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8. Februar 2016, 08:02
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So können Anleger die Rückkehr der Inflation nutzen

Seit der ersten Zinserhöhung durch die US-Notenbank Federal Reserve im Dezember suchen Investoren verstärkt nach Gelegenheiten, mögliche performanceschädliche Effekte höherer Zinsen zu überwinden. Dies hat einen starken Einfluss auf die Märkte, die seitdem volatiler geworden sind.

Yellen in So können Anleger die Rückkehr der Inflation nutzen

Fed-Chefin Janet Yellen zieht die Zügel wieder an.

Jonathan Baltora, Fondsmanager des AXA WF Global Inflation Bonds, nennt fünf Wege für Anleger, die Rückkehr der Inflation im Jahr 2016 für sich zu nutzen. Denn nach seiner These bieten inflationsindexierte Anleihen Investoren derzeit gute Möglichkeiten, die Auswirkungen steigender Zinsen abzumildern.

1. Die Inflation kann anziehen, ohne dass der Ölpreis steigt.

„Auch im vergangenen Jahr hat die Entwicklung der Inflation Investoren wieder überrascht – vor allem wegen des Rückgangs des Ölpreises. Auf dem gegenwärtigen Niveau kann die Inflation allerdings auch anziehen, ohne dass der Ölpreis wieder steigt. Stabile Ölpreise, selbst auf einem niedrigen Niveau, wären ausreichend, damit die Inflationsrate sich in den USA wieder in Richtung zwei Prozent bewegt.

In der Eurozone wären 1,2 Prozent möglich und in Großbritannien 1,5 Prozent. Unser Basisszenario sieht vor, dass sich Öl nicht verteuert und die Preisbewegungen volatil bleiben. Dies legt nahe, dass die Inflation insgesamt ansteigt und sich auch in diesem Jahr wieder alles um Öl dreht.“

2. Ohne einen Anstieg der Inflation ist das Risiko höherer Zinsen gering.

„Die Zentralbanken sind zwar gewillt, die Geldpolitik zu normalisieren. Allerdings achten sie weiterhin genau auf die Inflationserwartungen. Sie werden nicht in der Lage sein, die Zinsen aggressiv zu erhöhen, solange die Inflation nicht ansteigt. Die Entwicklung Japans in den vergangenen Jahrzehnten ist eine Warnung für alle Notenbanker. Niemand möchte niedrigere Inflationserwartungen sehen, schließlich hat es sich als schwierig erwiesen, höhere Erwartungen bei den Marktteilnehmern zu verankern.

Die Geschichte zeigt, dass die Zinsen kaum steigen können, wenn nicht gleichzeitig die Inflation anzieht. Wir glauben, dass der Grund dafür in den Inflationszielen der Notenbanken liegt. Aus Investorensicht bevorzugen wir inflationsindexierte Anleihen mit kurzer Laufzeit, wenn die Inflation anzieht, und Anleihen mit längerer Laufzeit, wenn die Inflation enttäuschend ausfällt. Auf diese Weise können Anleger die Geldpolitik der Zentralbanken für sich nutzen.“

3. Das Aufwärtspotenzial der realen Renditen ist gering.

„Die Höhe der realen Renditen wird wesentlich durch Überraschungen in der wirtschaftlichen Entwicklung beeinflusst. Wenn das Wachstum anzieht, sollten die Zinsen steigen. Um für Investoren wirklich attraktiv zu sein, sollten die realen Renditen sich im positiven Bereich bewegen. Wir sehen nur wenig Aufwärtspotenzial für die realen Renditen von US-Anleihen. In Großbritannien stellen steigende Renditen eine größere Gefahr dar – allerdings nur, wenn die Inflation anziehen sollte.“

4. Wechselkursschwankungen beeinflussen die Inflationsrate stark.

„Wir werden oft gefragt, ob Quantitative Easing (QE) funktioniert. Wir glauben: ja – aber nicht unbedingt so, wie man es erwarten würde. Quantitative Lockerungsprogramme sollen die Wirtschaft stimulieren und Arbeitsplätze schaffen.

Tatsächlich helfen sie aber vor allem deshalb, weil sie zur Abwertung der jeweiligen Währung führen. Seit 2008 hat die Inflation überall dort positiv überrascht, wo es Quantitative Easing gab. Verantwortlich dafür waren die Effekte der durch das QE ausgelösten Währungsabwertung. Wir bevorzugen daher Regionen, deren Währungen abgewertet wurden.“

5. Kurzfristige Entwicklungen beeinflussen langfristige Erwartungen.

„Zuflüsse und Abflüsse von Kapital in Fonds und aus Fonds heraus können die Performance der Märkte stark beeinflussen. Wenn es um inflationsbezogene Produkte geht, steigt unserer Erfahrung nach die Nachfrage von Investoren, wenn die Inflationsrate ebenfalls steigt. Tendenziell führt das zu steigenden Erwartungen der Marktteilnehmer.

Zwar gibt es keinen theoretischen Beleg dafür, aber wir denken, dass die tatsächliche Entwicklung der Inflation die langfristigen Inflationserwartungen beeinflusst. Wir glauben, dass der britische Markt für inflationsindexierte Anleihen im Vergleich zu den USA und der Eurozone am teuersten ist. Wir erwarten, dass die Breakeven-Inflation im Gleichklang mit der Inflation steigt – selbst wenn der Ölpreis auf dem gegenwärtigen, historisch niedrigen Niveau verharrt. Und wir bevorzugen Inflationsanleihen aus der Eurozone, denn diese dürften weiterhin von der aggressiven Politik der EZB profitieren.“ (tr)

Foto: Shutterstock

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