Anzeige
17. November 2015, 13:42
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

EZB rechnet mit baldigem Abschluss der Reformwelle für Banken

Die Europäische Zentralbank (EZB) rechnet mit einem baldigen Ende der von der Finanzkrise ausgelösten Welle von Reformvorgaben für Banken.

EZB rechnet mit baldigem Abschluss der Reformwelle für Banken

EZB-Zentrale in Frankfurt

“Die großen Regulierungsprojekte dürften Ende 2016 auf internationaler Ebene abgeschlossen sein”, sagte EZB-Direktorin Sabine Lautenschläger am Dienstag bei einer Finanzkonferenz in Frankfurt. “Wir sollten uns jetzt auf die Umsetzung der Vorgaben konzentrieren, statt immer neue Regeln aufzulegen.” Seit der Finanzkrise hatten sich die internationalen Aufseher etwa im Rahmen der G20 auf zahlreiche neue Vorgaben für Banken verständigt, um das Finanzsystem sicherer zu machen.

Die Banken klagen inzwischen darüber, dass sie von den Regeln überfordert würden. Dabei kritisieren sie unter anderem, die komplizierte Umsetzung der Vorgaben in nationales Recht. Erst in der vergangenen Woche hatten sich die G20 auf neue Sicherheitspolster für Banken verständigt. Damit sollen die neuen Kapitalvorgaben nun weitgehend abgeschlossen sein. Lautenschläger versicherte, dass die Kapitalvorgaben der Banken nun insgesamt weitgehend festgelegt seien. Es könne aber sein, dass sich für einzelne Banken noch Änderungen ergäben.

Internationale Gremien sollen mehr Gewicht erhalten

Umstritten ist etwa noch die Behandlung von Staatsanleihen in den Bankbilanzen. Unter anderem Deutschland drängt darauf, dass diese künftig nicht mehr als risikolos gelten dürfen und deshalb auch mit Eigenkapital unterlegt werden müssen. Dass dies zu einer neuen Regulierungsrunde führen werde, wies Lautenschläger zurück. Solche Sorgen seien übertrieben.

Die EZB-Direktorin betonte, dass die europäische Stimme in den internationalen Abstimmungsgremien mit der Einführung der gemeinsamen Bankenaufsicht in der Eurozone mehr Gewicht erhalten habe. Damit reagierte sie auf den Vorwurf, dass die internationalen Vorgaben den US-Banken stärker entgegen kämen.

Diese Kritik äußerte bei der Konferenz auch der Chef der französischen Großbank Societe Generale, Frédéric Oudéa. Viele der neue Regeln entsprächen eher dem US-System als dem europäischen. Deshalb werde sich die Finanzierung der europäischen Wirtschaft künftig ändern müssen. Statt Banken müsse künftig mehr Geld von den Kapitalmärkten kommen.

Quelle: dpa-AFX

Foto: Shutterstock.com

Anzeige

1 Kommentar

  1. Das sind doch nur Reförmchen. Wir brauchen wie in der Schweiz und Island eine Vollgeldinitiative, damit den Banken das betrügerische “fiat money” verboten wird.
    Es geht nicht an, dass Banken aus dem Nichts Geld schöpfen, die Finanzwelt so spekulativ riesige Gewinne macht, ihre Macht die Demokratie aushebelt, die Realwirtschaft und die hart arbeitenden Bürger schlussendlich die rasante Verschuldung tragen müssen.
    Die Vollgeldreform schafft wieder sicheres Geld für Bürger und Realwirtschaft, stärkt die Demokratie. Die Bürger entscheiden dann duch eine demokratisch gewählte Institution, wo die Milliardengewinne investiert werden sollen; z.B. in Bildung, Umweltschutz, Gesundheit oder eben dort, wofür es bisher kein Geld gab.

    Kommentar von H. Braun — 18. November 2015 @ 07:36

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Absolute-Return – Insurtechs – Robo Advisors – Denkmalimmobilien


Ab dem 26. Januar im Handel.

Cash. 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Trumps Sieg in Rendite ummünzen - Themen, Produktangebote und Trends 2017 - Rentenreform

Versicherungen

GDV: Senioren ab 75 sollen zum Fahrtest

Die Versicherer fordern, dass Autofahrer ab dem 75. Lebensjahr eine verpflichtende Kontrollfahrt absolvieren, um ihre Fahrtüchtigkeit testen zu lassen. “Die Unfallforschung der Versicherer wird in diesem Jahr Standards für eine solche Testfahrt entwickeln”, erklärte Siegfried Brockmann, Chef der Unfallforschung des GDV, in der “Westfalenpost”.

mehr ...

Immobilien

Baubranche fordert Ende des Vorschriften-Dschungels

Angesichts des Wohnungsmangels in vielen deutschen Städten hat die Baubranche eine Vereinheitlichung des Vorschriften-Dschungels der 16 Bundesländer gefordert.

mehr ...

Investmentfonds

Trump könnte Märkte enttäuschen

Von Donald Trump erwarten die Investoren derzeit viel. Allerdings könnte schon bald die Enttäuschung folgen. Die Lage ist keinesfalls entspannt. Gastkommentar von Karsten Junius, Bank J. Safra Sarasin AG

mehr ...

Berater

Fondsnet baut institutionelle Kundenbetreuung aus

Der Erftstadter Maklerpool Fondsnet stärkt die Beratung und Betreuung institutioneller Kunden. Marc Blum (50) unterstützt seit 1. November 2016 als Ansprechpartner den Geschäftsbereich Fund-Servicing, der für eine Vielzahl von Dienstleistungen rund um die Betreuung und Verwaltung von Investmentfonds steht.

mehr ...

Sachwertanlagen

Marke Brenneisen Capital wird veräußert

Manfred Brenneisen, Chef der Brenneisen Capital mit Sitz in Wiesloch, veräußert den Geschäftsbereich Spezialvertrieb für Sachwertanlagen samt Markennamen. Die persönliche Kontinuität für die Geschäftspartner soll gewahrt bleiben.

mehr ...

Recht

Privathaftpflicht: “Billigkeit” kein Anspruchsgrund für Schadensersatz

Die Privathaftpflichtversicherung dient, im Gegensatz zur Pflichtversicherung, dem Schutz des Versicherten. Ein Schadensersatzanspruch besteht somit nur dann, wenn die gesamten Umstände des Falles eine Haftung des schuldlosen Schädigers aus Billigkeitsgründen geradezu erfordern.

mehr ...