Anzeige
30. Juni 2015, 08:53
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

BVR: Griechische Krise für den Euroraum beherrschbar

Der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR), Uwe Fröhlich, bedauert die fehlende Bereitschaft der griechischen Regierung, das mit der Troika vereinbarte Rettungsprogramm abzuschließen. Dadurch werde eine Staatsinsolvenz am Dienstag absehbar, die Wahrscheinlichkeit eines Austritts Griechenlands aus der Eurozone erhöhe sich.

Fr Hlich-UweBVR in BVR: Griechische Krise für den Euroraum beherrschbar

Uwe Fröhlich, BVR: “Überschaubare wirtschaftliche Risiken für die Eurozone”

“Es besteht immer noch die Möglichkeit für die griechische Regierung, an den Verhandlungstisch zurückzukehren und die absehbaren weiteren Schäden für die griechische Wirtschaft und die Bevölkerung zu verhindern. Sollte es nicht doch noch zu einem Einlenken Griechenlands kommen, droht die griechische Wirtschaft in eine Abwärtsspirale zu geraten. Nicht ausgeschlossen ist, dass Europa mit Blick auf die griechische Bevölkerung, die sich sicherlich in keiner einfachen Situation befinde, humanitäre Hilfe leisten muss”, so Fröhlich.

“Europas Wirtschaft auf solidem Fundament”

“Für die Eurozone insgesamt bestehen jenseits der direkten Kosten durch den Ausfall der Staatspapiere nur überschaubare wirtschaftliche Risiken. Die europäische Wirtschaft befindet sich auf einem solideren Fundament als noch vor wenigen Jahren. Portugal, Irland und Spanien haben ihre Anpassungsprogramme erfolgreich abgeschlossen und ihre Wettbewerbsfähigkeit deutlich verbessert. Das starke Bekenntnis der Politik zum Euroraum und die Einigkeit der europäischen Regierungen in der Griechenland-Krise werden Spekulationen gegen den Euro den Boden entziehen. Mit dem europäischen Rettungsschirm European Stability Mechanism (ESM) und dem geldpolitischen Instrumentarium der Europäischen Zentralbank stehen starke Schutzmechanismen zur Verfügung.”

Widerstandskraft der Kreditwirtschaft erhöht

Mit der Bankenunion sei der Euroraum in einem zentralen Politikfeld außerdem in den vergangenen Jahren ein weitreichender Integrationsschritt gelungen, der die Widerstandskraft der Kreditwirtschaft erhöht habe. Die Stabilität der europäischen Finanzwirtschaft sei zudem durch die Vielgestaltigkeit der europäischen Bankensysteme – also zum Beispiel des deutschen Dreisäulenmodells – gesichert. Die direkten Risiken aus Engagements in Staatsanleihen und bei griechischen Banken sind in der genossenschaftlichen FinanzGruppe gering.

Wirtschaftsleistung Griechenlands von unter zwei Prozent

Fröhlich geht davon aus, dass auch die indirekten Auswirkungen aus Verspannungen an den Finanzmärkten im Fall eines Grexit überschaubar bleiben. Dies unterstreiche die recht stabile Entwicklung von Finanzmarktindikatoren wie etwa der Anleiherenditen der Eurostaaten in den vergangenen Wochen. Ohnehin sei die Bedeutung der griechischen Volkswirtschaft für den Euroraum mit einem Anteil der Wirtschaftsleistung von unter zwei Prozent begrenzt. Vor weiteren Transferleistungen zugunsten Griechenlands etwa im Rahmen einer Vergemeinschaftung der Einlagensicherungen warnt Fröhlich. Dies würde zu einer Verunsicherung der Sparer in Staaten mit solider Einlagensicherung führen.

Foto: BVR

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Absolute-Return – Insurtechs – Robo Advisors – Denkmalimmobilien


Ab dem 26. Januar im Handel.

Cash. 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Trumps Sieg in Rendite ummünzen - Themen, Produktangebote und Trends 2017 - Rentenreform

Versicherungen

Die besten Rechtsschutzanbieter

Das Hannoveraner Analysehaus Franke und Bornberg hat zum ersten Mal private Rechtschutzversicherungen getestet – mit einem erfreulichen Ergebnis: Rund 30 Prozent der analysierten 141 Tarife wurden mit der Höchstnote ausgezeichnet.

mehr ...

Immobilien

Immobilienfinanzierung wird digitaler

Die Digitalisierung nimmt in der Immobilienfinanzierung einen immer höheren Stellenwert ein. Der Gesamtmarkt für Immobilienfinanzierungen ist im Jahr 2016 unter dem Vorjahr geblieben. Nach eigenen Angaben konnte der Marktplatz Europace dennoch wachsen.

mehr ...

Investmentfonds

Universal platziert faktorbasierten Aktienfonds

Die Fondsgesellschaft Universal Investment hat zusammen mit Velten Asset Management einen neuen faktorbasierten Fonds für deutsche Aktien aufgelegt.

mehr ...

Berater

Knip, Clark & Co.: Neue Bedrohung für die Maklerbestände

Das Geschäftsmodell von Insurtechs ist faktisch tot. Das ist ein gut gehütetes, aber dem Grunde nach trotzdem offenes Geheimnis. Weniger bekannt ist die Tatsache, dass die App-Anbieter dies erkannt und ihre Strategie modifiziert haben. Deren Sprengkraft ist noch bedrohlicher.

Die Pradetto-Kolumne

mehr ...

Sachwertanlagen

G.U.B. Analyse: „A+“ für HEH Palma

Das Hamburger Analysehaus G.U.B. Analyse bewertet den „Flugzeugfonds 19 – HEH Palma“ des HEH Hamburger Emissionshaus mit insgesamt 84 Punkten. Das entspricht dem G.U.B.-Urteil „sehr gut“ (A+).

mehr ...

Recht

Berufshaftpflichtschutz verloren: Architekt versus Anwalt

Aufgrund einer Pflichtverletzung aus dem Anwaltsvertrag verlor ein Architekt in einem Haftpflichtverfahren seinen Versicherungsschutz. Daraufhin klagte er gegen seinen Anwalt auf Zahlung von Schadensersatz. Doch kam ihm die Verjährung in die Quere.

mehr ...