Anzeige
Anzeige
4. Februar 2016, 16:27
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Übertrieben negative Stimmung

Nach Einschätzung von Steffen Merker und Christoph Groß, Fondsmanager des LBBW Multi Global, ist die Stimmung an den Aktienmärkten zurzeit deutlich schlechter als es die Fundamentaldaten erwarten lassen.
Die negative Stimmung könnte für antizyklisch agierende Investoren aber ein guter Kaufzeitpunkt sein.

Europa-750 in Übertrieben negative Stimmung

Der europäische Aktienmarkt wird laut Einschätzung von Merker und Groß zu negativ bewertet.

Der DAX erlebte 2016 den schlechtesten Jahresauftakt seit seinem Bestehen. Andere Aktienindizes wie der S&P 500 oder der Nikkei 225 hätten in den ersten Januarwochen ebenfalls deutlich nachgegeben. Der Anteil der Investoren, die mit steigenden Aktienkursen rechnen, sei im Januar erstmals seit Frühjahr 2013 wieder unter 20 Prozent gefallen. Aus Sicht von Merker geben die Fundamentaldaten jedoch vielmehr Anlass zum Optimismus, besonders mit Blick auf die Aktienmärkte in der Eurozone.

Positive Fundamentaldaten

“Der europäische Aktienmarkt könnte sich als Hort der Stabilität erweisen”, ist Merker überzeugt. In der Periphere trügen die Reformbemühungen erste Früchte. So sei etwa in Italien die Konsumstimmung auf ein 20-Jahreshoch gestiegen. Auch aus Kerneuropa würden positive Nachrichten kommen. Insgesamt liege das für 2016 erwartete Gewinnwachstum der Unternehmen in der Eurozone bei 8,1 Prozent.

“Das fundamentale Konjunkturbild sollte sich bald wieder durchsetzen und zur Stabilisierung der Aktienmärkte beitragen”, zeigt sich Merker zuversichtlich. Viele Aktien seien nach der Korrektur attraktiv bewertet. Aus seiner Sicht könnten Investoren deshalb darüber nachdenken, ob sich nicht gerade jetzt eine interessante Einstiegsgelegenheit biete.

Hohe Liquidität stützt Märkte

“Auch wenn vergangene Entwicklungen keine Garantie für die künftige Performance bieten, ist ein extrem negatives Sentiment in der Vergangenheit oft ein guter Kaufzeitpunkt gewesen”, erklärt Merker und ergänzt: “Die hohe Liquidität stützt die Märkte zusätzlich.”

Im Hinblick auf den Rentenmarkt ist Christoph Groß insbesondere für europäische Unternehmensanleihen positiv gestimmt. „Die konjunkturelle Erholung in der Eurozone und die positiven Fundamentaldaten sprechen mittelfristig wieder für eine Erholung der Creditspreads“, sagt Groß.

Marktumfeld bleibt volatil

Bemerkenswert sei, dass der Corporates-Markt in Europa aktuell eine Ausfallquote von rund zehn Prozent auf Sicht der nächsten fünf Jahre einpreise. Groß hält diese Bewertung für günstig. Denn bisher habe die Ausfallquote über einen Fünf-Jahreszeitraum nicht einmal annähernd vier Prozent betragen.

Besonders attraktiv seien derzeit Unternehmensanleihen mit einer Laufzeit von fünf bis sieben Jahren. Längere Durationen seien momentan wenig sinnvoll, da der Renditeaufschlag das erhöhte Risiko nicht wettmache.Das Marktumfeld bleibe aufgrund verschärfter Regulatorik und geringer Sekundärmarktliquidität allerdings weiterhin volatil. (kl)

Foto: Shutterstock

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 4/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Tech-Aktien – Fondspolicen – Baufinanzierung – Frauen in der Finanzberatung

Ab dem 16. März im Handel.

Cash. 3/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Pflegevorsorge - Small Caps - Zinshäuser - Digitalisierung - Honorarberatung - Leadsgewinnung - Nachfolge-Planung

Versicherungen

VZBV: “Restschuldversicherungen sind maßlos überteuert”

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) fordert, dass Restschuldversicherungen künftig nur noch separat und nicht gekoppelt an Kreditverträge vermittelt werden dürfen. Das sollte nach dem Willen der Verbraucherschützer im Umsetzungsgesetz der EU-Richtlinie Insurance Distribution Directive (IDD) verankert werden.

mehr ...

Immobilien

Bauhauptgewerbe verzeichnet besten Jahresstart seit 1996

Das Bauhauptgewerbe startet erfolgreich in 2017, es verzeichnete zuletzt vor über 20 Jahren mehr Auftragseingänge zu Beginn eines Jahres. Im Vergleich zum Vormonat Dezember sind die Aufträge jedoch leicht gesunken.

mehr ...

Investmentfonds

Deutsche Börse tritt auf Kostenbremse

Die Deutsche Börse plant kurzfristig Einsparungen in mindestens zweistelliger Millionenhöhe. Zudem gilt zunächst ein Einstellungsstopp für fast alle Bereiche. Der Konzern reagiert damit auf sinkende Umsätze und das erwartete Scheitern der Fusion mit der London Stock Exchange (LSE).

mehr ...

Berater

Patientenverfügung: BGH präzisiert Anforderungen

Im Einzelfall kann sich die erforderliche Konkretisierung in einer Patientenverfügung auch durch Bezugnahme auf ausreichend spezifizierte Krankheiten oder Behandlungssituationen ergeben – ohne detaillierte Benennung bestimmter ärztlicher Maßnahmen. Das geht aus einem aktuellen Beschluss des Bundesgerichtshofs (BGH) hervor.

mehr ...

Sachwertanlagen

Weitere Ausschüttung für Anleger der Deutschen Finance

Die Geschäftsführung des PPP Privilege Private Partners Fund des Asset Managers Deutsche Finance aus München wird den Anlegern nach einer erfolgreichen Zielfonds-Transaktion für das Geschäftsjahr 2017 eine Vorabausschüttung in Höhe von 15 Prozent vorschlagen.

mehr ...
24.03.2017

Lacuna goes Canada

Recht

LV-Vertrag: Bei Änderung Steuerlast wie bei Neuabschluss

Wird ein Lebensversicherungsvertrag (LV-Vertrag) vor Ablauf der Vertragslaufzeit geändert, ohne dass die Modifikation von vornherein vertraglich vereinbart worden ist, liegt hinsichtlich der Änderungen aus ertragsteuerlicher Perspektive ein neuer Vertrag vor. Dies entschied der Bundesfinanzhof.

mehr ...