Anzeige
Anzeige
30. Juli 2015, 11:10
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Deutsche Bank: Vorsteuergewinn und Kosten steigen

Der neue Co-Chef der Deutschen Bank, John Cryan, startet mit guten Quartalszahlen. Die Erträge legen kräftig zu. Allerdings verdeutlicht die Zwischenbilanz auch die großen Probleme des Instituts.

10 Die-neuen-Deutsche-Bank-T Rme-2 in Deutsche Bank: Vorsteuergewinn und Kosten steigen

Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt

Die Deutsche Bank hat sich im zweiten Quartal trotz anhaltend hoher Belastungen für Rechtsstreitigkeiten weiter nach oben gearbeitet. Der Vorsteuergewinn kletterte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 34 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro, wie der Dax-Konzern in Frankfurt mitteilte. Dabei profitierte die Bank vom aktiven Handel an den Finanzmärkten und von günstigen Wechselkursen. Die Erträge stiegen um 17 Prozent auf 9,2 Milliarden Euro. Der Überschuss hat sich auf 818 Millionen Euro mehr als verdreifacht.

“Solides Ertragswachstum”

Vor einem Jahr hatte eine außergewöhnlich hohe Steuerlast die Bilanz belastet. Fortschritte machte die Bank bei der Stärkung ihrer Kapitalquoten. “Das solide Ertragswachstum unterstreicht die grundlegende Stärke unseres Geschäfts”, erklärte der seit Juli amtierende Co-Chef John Cryan. “Allerdings werden auch unsere Herausforderungen deutlich: Inakzeptabel hohe Kosten, anhaltend hohe Belastungen aus Rechtsstreitigkeiten, zu bilanzintensive Geschäfte und insgesamt eine Rendite für unsere Aktionäre, die zu niedrig ist.”

Kostensteigerung um 17 Prozent

Die Kosten stiegen im zweiten Jahresviertel um 17 Prozent auf 7,8 Milliarden Euro. Damit lag die Aufwand-Ertrags-Quote bei 85 Prozent. Die Bank gibt also für jeden eingenommenen Euro 85 Cent wieder aus. Das gilt im internationalen Vergleich als zu hoch. Die zahlreichen Rechtsstreitigkeiten schlugen mit 1,2 Milliarden Euro zu Buche, fast dreimal so viel wie vor einem Jahr. Insgesamt hat die Bank für juristische Altlasten nun 3,8 Milliarden Euro reserviert.

Rechtsrisiken in Höhe von 3,2 Milliarden Euro

Die Rechtsrisiken, für die noch kein Geld zurückgelegt wurde, bezifferte die Bank nun auf 3,2 Milliarden Euro. Als größter noch offener Sorgenfall gelten umstrittene Geschäfte mit verbrieften Immobilienkrediten in den USA aus der Finanzkrise. Immer wieder hatten Fehleinschätzungen zu den Kapitalvorgaben der Aufsichtsbehörden sowie Milliardenstrafen wegen zahlreicher Skandale Löcher in die Bilanz gerissen und das Image der Bank ramponiert.

Cryan als Alleinvorstand ab Mai 2016 geplant

Die seit Juni 2012 amtierende Doppelspitze Anshu Jain/Jürgen Fitschen geriet immer mehr in die Kritik. Bei der Hauptversammlung im Mai straften die Aktionäre das Duo ab. Im Juni stellte der Aufsichtsrat die Weichen für den Neuanfang an der Konzernspitze. Cryan löste Jain Anfang Juli ab. Nach der Hauptversammlung Mitte Mai 2016 soll der Brite Deutschlands größtes Geldinstitut allein führen.

Quelle: dpa-AFX

Foto: Deutsche Bank

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 10/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Multi-Asset-Fonds - Digitalisierung - Kfz-Policen - Spezialitätenfonds - Robo Advice - Wohnimmobilien

Ab dem 15. September im Handel

Rendite+ 3/2016 "Immobilien"

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Deutschlands beste Wohnimmobilien-Standorte - Marktreport Anlageimmobilien - Aktuelle Baufinanzierungstrends - Mietrecht etc.


Ab dem 1. September im Handel.

Versicherungen

Betriebsrenten: Runter mit den Risiken

Große deutsche Unternehmen drängen darauf, im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung die Risiken für Unternehmen zu begrenzen. Das ist das Fazit einer Expertenbefragung bei der diesjährigen Aon Hewitt Executive Conference.

mehr ...

Immobilien

Standort-Ranking: München auf Platz eins

Die Wirtschaftswoche hat gemeinsam mit Immobilienscout24 Lebensqualität und Wachstumspotenzial deutscher Städte untersucht. Das Ergebnis stellen sie im Städteranking 2016 vor.

mehr ...

Investmentfonds

Wassermangel erföffnet riesige Renditechancen

Christian Petter, CEO Deutschland bei BNP Paribas Investment Partners hat mit Cash. über die hohen Renditechancen bei Wasserinvestments gesprochen.

mehr ...

Berater

Achtung Scheinselbständigkeit: Gerade Versicherungsvertreter sind betroffen

Die Frage der Scheinselbständigkeit betrifft viele Versicherungsvertreter. Formal betrachtet sind diese zwar meist als Handelsvertreter nach § 84 HGB beschäftigt, tatsächlich liegt jedoch oftmals ein Angestelltenverhältnis vor. Gastbeitrag von Maike Ludewig, Kanzlei Jöhnke & Reichow Rechtsanwälte

mehr ...

Sachwertanlagen

Mehr als doppelt so viel Windstrom aus der Nordsee

In der Nordsee sind seit dem vergangenen Jahr viele neue Windparks ans Netz gegangen. Entsprechend gestiegen sind die Strommengen, die ins Netz fließen. Sie leisten einen spürbaren Beitrag zur Versorgung.

mehr ...

Recht

Autonomes Fahren: Viele Unbekannte

Im Juli 2016 veröffentlichte das Handelsblatt Auszüge aus dem von Verkehrsminister Alexander Dobrindt erarbeiteten Gesetzentwurf zur Änderung des Straßenverkehrsgesetzes, um das voll autonome Fahren in Deutschland zu ermöglichen. Die bislang bekannten Passagen lassen gravierende Neuerungen erwarten und geben bereits jetzt Anlass zu kontroversen Diskussionen. Gastbeitrag von Dr. Thomas Grünvogel, CMS

mehr ...