Anzeige
26. Februar 2015, 08:23
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Schäuble will ab 20 Millionen Euro Firmenerben zur Kasse bitten

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) will große und mittelgroße Unternehmen bei der Erbschaftsteuer zur Kasse bitten. Ab einem vererbten oder verschenkten Unternehmensvermögen von 20 Millionen Euro müssen Erben Steuern zahlen – es sei denn, sie können nachweisen, dass die Steuerlast nicht verkraftbar ist. Die Steuerschuld darf nicht mehr als die Hälfte des Privatvermögens aufzehren, heißt es im Ministerium.

Schaeuble1 in Schäuble will ab 20 Millionen Euro Firmenerben zur Kasse bitten

Ein Gesetzesvorschlag liegt bislang nicht vor; das Ministerium hat lediglich Eckpunkte vorbereitet. Schäuble reagiert auf ein Urteil des Bundesverfassungsgericht, das im Dezember vergangenen Jahres die Erbschaftsteuerbefreiung von betrieblichem Vermögen als “unverhältnismäßig” erklärt hatte.

Korrekturbedarf bei großen Unternehmensvermögen

Kleine und mittlere Unternehmen können nach dem Urteil der Karlsruher Richter auch künftig steuerlich begünstigt werden, um Arbeitsplätze zu sichern. Beim Übergang von großem Unternehmensvermögen bestehe allerdings Korrekturbedarf, erklärten die Verfassungsrichter.

Die Zahl der steuerfreien Übertragungen von Unternehmensvermögen ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Zwischen 2009 und 2013 sind laut Erbschaftsteuerstatistik Vermögen von insgesamt 278 Mrd. Euro übertragen worden, davon 105 Mrd. Euro steuerfrei. 95 Prozent der Erben, die ein Unternehmen im Wert von mehr als 20 Mio. Euro geerbt oder geschenkt bekommen haben, zahlten keine Steuern.

Nach den Plänen des Ministeriums soll für kleine Unternehmen künftig eine Freigrenze gelten. Unternehmen im Wert von weniger als 1 Mio. Euro können grundsätzlich steuerfrei vererbt werden. Ab einem Betriebsvermögen von einer Million Euro sollen weiterhin großzügige Ausnahmen gelten.

“Maßnahmen gehen in die richtige Richtung”

Ein Betrieb, der sieben Jahre fortgeführt wird und die Lohnsumme stabil hält, muss keine Erbschaft- und Schenkungssteuer zahlen. Ein Erbe, der das Unternehmen fünf Jahre auf gleicher Lohnsumme weiterführt, bekommt 85 Prozent der Steuerschuld erlassen.

“Die vorgeschlagenen Maßnahmen gehen in die richtige Richtung”, sagt der zuständige finanzpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Lothar Binding. Allerdings werde kein Gerechtigkeitsbeitrag geleistet. Die Erschaftsteuerbelastung sei im Vergleich zum gesamten vererbten Vermögen immer noch “marginal”.

Quelle: Shutterstock

Foto: Bundesfinanzministerium/Ilja C. Hendel

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 12/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Flaggschiff-Fonds – IDW S4-Standard – Crowdinvesting – Bankenwelt

Ab dem 17. November im Handel!

Special 4/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Regulierung – betriebliche Altersversorgung – Unfallversicherung – Privathaftpflicht – Gewerbehaftpflichtpolicen

Ab dem 25. Oktober im Handel!

Versicherungen

Übergangsregelung für Lebensversicherer wird verlängert

Die wegen der Niedrigzinsen eingeführten steuerlichen Entlastungen für Lebensversicherer werden um ein Jahr verlängert. Ohne die Verlängerung hätten vermutlich große Teile der freien Rückstellung auf Beitragsrückerstattungen aufgelöst und versteuert werden müssen.

mehr ...

Immobilien

Vonovia-Chef hofft auf Fusion mit Deutsche Wohnen

Der Chef des Wohnungskonzerns Vonovia hofft weiterhin auf eine Fusion mit seinem Konkurrenten Deutsche Wohnen. Im Februar scheiterte sein Versuch einer feindlichen Übernahme.

mehr ...

Investmentfonds

Anleger sorgen sich um “Renzirendum” und Österreich-Wahl

Die Anleger sollten sich zu Beginn der neuen Woche auf starke Schwankungen am deutschen Aktienmarkt einstellen.

mehr ...

Berater

Pflege: Studie offenbart großen Informationsbedarf

Ein Großteil der Deutschen ist der Ansicht, dass es notwendig ist, eine private Pflegeversicherung abzuschließen. Das geht aus einer aktuellen Online-Befragung hervor. Die große Mehrheit fühlt sich derzeit zudem beim Thema private Pflegevorsorge nur mittelmäßig bis gar nicht informiert.

mehr ...

Sachwertanlagen

Doric erwirbt erste Maschine für Flugzeugportfolio

Der Asset Manager Doric hat mit einem Airbus A330-200 das erste Flugzeug für das “Floreat Aviation Portfolio” erworben. Leasingnehmer des Flugzeuges ist die Fluggesellschaft Virgin Australia.

mehr ...

Recht

Todesfall in der Familie: Die zehn wichtigsten Schritte

Stirbt ein naher Verwandter oder gar der Ehepartner, ist es für die Betroffenen schwer, klare Gedanken zu fassen. Leider haben Gesetzgeber und Versicherungsgesellschaften bei Todesfällen oftmals sehr knapp bemessene Fristen gesetzt, die unbedingt beachtet werden sollten.

mehr ...