EZB zur Erhöhung der Preisdynamik könnten bei der Sitzung am 10. März folgen.

“Ich sehe nicht die Notwendigkeit, dass die EZB noch mal nachlegt. Ich glaube auch nicht, dass diese EZB-Politik uns noch lange weiterhilft”, sagte Müller. “Wir haben es mit einem Kartell der Schuldner zu tun, das ist unser Hauptproblem. Indem sie versuchen, die Zinslast tragbar zu machen, machen sich die Zentralbanken zu Gefangenen der Politik.”

Müller hat wenig Hoffnung, dass die EZB in naher Zukunft ihren expansiven Kurs zurückfahren wird. “Wir haben es aktuell in der Tendenz mit einem Auseinanderdriften Europas zu tun. Umso mehr ist die EZB in einer Situation, in der sie keine Trendwende einleiten wird.”

Banken leiden unter dem Zinsniveau

Das Zinstief macht auch den Banken zu schaffen. “Die Profitabilität von Banken in Deutschland ist im internationalen Vergleich viel zu gering”, konstatierte Müller, der derzeit auch Vorstandsvorsitzender des Bankenverbandes Hessen ist. “Im Moment versuchen alle Banken vernünftigerweise ihre Geschäftsmodelle weiterzuentwickeln und die Abhängigkeit von der Zinsmarge zu verringern. Manche werden das vielleicht nicht schaffen.”

Entsprechend stehen die Aktien der deutschen Großbanken bei den Börsianern auf dem Frankfurter Parkett derzeit kaum auf der Kaufliste. In den vergangenen Monaten tendierten die Papiere der Deutschen Bank und der Commerzbank sogar deutlich schwächer. Zusätzlich macht den Gesellschaften die Vielzahl an neuen Firmen aus dem Fintech-Bereich zu schaffen, die den klassischen Banken Marktanteile abjagen wollen.

Quelle: dpa-Afx/tr

Foto: Shutterstock

 

 

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 4/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Tech-Aktien – Fondspolicen – Baufinanzierung – Frauen in der Finanzberatung

Ab dem 16. März im Handel.

Cash. 3/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Pflegevorsorge - Small Caps - Zinshäuser - Digitalisierung - Honorarberatung - Leadsgewinnung - Nachfolge-Planung

Versicherungen

VZBV: “Restschuldversicherungen sind maßlos überteuert”

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) fordert, dass Restschuldversicherungen künftig nur noch separat und nicht gekoppelt an Kreditverträge vermittelt werden dürfen. Das sollte nach dem Willen der Verbraucherschützer im Umsetzungsgesetz der EU-Richtlinie Insurance Distribution Directive (IDD) verankert werden.

mehr ...

Immobilien

Bauhauptgewerbe verzeichnet besten Jahresstart seit 1996

Das Bauhauptgewerbe startet erfolgreich in 2017, es verzeichnete zuletzt vor über 20 Jahren mehr Auftragseingänge zu Beginn eines Jahres. Im Vergleich zum Vormonat Dezember sind die Aufträge jedoch leicht gesunken.

mehr ...

Investmentfonds

Deutsche Börse tritt auf Kostenbremse

Die Deutsche Börse plant kurzfristig Einsparungen in mindestens zweistelliger Millionenhöhe. Zudem gilt zunächst ein Einstellungsstopp für fast alle Bereiche. Der Konzern reagiert damit auf sinkende Umsätze und das erwartete Scheitern der Fusion mit der London Stock Exchange (LSE).

mehr ...

Berater

Patientenverfügung: BGH präzisiert Anforderungen

Im Einzelfall kann sich die erforderliche Konkretisierung in einer Patientenverfügung auch durch Bezugnahme auf ausreichend spezifizierte Krankheiten oder Behandlungssituationen ergeben – ohne detaillierte Benennung bestimmter ärztlicher Maßnahmen. Das geht aus einem aktuellen Beschluss des Bundesgerichtshofs (BGH) hervor.

mehr ...

Sachwertanlagen

Weitere Ausschüttung für Anleger der Deutschen Finance

Die Geschäftsführung des PPP Privilege Private Partners Fund des Asset Managers Deutsche Finance aus München wird den Anlegern nach einer erfolgreichen Zielfonds-Transaktion für das Geschäftsjahr 2017 eine Vorabausschüttung in Höhe von 15 Prozent vorschlagen.

mehr ...
24.03.2017

Lacuna goes Canada

Recht

LV-Vertrag: Bei Änderung Steuerlast wie bei Neuabschluss

Wird ein Lebensversicherungsvertrag (LV-Vertrag) vor Ablauf der Vertragslaufzeit geändert, ohne dass die Modifikation von vornherein vertraglich vereinbart worden ist, liegt hinsichtlich der Änderungen aus ertragsteuerlicher Perspektive ein neuer Vertrag vor. Dies entschied der Bundesfinanzhof.

mehr ...