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15. September 2011, 10:35
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Privatbank Warburg: “Wo ist denn die Alternative zur Aktie?“

Zu Kapitalanlage- und Beratungsstrategien in Zeiten der Schuldenkrise befragte Cash. Achim Urbschat, Direktor im Private Banking bei der Privatbank M.M. Warburg & CO in Hamburg.

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Achim Urbschat, M.M. Warburg

Cash.: Wie bewerten Sie die Reaktion der Märkte auf die Schuldenkrise diesseits und jenseits des Atlantiks?

Urbschat: Die bis Mitte des Sommers guten Prognosen zur wirtschaftlichen Entwicklung stellten in den letzten Monaten ein Gegengewicht zu der schwelenden Schuldenproblematik dar. In den letzten Wochen wurden die Prognosen verschiedener Volkswirte auf Basis neuer Daten dann zunehmend pessimistischer, was das Gleichgewicht empfindlich gestört hat. Den Marktteilnehmern ist die Möglichkeit drohender Staatsinsolvenzen präsenter geworden. Bis zur Stabilisierung ist weiterhin vorsichtiges Agieren angezeigt.

Cash.: Investoren haben viel in Franken und Gold umgeschichtet. War dies nachhaltig sinnvoll?

Urbschat: Den Franken halten wir für keine sinnvolle Lösung, da diese Währung zu klein ist, um langfristig als sicherer Hort zu dienen; das ist auch an den starken Kursgewinnen der letzten Monate abzulesen. Auch bei Gold ist es in den letzten Monaten zu deutlichen Kurssteigerungen gekommen. Hier kommt auch der psychologische Effekt zum Tragen. In Weltuntergangsszenarien wird Gold das einzige Gut sein, mit dem der Lebensunterhalt zu bestreiten wäre. Diese Komponente wird eher zu einer nachhaltigen Wertentwicklung führen.

Cash.: Ist ein verstärktes Engagement in Edelmetallen ist aus Ihrer Sicht demnach sinnvoll?

Urbschat: Eine Beimischung in Edelmetallen ist schon allein aus Gründen der Risikostreuung sinnvoll. Das derzeitige Kursniveau erfordert jedoch Vorsicht bei einer Neuanlage.

Cash.: Was raten Sie Anlegern angesichts der extremen Reaktionen der Börsen?

Urbschat: Die nächsten Monate werden zeigen, ob die reduzierten Kursniveaus ihre wirtschaftliche Berechtigung haben, oder ob es vielleicht sogar noch weiter nach unten geht. Letztlich hängt die Entscheidung, wie mit einer Aktien- oder Cash-Position umgegangen wird, von der persönlichen Risikotragfähigkeit des Anlegers ab. Vorsichtige Anleger sollten noch warten, wer Risiko und Chance sucht, hat jetzt gute Einstiegsmöglichkeiten.

Cash.: Bislang wird vor allem an den Symptomen der Schuldenkrisen herumgedoktert. Welche Maßnahmen müsste die Politik ergreifen, um das Übel an der Wurzel zu packen?

Urbschat: Wichtig ist, dass es den Regierungen gelingt, den Märkten glaubhaft zu vermitteln, dass sie ihre Haushalte in Ordnung bringen und ihre Schulden zurückzahlen werden. Weitere Eingriffe in den Finanzmarkt mit immer spezifischeren Regelungen sind dagegen nicht hilfreich.

Seite 2: Wird die Aktienaffinität in Deutschland nachhaltig leiden?

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