Anleger suchen bei Vermögensverwaltung Komplettlösung

Finanzberater müssen umdenken. Richtig eingesetzt, können digitale Berater – Robo Advisor – mehr Unterstützung als Konkurrent sein. Denn mit den digitalen Möglichkeiten lassen sich Anleger halten und neue Kunden gewinnen. Gastbeitrag von Rudolf Geyer, ebase

Rudolf Geyer analysiert die zukünftig Entwicklung im digitalen Fondvertrieb.
Rudolf Geyer analysiert die zukünftig Entwicklung im digitalen Fondvertrieb.

Inzwischen müsste es auch der letzte Sparer gemerkt haben – mit den althergebrachten Zinsanlagen lässt sich in der Regel nichts mehr verdienen. Die Folge sind reale Vermögensverluste, weil die Zinsen nicht mehr in der Lage sind, den Geldwertverfall auszugleichen. Nach Angaben des statistischen Bundesamtes lag die Inflation im Januar 2017 bei 1,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Zum Vergleich: Bundesanleihen mit 10jähriger Laufzeit, die als Benchmark für risikolose Geldanlage gelten, bieten per Mitte Februar lediglich eine Rendite von 0,4 Prozent. Setzt sich der Trend fort, geht innerhalb weniger Jahre ein deutlicher Teil der Kaufkraft des Ersparten verloren. Folglich suchen immer mehr Sparer nach alternativen Lösungen.

Eine attraktive Lösung bietet eine digitale Vermögensverwaltung – auch Robo Advisor genannt. Gegenüber Einzelfonds hat die digitale Vermögensverwaltung den Vorteil, dass das Kundenvermögen den Wünschen des Kunden entsprechend investiert und aktiv betreut wird. Das ist ein Vorteil, der immer mehr Aufmerksamkeit auf sich zieht. Insbesondere, weil sich viele Anleger nach dem Kauf von einzelnen Fonds allein gelassen fühlen.

Anleger wollen kalkulierbare Ergebnisse

Anlässe wiederum, über eine Umschichtung im Depot nachzudenken, gab es in der jüngeren Vergangenheit genug. 2016 etwa war reich an solchen Ereignissen – Sorgen um die chinesische Volkswirtschaft, Zinswende in den USA, Brexit oder auch die Präsidentenwahl in den USA –, die sich auf die Finanzmärkte ausgewirkt und die Börsen in Unruhe versetzt haben. Die damit verbundenen Wertschwankungen bei Anlageprodukten schrecken viele Anleger vor dem Investieren ab. Sie sehnen sich nach gemanagten Depots, wie sie zum Beispiel eine digitale Vermögensverwaltung bietet. Zumal auch in diesem und in den kommenden Jahren mit hohen Schwankungen an den Kapitalmärkten zu rechnen ist.

Es ist demnach wenig verwunderlich, dass die Nachfrage nach solchen Produkten spürbar zunimmt. Schätzungen zufolge werden inzwischen weltweit rund 100 Milliarden Euro durch Robo Advisor Lösungen verwaltet – davon bislang allerdings etwa 80 Prozent in den USA. Demgegenüber zählt der deutsche Fondsverband BVI allein 2,8 Billionen Euro, die hierzulande in Publikums- und Spezialfonds investiert sind. Das bedeutet, dass digitale Lösungen bei uns noch ganz am Anfang stehen.

Komplette Digitalisierung

Eine digitale Vermögensverwaltung funktioniert komplett online: von der ersten Kontaktaufnahme und der grundsätzlichen Information, der Selbsteinschätzung des Anlegertyps und der Depoteröffnung bis hin zum Erteilen des Mandats und der Geldüberweisung. Digital bedeutet auch, dass Anleger online betreut werden. Kunden können jederzeit Einblick in die Entwicklung ihrer Depots nehmen und erhalten überdies ein regelmäßiges Reporting.

Ein weiterer Vorteil der digitalen Vermögensverwaltung ist, dass der gesamte Prozess vollkommen transparent ist und ideal in das Angebot eines Finanzberaters integriert werden kann. Im Fall des fintego Managed Depots aus dem Hause ebase kann der Robo Advisor auf der Internetseite des Beraters integriert werden. Der Kunde bleibt also in enger Verbindung mit seinem vertrauten Berater, der natürlich für die Vermittlung des Mandats honoriert wird. Auf der anderen Seite bekommt der Kunde eine Vermögensverwaltung, die abgeleitet von seinen Anlagebedürfnissen, Kenntnissen und Erfahrungen für ihn genau passt. Der Anleger kann genau nachvollziehen, weshalb ihm gerade dieses Depot nahegelegt wird. Eine Win-Win-Situation für Berater und Anleger.

Passgenaue Angebote auch für kleine Beträge

Diese passgenaue Vermögensverwaltung steht schon für kleine Beträge zur Verfügung. Während für eine individuelle Vermögensverwaltung in der Regel eine Mindestanlagesumme im höheren sechsstelligen Euro-Bereich vorausgesetzt wird, kommen Anleger bei fintego bereits ab 2.500 Euro zum Zuge. Sparpläne mit regelmäßigen Einzahlungen sind sogar schon ab 50 Euro im Monat möglich.

Soweit die Theorie, aber wie sieht es in der Praxis aus? Sind digitale Vermögensverwaltungen ihrem Anspruch gerecht geworden? Einer der ältesten Vertreter in Deutschland ist das 2014 gestartete fintego Managed Depot. Das Ziel einer stetigen Wertentwicklung mit eingeschränkter Volatilität wurde erreicht, da Anleger vor allzu starken Schwankungen bewahrt wurden. Alle der fünf Anlagestrategien haben seit Auflage per Mitte Februar 2017 zweistellig zugelegt – je nach Risikostufe liegen die Ergebnisse zwischen 18,4 und 40,5 Prozent. Eingesetzt werden dabei ETFs aus fünf verschiedenen Anlageklassen, wobei die Aktienquote zwischen 10 und 90 Prozent betragen kann. Nach festen Regeln wird die Gewichtung angepasst, wenn diese sich zu weit vom Zielwert entfernt hat.

Seite zwei: Noch erhebliches Potenzial

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