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9. Juli 2012, 17:33
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Lloyd Fonds moniert Medienberichte zum Sanierungskonzept

Dr. Torsten Teichert, Vorstandsvorsitzender der Lloyd Fonds AG, hat sich von den USA aus in eine kurzfristig anberaumte Telefon-Pressekonferenz eingeschaltet, um das Sanierungskonzept von Containerschiffsfonds seines Hauses mit dem Arbeitstitel „Ocean 16“ ausgewählten Journalisten zu erläutern.

Lloyd Fonds moniert Medienbericht zum Sanierungskonzept

Unter der Überschrift „Schiffsfonds vor dem Kollaps“ hätte die Financial Times Deutschland (FTD) in einem Artikel auf ihrem Online-Portal vom 8. Juli und in einem Text der Print-Ausgabe vom 9. Juli 2012 mit der Schlagzeile “Akuter Handlungsbedarf” vorab Eckpunkte des Konzepts veröffentlicht, die, so Teichert, “sachlich falsch” seien. Im Rahmen der Pressekonferenz, hat der Lloyd-Fonds-Vorstandsvorsitzende den Sachverhalt aus seiner Sicht korrigiert und ergänzt.

Bei dem Hamburger Initiator Lloyd Fonds werde bereits seit über einem Jahr an einem Konzept gearbeitet, um die eigenen  Containerschiffsflotte über Wasser zu halten. Das Emissionshaus habe gemeinsam mit einer großen deutschen Bank, deren Namen noch geheim bleiben solle, ein neues Finanzierungskonzept für 16 Einzelschiffsfondsgesellschaften erarbeitet. Die zugehörigen Containerschiffe mit einer Tragfähigkeit zwischen 1.700 und 5.000 TEU könnten angesichts der anhaltend schwierigen Rahmenbedingungen keine ausreichenden Einnahmen einfahren, um die Betriebskosten sowie den Kapitaldienst an die ursprünglichen Kreditgeber zu leisten. Der überwiegende Teil der genannten Lloyd-Fonds-Schiffe sei bereits in die Abbaubank der HSH Nordbank überführt worden. Ein weiterer wichtiger Finanzierungspartner der Beteiligungsangebote sei die Deutsche Schiffsbank, deren Muttergesellschaft Commerzbank in der letzten Woche überraschend angekündigt hatte, sich aus dem Markt für Schiffsfinanzierung zurückzuziehen.

Die Idee des Initiators sei es, die in Schieflage geratenen Containerschiffe mit unterschiedlicher Größe, Restbeschäftigung und Entschuldungsfortschritt zu bündeln und die Einnahmen zu poolen. Nach dem Motto „gemeinsam sind wir stärker“ sollen einerseits nicht mehr überlebensfähige Fondsobjekte aus Einschiffsgesellschaften durch eine Überkreuzbesicherung und Synergieeffekte bei den Transaktionsstrukturen weniger Kosten verursachen, höhere Sicherheit geben und mehr Geld einfahren beziehungsweise von Kapitalgebern außerhalb der Fondsgesellschaft bekommen.

Die neue Dachgesellschaft, die in Abhängigkeit der Zahl der tatsächlich beitretenden Einzelschiffsfonds beispielsweise „Ocean 16“ heißen könnte, soll mit frischem Fremdkapital der genanten Bank und Mezzaninekapital von institutionellen Investoren aus dem In- und Ausland ausgestattet werden. Das Kapital der neuen Bank soll zur Ablösung der bestehenden Kreditverträge verwendet werden, die Mittel der Mezzanine-Finanzierer – ein niedrigeriger zweistelliger Millionenbetrag sei nach den Worten Teicherts ausreichend – soll als „working-capital“ genutzt werden. Hintergrund ist, dass Lloyd Fonds davon ausgeht, dass die insgesamt rund 6.000 Anleger in den genannten Ein-Schiffs-Fondsgesellschaften nur schwer erneut dazu motiviert werden könnten, eine zweite Sanierungsrunde mitzumachen und in ihrer Eigenschaft als Kommanditisten Nachschüsse zu leisten. Zusätzliches Eigenkapital erwartet die genannte Bank jedoch schon. Allerdings tun das auch die institutionellen Investoren, als risikoadäquate Verzinsung ihrer Einlagen. Sie werde voraussichtlich zwischen 13 und 15 Prozent liegen, so Teichert in der Telekonferenz.

Oberstes Ziel des Initiators ist es nicht nur, die drohenden Insolvenzen abzuwenden, sondern auch so genannte „Fire-Sales“, also Notverkäufe, zum gegenwärtigen Zeitpunkt zu verhindern. Denn die derzeit auf dem Markt erzielbaren Preise für Gebrauchttonnage waren selten so niedrig. Die Ankündigung der Commerzbank, das sinkende Schiff verlassen zu wollen, war dabei ebenfalls nicht hilfreich für die Kalkulation der Beleihungswerte, die die Grundlage für die Kreditzusagen darstellen.

Teichert rechnet damit, dass die Verhandlungen mit den gefundenen und potenziellen Investoren noch hinziehen werden. Aus diesem Grund habe das Emissionshaus bisher auch nur die Anlegerbeiräte und nicht seine Anleger über den Plan informiert und die Journalisten der FTD gebeten, ihre bestätigten und unbestätigten Informationen noch zurückzuhalten bis die Kapitalgeber verbindliche Termsheets unterschrieben hätten. (af)

Foto: Lloyd Fonds

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4 Kommentare

  1. ich war 43(dreiundvierzig)jahre in der
    internat.schifffahrt tätig mit dienstsitz
    hamburg+london und bin etwas erstaunt über die ausführungen des
    vorstands von lloyd fonds.tatsache ist
    dass die aussagen vollkommen nichts
    sagend sind und an der realität vorbei.
    besser wäre gewesen den betroffenen
    reinen wein einzuschenken wie es mit
    fonds in der container schifffahrt aussieht.
    ich hätte für die betroffenen geschädigten eine reale chance ihr
    geld zu vermehren indem sie sich
    für beteiligungen an “schlössern,burgen,
    herrenhäusern etc.”interessieren.
    schiffe können adhoc veräussert oder
    verschrottet werden schlösser,burgen etc.
    aber nicht.
    mfg ein interessierter leser ihrer internet seite.

    Kommentar von meinhard pundt — 21. Februar 2016 @ 19:03

  2. Also lieber Negativzinsen für Staatsanleihen? Wir haben erstmals einen Schwarzen Schwan in der Schifffahrt, dh alle Schiffsmärkte sind gleichzeitig auf einem langjährigen Tief. Ältere, voll entschuldete Schiffe oder moderne, verbrauchsarme, langfristig gut vercharterte Schiffe kommen auch mit diesen Märkten klar. Unsere Kunden haben lange Jahre mit Schiffen sehr viel Geld verdient; jetzt brauchen einige Schiffe ihre Eigentümer, weil die Bankpartner mehr oder weniger ausfallen.

    Kommentar von Dr. Ursula Renner — 11. Juli 2012 @ 14:03

  3. Dieser Artikel zeigt einmal mehr, dass die sogen. Kapitalanlagesparte nichts anderes ist, als ein geschickt aufgelegtes System von Akteueren mit einem hohen Potential an Unfähigkeit und krimineller Energie.

    Staatlich gewollt, und mit völlig unsinnigen Steuervorteilen subventiniert!!!

    Ob Unfähigkeit, Unwissen oder Vorsatz der Handelnden zu hohen Verlusten bei den Anlegern führen
    spielt bei der Feststellung, dass der geschädigte Anleger die Folgen zu tragen hat, dann nur noch eine untergeordnete Rolle.

    Angefangen bei – Bauherrenmodellen über Erwerbermodelle, Immobilienfonds, Energiefonds, Schiffsfonds, Flugzeugfonds – zahlt die Zeche stets der Anleger, da nur eine verschwindend geringe Quote aller aufgelegten Anlagemodelle nachhaltig erfolgreich geblieben ist.

    Gewinne werden durch unproportional hohe Betriebskosten und Appanagen für die Akteure verfrüchstückt; Verluste werden sozialisiert, sodass der Anleger am Ende nicht nur seine Einalgen verliert, sondern auch Nachscjhüsse liefern muss, oder Steuervorteile verliert, die häufig deutlich über den Beträgen für Nachschüsse liegen.

    In extremen Krisensituationen, wie diese bereits seit Jahren im Frachtschiffsegment zu verzeichnen sind, und die jetzt zu eskalieren drohen, wird jetzt auch noch umgeschichtet, gepoolt, und ausgelagert – also schlichtweg sozialisiert, was letzendlich außer kurzfristiger Beruhigung an den Märkten nichts wirklich Bahnberchendes bringt.

    Die Initiatoren sollten dazu gezwungen werden, das Scheitern Ihrer Konzeptionen offenzulegen, wozu es zunächst einmal verschärfter gesetzlicher Regelungen bedarf.

    Wenn dann serienweise Fonds mit schlechten Ergebnissen liquidiert werden müssen, wird sich die Spreu vom Weizen trennen, und endlich einmal transparent, wer in der Vergangenheit tatsächlich verantwortungsvoll mit dem Kapital seiner Anleger umgegangen ist.

    Das gleiche gilt für Banken.

    Bankenrettung ist Schwachsinn, weil eine freie Marktwirtschaft nicht davon getragen wird, dass die – durch die Unfähigkeit der Verantwortlichen – Schwachen durch seriös wirtschaftende Unternehmen aufgefangen werden.

    Erst dann, wenn Banker mit der Pleite konsequent ihre Jobs verlieren, und Anleger ihre kompletten Einlagen, werden Begriffe wie Verantwortung, Kritkfähigkeit und Kreativität wieder einen Wert bekommen.

    Kommentar von Peter Ranft — 11. Juli 2012 @ 09:01

  4. Der Text ist doch nichts als die Bestätigung des “monierten” FTD-Artikels, gespickt mit überflüssigen Anglizismen (“Fire-Sales”, “working capital”), Worthülsen (“Überkreuzbesicherung”, “Synergieeffekte”) und Quatsch-Infos (“hat sich von den USA aus in eine kurzfristig anberaumte Telefon-Pressekonferenz eingeschaltet”), die nichts zur Klärung der eigentlichen Sache beitragen… Oder habe ich etwas überlesen?

    Kommentar von Peter Noak — 10. Juli 2012 @ 22:07

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